Über Enstroga AG und seiner Vertriebsmarke Elogico ist nur wenig bekannt. Es handelt sich um einen kleinen Discountanbieter aus Berlin, der seit 2012 seine Kunden mit Strom und Gas beliefert. Im Internet liegen einige Verbraucherbeschwerden über das Unternehmen vor, die AGBs sind als äußerst verbraucherunfreundlich einzuschätzen und der Kundenservice ist unterdurchschnittlich.

Enstroga Erfahrungen anderer Verbraucher

Seit 2015 liegen 14 Beschwerden auf de.recbalox.com gegenüber Enstroga AG vor (Stand März 2018). Die Verbraucher reklamierten verspätete Guthabenauszahlungen, versteckte und überhöhte Preiserhöhung sowie Probleme beim Stromanbieterwechsel. Vor versteckten und überhöhten Preiserhöhungen wird auf dem Forum vom Bund der Energieverbraucher gewarnt sowie von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnte in 2016 bereits vor gesteckten und überhöhten Preiserhöhungen.

Kundenunfreundliche AGBs

(Stand März 2018)

Kunden mit Mehrtarifzählern und Photovoltaikanlagen werden laut Vertrag nicht beliefert. Gegenwärtig ist mir nicht bekannt, dass aufgrund dieser Einschränkung ein Bonus verweigert wurde. Bei den Energieversorgern immergrün (365 AG) und Fuxx Sparenergie (Grüner Funke) wurden aufgrund dieser Einschränkungen bereits Boni unzulässiger Weise verweigert.

Überraschend und unzulässig dürfte die Beschränkung des Bonus auf Verbraucher sein, die ihren Verbrauch ausschließlich privat nutzen. „Ausschließlich privat nutzen Sie die Abnahmestelle, wenn Sie oder ein Dritter sie weder gewerblich, landwirtschaftlich noch freiberuflich nutzen. Eine gewerbliche Nutzung der Abnahmestelle liegt dann vor, wenn an dieser eine Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübt oder verwaltet wird.“ (AGB 9.4) Wenn Verbraucher z.B. einen Online-Handel nebengewerblich führen, dann räumt sich das Unternehmen somit gemäß AGB 9.4 das Recht ein, den Bonus zu verweigern.

Darüber hinaus wird der Bonus ausgeschlossen, wenn Kunden in den letzten 6 Monaten ihren Vertrag mit Enstroga oder der Vertriebsmarke Elogico widersprochen haben. Der Bonus ist auf ein Vertragsverhältnis begrenzt. Kunden haben somit nicht die Möglichkeit, für mehrere Verträge mit Enstroga den Neukundenbonus zu erhalten.

Überraschend dürfte für Verbraucher ferner sein, dass der prozentuale Bonus auf die Höhe der Verbrauchsprognose bei Vertragsabschluss beschränkt wird. Wenn Sie also einen höheren Verbrauch realisierten als im Tarifrechner eingegeben, wird Ihr Bonus gekürzt.

Mit Überraschungen müssen Kunden von Enstroga auch dann rechnen, wenn sie umziehen. Bei einem Umzug wechselt der Kunde die Abnahmestelle und der Energielieferungsvertrag wird an der neuen Abnahmestelle fortgesetzt. Obwohl der Vertrag fortgesetzt wird, dürfte der Bonus verweigert werden, denn Enstroga schreibt in seinen AGBs, dass der Bonus nur dann gewährt wird, wenn „Sie an derselben Abnahmestelle zwölf Monate berechtigt und ununterbrochen durch uns im selben Tarif mit Energie beliefert worden sind“. Der Zusatz „an derselben Abnahmestelle“ ist untypisch und wird lediglich von der 365 AG (Idealenergie), immergrün, Fuxx Sparenergie (Grüner Funke) und Strogon verwendet. Eine weitere Überraschung dürfte für Verbraucher sein, dass Enstroga zusätzliche Kosten im Falle eines Umzugs i.H.v. 45€ vorsieht (AGB 5.4). Diese Zusatzkosten dürften unzulässig sein, weil diese wahrscheinlich für Verbraucher überraschend sind und deutlich zu hoch bemessen sind.

Neben der Umzugspauschale drohen Verbraucher im Falle eines Wasserschadens unerwartete Zusatzkosten: „Sie sind verpflichtet uns mitzuteilen, wenn an Ihrer Abnahmestelle aufgrund eines Wasserschadens oder eines anderen vergleichbaren Ereignisses ein außerplanmäßiger Stromverbrauch entsteht oder entstanden ist. (…) Wir sind berechtigt, diesen außerplanmäßigen Stromverbrauch mit einem Arbeitspreis von 40,00 Cent/kWh brutto abrechnen. Hierfür ist die Erstellung von zwei Zwischenabrechnungen notwendig, für die wir jeweils eine Gebühr von 20,00 € brutto in Rechnung stellen dürfen.“ (AGB 7.13) Auch diese Zusatzkosten dürften überraschend und unzulässig sein. Eine derartige Klausel ist mir nur noch von immergrün bekannt. Die Vertriebsmarke der 365 AG ist in der Vergangenheit durch sehr viele Verbraucherbeschwerden aufgefallen.

