Ich bin Opfer einer versteckten Preiserhöhung. Den Stromanbieter möchte ich hier nicht namentlich erwähnen aus Angst verklagt zu werden. Seit 2015 soll das Unternehmen über 260.000 Kunden mit Strom versorgen. Ich habe kein Recht bekommen, obwohl ich im Recht war. Ich musste feststellen, dass es anstrengend und nervenaufreibend ist für sein Recht zu kämpfen und dass nur die wenigsten der Betroffenen für Ihr Recht kämpfen. Um gegen diese Ungerechtigkeit anzugehen habe ich diese Internetseite aufgebaut. Mein Ziel ist es Verbraucher aufzuklären und in Streitfällen zu helfen.

Ich bin Opfer einer versteckten Preiserhöhung

Ende Oktober 2013 habe ich über ein Vergleichsportal einen Vertrag abgeschlossen. Im Februar 2014 erhielt ich wenige Monate nach Vertragsbeginn eine E-Mail von meinem Versorger, in der im E-Mail-Text und auf Seite 1 im zweiten Anhang von „drei gute Nachrichten“ die Rede war. Erst auf der Seite 4 des zweiten Anhangs wurde nach zahlreichen Statistiken in Kleinschrift und ohne Hervorhebung indirekt eine Grundpreiserhöhung von 6,98€ auf 19,95€ verklausuliert mitgeteilt. Anstatt Stromkosten zu sparen, wie die Vergleichsportale theatralisch versprechen, fallen meine Stromkosten nun 50% höher aus!

Ich war im Recht – habe aber kein Recht bekommen

Diese Preiserhöhung ist nach Auffassung des Amtsgerichts Delmenhorst (44 C 4120/14 (i)) in zweifacher Hinsicht sittenwidrig:

Warum eine Erhöhung des Grundpreises (…) eine gute Nachricht sein soll, ist für das Gericht nicht erkennbar. (…) Wenn man hinzu nimmt, dass dieses Schreiben (…) weit vor dem Ende der Bindungsfrist [erfolgte], kann man daraus nur ein sittenwidriges Vorgehen seitens des Energielieferanten schließen, der (…) eine Verschleierung seiner angekündigten Preiserhöhung vornehmen will.

Obwohl der Sachverhalt juristisch eindeutig erscheint und ich viel Zeit investiert habe, bekam ich kein Recht. Wie es genau dazu kam, können Sie unter meinen Erfahrungen mit einem unseriösen Stromanbieter nachlesen. Kurz zusammengefasst: Rechtsstreitigkeiten mit geringen Streitsummen sind für Rechtsanwälte finanziell nicht attraktiv, weshalb mein juristischer Beistand suboptimal war.

Dubiose Geschäftspraktiken

Der Geschäftsführer behauptete in einem Interview aus 2015, dass 90% der eingehenden E-Mails binnen 24 Stunden beantwortet werden. Ferner wird er zitiert, er wolle sein Unternehmen mit dem „besten Kundenservice“ positionieren. Diese Versprechen stehen im krassen Gegensatz zu meinen Erfahrungen mit diesem Unternehmen!

Allem Anschein nach hat dieser verbraucherunfreundliche Umgang System bei diesem Unternehmen. Ich habe herausgefunden, dass

  • der Bund der Energieverbraucher das Unternehmen bereits mit einem Negativ-Preis ausgezeichnet hat,
  • Medien, Verbraucherschützer und betroffene Verbraucher umfangreich über die fragwürdigen Praktiken berichtet haben,
  • fast 10% aller Verfahren bei der Schlichtungsstelle auf die Kappe dieses Unternehmens gehen
  • die Bundesnetzagentur hat aufgrund zahlreicher Beschwerden ein Verfahren gegen das Unternehmen eröffnet hat und
  • dass sogar die Staatsanwaltschaft gegen die Geschäftsführer des Unternehmens wegen Betrugsverdacht ermittelt haben.

Besteht Hoffnung auf Besserung?

