Verbraucher machen häufig immer die gleichen Fehler beim Stromanbieterwechsel. Dies kann dazu führen, dass sie bei einem unseriösen Stromanbieter landen (mit allen möglichen Konsequenzen), drauf zahlen oder dass der Stromanbieterwechsel scheitert. Wenn Sie diese Fehler vermeiden, sparen Sie jährlich Geld!

1. Sie achten nur auf den Preis

Wenn Sie nur auf den Preis achten, geraten Sie schnell an unseriöse Stromanbieter, die versteckt Preise erhöhen, den Bonus verweigern oder Ihnen Probleme bei der Stromrechnung und der Auszahlung Ihres Guthabens bereiten. Häufig bereuen Verbraucher, dass sie nur auf den Preis geachtet haben. Achten Sie daher auch auf die Qualität Ihres zukünftigen Stromanbieters!

2. Sie vertrauen ausschließlich auf Kundenbewertungen

Wenn Sie auch auf die Qualität des Stromanbieters achten möchten, dann verlassen Sie sich bitte nicht auf die Kundenbewertungen der Vergleichsportale. Diese Kundenbewertungen sind nur bedingt aussagekräftig, weil der Verbraucher i.d.R. bereits kurz nach dem Stromanbieterwechsel um seine Meinung gefragt wird. Der Stromanbieterwechsel verläuft fast immer problemlos. Viel wichtiger ist jedoch, ob der Stromanbieter die Preise nach dem ersten Vertragsjahr erhöht, den Bonus verweigert oder das Guthaben zügig auszahlt. Diese Probleme können jedoch zum Zeitpunkt der Befragung noch gar nicht aufgetreten sein.

Aussagekräftiger ist daher eine Statistik über die Anzahl und die Art der Verbraucherbeschwerden (siehe Beschwerde-Statistik 2018). Zudem haben einige Stromanbieter derart verbraucherunfreundliche AGB-Klauseln, sodass Verbraucherbeschwerden vorprogrammiert sind (siehe AGB-Studie 2018): Die AGB-Klauseln schränken den Bonus ein und es drohen Zusatzkosten (z.B. Kosten für einen Umzug i.H.v. 60€). Stromanbieter wie die 365AG (immergrün, idealenergie), fuxx Sparenergie (Grüner Funke), Wunderwerk AG und weitere sollten Sie meiden. Zudem sollten Sie auf die Service-Qualität achten (siehe Service-Qualität von Stromanbietern). Weil die Verbraucher sich nicht viel Zeit für die Suche nach einen seriösen Stromanbieter nehmen möchten und können, habe ich eine Übersicht über seriöse und unseriöse Stromanbieter erstellt, bei der die Beschwerde-Statistik, die AGB-Studie und die Service-Qualität von Stromanbietern zusammengefasst ist.

3. Sie kündigen Ihren bestehenden Stromanbieter nicht rechtzeitig oder überlassen die Kündigung Ihren neuen Stromanbieter

Es besteht die Gefahr, dass die Kündigung vom bestehenden Stromanbieter nicht anerkannt und daher abgelehnt wird. Dies kann zum einen darin liegen, dass bei einem Sonderkündigungsrecht nur der Verbraucher die Kündigung aussprechen darf und bei Verzögerungen die Kündigungsfrist nicht eingehalten werden kann. Zum anderen kann es daran liegen, dass Ihre Kündigung nicht ordnungsgemäß ist oder der Stromanbieter sogar behauptet, Ihre Kündigung sei bei ihm gar nicht eingegangen. Überraschenderweise häufen sich die Probleme bei der Kündigung bei einigen Stromanbietern (z.B. 365 AG (immergrün, idealenergie, Meisterstrom), BEV, Primastrom und Stromio).

Vor diesem Hintergrund sollten Sie stets selber kündigen. Bei einem planmäßigen Stromanbieterwechsel (also wenn Sie kein Sonderkündigungsrecht haben) sollten Sie mindestens vier Wochen vor Kündigungsfrist per E-Mail kündigen. Falls die Kündigungsbestätigung ausbleibt, können Sie eine postalische Kündigung per Einschreiben nachreichen. Bei Preiserhöhungen steht Ihnen häufig nur ein zweiwöchiges Sonderkündigungsrecht zu. Daher sollten Sie in diesem Fall direkt per Einschreiben kündigen. Weitere Hinweise, wie Sie Ihren Stromanbieter richtig kündigen, erfahren Sie hier.

4. Sie haben einen Zwei- oder Mehrtarifzähler und geben diesen bei der Tarifsuche nicht an

Wenn Haushalte Niedertarifstrom (z.B. in Form von Nachstrom) beziehen, benötigen diese einen Zwei- oder Mehrtarifzähler. Dieser ermittelt den Stromverbrauch zu den Hoch- und Niedertarifzeiten.

Viele Stromanbieter, insbesondere Stromdiscounter, schließen eine Belieferung von Zwei- oder Mehrtarifzählern aus. Filtern Sie daher in der Suche diese Stromanbieter heraus, andernfalls besteht die Gefahr, dass Sie als Verbraucher abgelehnt werden. Und so geht’s:

  1. Berücksichtigen Sie die Hinweise auf dieser Seite, um unseriöse Stromanbieter auszuschließen
  2. Geben Sie dort Ihren Verbrauch und Ihre Postleitzahl in den Tarifrechner ein.
  3. Nachdem Ihnen die Stromtarife angezeigt werden, klicken Sie auf „weitere Einstellungen“ und wählen Sie bei „Schwachlast / Doppeltarifzähler“ die entsprechende Option.
  4. Es werden die Stromanbieter angezeigt, die Sie mit Mehrtarif-/Doppeltarifzähler beliefern.

5. Sie denken, bei Pakettarifen können Sie sparen.

Bei Pakettarifen kaufen Sie ein Strom-Paket. Wenn Sie mehr verbrauchen, zahlen Sie einen deutlich höheren Arbeitspreis. Wenn Sie weniger verbrauchen, müssen Sie dennoch das gesamte Strompaket bezahlen. Verbraucher können daher nur dann sparen, wenn Sie ihren Verbrauch ganz genau abschätzen können. Bei den Stromanbietern immergrün, Strogon und Wunderwerk AG müssen Verbraucher selbst dann das Strompaket vollständig bezahlen, wenn unter gewissen Vorgaben der Stromvertrag vorzeitig gekündigt wird (siehe AGB-Studie 2018). Es drohen bei diesen Stromanbietern somit höhere Zusatzkosten.

6. Sie schließen einen Vertrag mit Vorkasse oder Kaution ab

Wenn Sie keinen negativen Schufa-Eintrag haben, sollten Sie auf Vorkasse und Kaution verzichten. In der Vergangenheit meldeten einige Stromanbieter Insolvenz an und deren Kunden verloren Ihre Anzahlungen.

Meiden Sie diese Fehler beim Stromanbieterwechsel, indem Sie dieser praxiserprobte Vorgehensweise folgen. Anhand der Beschwerde-Statistik, der AGB-Studie und der Service-Qualität finden Sie Ihren passenden seriösen und günstigen Strom- und Gasanbieter.

 

Haftungsausschluss: Trotz aller Sorgfalt kann dieser Text und Inhalte auf der Internetseite Fehler enthalten. Es handelt sich ferner nicht um eine Beratungsleistung, sondern um die Meinung des Autors. 

Gibt es weitere Fehler beim Stromanbieterwechsel? Worauf achten Sie? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Die häufigsten Fehler beim Stromanbieterwechsel

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