Unterdurchschnittliche Service-Qualität

Ich habe Anbieter-Tests zu Service-Qualität von vier Institutionen aus den Jahren 2015 und 2017 für Verbraucher zusammengefasst. In diesen Studien schneidet die Enstroga AG unterdurchschnittlich ab.

Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien bewertete im Jahr 2017 Enstroga in der Kategorie Service mit 56%. Das Deutsche Institut für Service-Qualität vergab in der Studie aus dem Jahr 2017 das Qualitätsurteil befriedigend. In der Studie von Check 24 (2015) erhielt das Unternehmen 55 von 80 Punkten in der Kategorie „Service-Qualität“.

Enstroga Erfahrungen
Empfehlung: Wechseln Sie lieber zu einen seriösen Anbieter

Ich kann nur schwer einschätzen, wie wahrscheinlich versteckte Preiserhöhungen, verspätete Guthabenauszahlungen, Verweigerung des Neukundenbonus und Zusatzkosten bei Enstroga sind. Tatsache ist, dass sich Verbraucher in der Vergangenheit über diesem Energieversorger beschwert und vor ihm gewarnt haben. Auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnte vor versteckten Preiserhöhungen.

Für mich ist es überraschend, dass Enstroga derart viele verbraucherunfreundliche Klauseln in seine AGBs aufnahm. Warum sollte dies ein Unternehmen tun? Für mich macht dieses Vorgehen nur dann Sinn, wenn es beabsichtigt den Neukundenbonus einzusparen und durch unerwartete Zusatzkosten den Gewinn zu steigern. Vor diesem Hintergrund rechne ich zukünftig mit einer ansteigenden Anzahl an Verbraucherbeschwerden.

Insgesamt kann ich Ihnen Enstroga mit der Vertriebsmarke Elogico nicht empfehlen. Anstelle von Enstroga empfehle ich Ihnen einen seriösen und größeren Strom- und Gasanbieter zu wählen, der über keine problematischen AGBs und einem besseren Kundenservice verfügt. Hierzu habe ich eine praxiserprobte Vorgehensweise entwickelt, bei denen Sie Energieversorger mit zahlreichen Verbraucherbeschwerden sowie kritischen AGBs und schlechtem Kundenservice umgehen: Wechseln Sie hier zu einem günstigen und seriösen Energieversorger.

Enstroga kündigen

Leider verweigern einige Energiediscounter die Kündigung, wodurch Verbraucher unfreiwillig länger beim Stromanbieter blieben als gewollt. Wie Sie eine unfreiwillige Vertragsverlängerung ausschließen können, erfahren Sie hier.

Wirtschaftliche Situation der Enstroga AG

Der Energieanbieter verfügt über ein Grundkapital i.H.v. 125.000 € und der Jahresüberschuss stieg von 2014 (125.745 €) auf 2015 (339.139 €) an. Das Unternehmen unterhält kein eigenes Strom- oder Gasnetz, wodurch stabile regulatorische Einnahmen nicht vorliegen.
Die wenigen finanziellen Einblicke in das Unternehmen ermöglichen nur einen kleinen Einblick in die Stabilität des Unternehmens.

Der Autor hat in diesem Text seine Meinung wiedergegeben und hat hierzu sorgfältig recherchiert. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com. Trotz dieser Sorgfalt sind Fehler oder Ungenauigkeiten nicht auszuschließen und dieser Text stellt keine (Rechts-)Beratung dar.

Welche Enstroga Erfahrungen haben Sie gemacht? Hinterlassen Sie einen Kommentar, um anderen Verbrauchern zu helfen!

3 Gedanken zu „Enstroga Erfahrungen: Verbraucherbeschwerden & Verbraucherunfreundliche AGBs

  • 10. Januar 2019 um 12:57
    Permalink

    Nun, als ich die Jahresrechnung für 2018 mit einer riesigen Nachzahlung erhalten habe, wurde ich stutzig.

    Man schaut sich dann alles etwas genauer an, auf der letzten Seite, ganz klein;
    „Ihr aktueller Arbeitspreis 37,90 Cent/KWH“ ja was, wie???????.

    Enstroga hat mir niemals eine Preiserhöhung mitgeteilt!

    2015 bin ich zur Enstroga gewechselt, stillschweigende Preiserhöhung um über 90% bis heute!
    Widerspruch und bitte auf Korrektur, Sonderkündigung, Lastschrift Mandat gekündigt, alles wurde rechtzeitig per Einschreiben mit Rückschein versendet!
    Trotz Fristsetzung keine Antwort, stattdessen wurde der Betrag abgebucht, der Betrag wurde natürlich sofort zurück gebucht.
    Am 20.12.2018 hat Enstroga mein Einschreiben entgegen genommen, bis heute, dem 10.01.2019 KEINE Reaktion!