Verbraucher haben kaum eine Chance unseriöse Stromanbieter beim Wechsel auszuschließen. Die meisten Kunden haben sich, wie ich, auf die Kundenbewertungen verlassen. Bei dem von mir verwendeten Vergleichsportal stand im Juni 2016, dass 94% der Kunden den Anbieter weiterempfehlen würden! Wie passt dies mit meinen vorherigen Ausführungen überein? Entschieden geht das Vergleichsportal zumindest nicht gegen unseriöse Anbieter vor: Auf Nachfrage teilte mir das Vergleichsportal mit, dass unter den Tarifempfehlungen nur solche Anbieter gelistet werden, die „eine Kundenzufriedenheit von mindestens 70% beinhalten“. Von dieser Grenze ist das Unternehmen auch noch heute weit entfernt…

Ich bin von einigen Stromdiscountern und auch von dem einen oder anderen Vergleichsportal sehr enttäuscht und habe keine Hoffnung auf Besserung. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass zu häufig Kundeninteressen nicht an erster Stelle stehen. Für die Unternehmen scheint dieser Markt hingegen sehr lukrativ zu sein, weshalb sollten die denn was ändern wollen? Ich bin mir bewusst, dass ich nicht viel verändern kann. Allerdings versuche ich so gut es geht einen Beitrag zu leisten.

Ich möchte anderen Betroffenen helfen

Für mich war die Auseinandersetzung mit meinem Stromanbieter sehr zeitaufwendig, emotional belastend und teuer. Ich gehe schwer davon aus, dass tausende Verbraucher betroffen sind und Hilfe gegen die stark expandierenden Stromdiscounter benötigen. Über die Servicehotline des Vergleichsportals habe ich leider keine Hilfe erhalten. Ich habe allerdings Internetseiten gefunden, die mir wertvolle Informationen zu meinem Fall lieferten. Empfehlen kann ich die Internetforen www.marktwaechter-energie.dewww.energieanbieterinformation.de und http://forum.energienetz.de. Der Nachteil dieser Seiten besteht darin, dass es viel Zeit kostet, den eigenen Fall zu recherchieren. Aus meiner Sicht fehlt es an einer aktuellen und einfachen Übersicht zu den häufigsten Beschwerden die gegen Stromanbieter angeführt werden und wie man in diesen Fällen am besten vorgehen sollte. Weil dies nicht vorlag, habe ich meine Seite ins Leben gerufen. Meine Motivation ist,

  • Ihnen zu helfen, schnell und einfach die Erfolgsaussichten einer Beschwerde gegenüber Ihrem Stromanbieter einschätzen zu können und
  • Ihnen Tipps an die Hand zu geben, wie Sie Ihre Beschwerde erfolgreich durchsetzen können.

Hierzu habe ich auf dieser Internetseite

  1. meine Erfahrungen zusammengefasst, damit Sie durch meine Fehler im Umgang mit Stromanbietern vermeiden können,
  2. Forenbeiträge zu unseriösen Stromanbietern ausgewertet und die häufigsten Beschwerden übersichtlich zusammengestellt (ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit), sowie
  3. Tipps zusammengetragen, wie Sie differenziert nach Beschwerde am besten vorgehen können.

Ich biete Ihnen Empfehlungen – aber keinen juristischen Rat

Ich bin (leider) kein Jurist, daher kann ich Ihnen nur Empfehlungen unterbreiten, die sich in den Foren und vor Gericht bewährt haben. Wenn Sie einen echten juristischen Rat wünschen, dann bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als einen Rechtsanwalt zu beauftragen – bitte stellen Sie dann aber sicher, dass sich der Rechtsanwalt, trotz geringem Honorar, genügend Zeit für Ihren Fall nimmt! Meine Empfehlungen sind auch nicht auf jeden Einzelfall ohne weiteres übertragbar. Teilweise können sich die geschilderten Sachverhalte verändert haben, weil AGBs angepasst, neue Urteile gesprochen oder die Stromversorger Ihre Verhaltensweisen weiterentwickelt haben. Zudem haben sich unseriöse Stromanbieter als durchaus (juristisch) geschickt herausgestellt. Somit kann niemand Überraschung vor Gericht ausschließen – Recht haben und Recht bekommen sind häufig zweierlei Paar Schuhe. Dies gilt insbesondere bei Versorgern, deren Geschäftsmodelle auch auf juristischen Spitzfindigkeiten beruhen. Letztendlich müssen Sie selbst entscheiden, wie sie möglicherweise falsche Abrechnungen Ihres Stromversorgers begegnen wollen.

 

Über mich: Ich heiße Matthias Moeschler und arbeite selbst in der Energiebrache, bei einem unabhängigen Erdgasfernleitungsnetzbetreiber. Dieses Unternehmen stellt die Infrastruktur für den Erdgastransport bereit und ist nicht am Vertrieb von Strom oder Gas beteiligt.

Motivation

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