    Garantiert NIE WIEDER ENSTROGA!

    Antworten
  • 17. Dezember 2018 um 12:09
    Permalink

    Ich war von 2014 bis Ende 2017 bei der Enstroga, leider so lange. Bis Mitte 2016 hatte ich keine Probleme mit denen, gut im Nachhinein sollte ich wohl eher nochmal alles prüfen, aber ab 2016 lief es schief. Ich lernte 2015 meinen Partner kennen, da ich zu diesem Zeitpunkt erkrankt war, bekam ich Alg2 und musste immer zusehen, wie ich alles, vorallem Strom und Co bezahlen kann. So kam es, dass mein Partner Ende 2015 Anfang 2016 anfing, meine Abschläge an die Enstroga zu überweisen, wir sahen uns nur am Wochenende, da er beruflich mit seinen Schichten nicht zu mir und meinem Kind konnte, März 2015 bekamn ich eine Email, dass meine Netzprognose sich geändert hätte (was ja so nicht stimmen kann, ich schaute wie vorher auch Tv und allem), ich nehme an, dies passierte, weil mein Partner die Kosten überwies, mein neuer Abschlag war dann 20€ mehr als vorher. Naja, wie dem auch sei, wir bezahlten eben das auch, dann kam die Jahresabrechnung und ich sollte 400€ nachzahlen, nach Prüfung allem, zahlten wir das dann, mein Partner lebte immernoch in seiner Wohnung. Dadurch das mein Vater 2016 schwer erkrankte verpasste ich 2x pünktlich zu überweisen und schwupps kam jeden Monat Inkasso, … dieses Kosten bezahlten wir immer wenn wir überwiesen, war ja meine Schuld, die nächste Nachzahlung war wieder sehr hoch, im nachhinein ärgerlich es nicht geprüft zu haben. Wir bezahlten sie, … Ende 2017 sind wir dann umgezogen, in der Zeit kamen monatlich Inkassobriefe und die Enstroga korrigierte ab und an ihre Rechnungen, keine Mahnungen, dort waren wir dann mal 150€ im Plus dann wieder 80€ im Minus, jede Woche was anderes. Naja wir sind dann 2017 ausgezogen, Kündigung wurde abzeptiert, allerdings kam dann eine Abschlussrechnung mit externen Verzugsschaden plus Mahngebühren und einem falschen Zählerstand, dieses zeigte ich denen natürlich, durch den Verzugsschaden soll ich 300€ nachzahlen, wäre dieser nicht, wäre ich sogar im Plus, was auch hinhauen würde, da ich ab Ende 2016 nur noch arbeiten war. Ich warte nun auf dem Brief vom Gericht. Übrigens habe ich das gleiche mit Gericht gerade mit der Telekom durch, falls jemand einen guten Anwalt dafür in Leipzig kennt, kontaktiert mich dringend!

    Antworten
  • 28. Oktober 2018 um 08:32
    Permalink

    Unser Wechsel wurde wie folgt abgelehnt:

    Sehr geehrter Herr XXXXXX,

    wir danken Ihnen für Ihr Interesse an der ENSTROGA GmbH und einer Gasversorgung durch unser Unternehmen.

    Leider ist eine Belieferung durch unser Unternehmen nicht immer möglich. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Belieferung sind unter anderem die Zustimmung des zuständigen Netzbetreibers zur Anmeldung der Netznutzung sowie die Ihres Vorlieferanten zur Beendigung des Vertrages mit diesem. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Gründe, auf die wir keinen Einfluss haben und in denen wir eine Belieferung leider nicht gewährleisten können.

    Wir danken für Ihren Auftrag und bitten um Verständnis, dass wir aus einem dieser Gründe auch bei Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt eine Versorgung mit Gas nicht gewährleisten können. Wir bitten Sie daher, sich zeitnah mit einem anderen Versorger in Verbindung zu setzen und über diesen eine Belieferung zu beantragen. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns zu einem späteren Zeitpunkt erneut beauftragen würden und wünschen Ihnen bis dahin alles Gute.

    Mit freundlichen Grüßen

    ENSTROGA GmbH

    Ihr Energieversorger

    Logo Enstroga

    Berggasse 16 | 1090 Wien

    http://www.enstroga.at | energie@enstroga.at | T: +43 1 2650900

    „Ende des Schreibens“

    Enstroga will nicht angreifbar werden und schwafelt so allgemein herum, warum sie ablehnen. Wir waren vorher bei einem Anbieter mit einem Sofortrabatt. Vielleicht will man keine Gaswechsler. Das könnte man aber gleich auf der homepage mitteilen.

    Antworten

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