Bis spätestens November 2018 wird die sogenannte Musterfeststellungsklage eingeführt. Ein qualifizierter Verbraucherverein (z.B. die Verbraucherzentrale) kann eine Musterfeststellungsklage erheben. Wenn die Musterfeststellungsklage erfolgreich ist, müssen die Verbraucher selber klagen, können aber auf den gleichartigen Sachverhalt der Musterfeststellungsklage verweisen, um Ihr Recht einfordern. Der Verbraucher trägt dadurch ein geringeres Prozessrisiko. Mit der Einführung der Musterfeststellungsklage erhoffe ich eine deutliche Verbesserung des Verbraucherschutzes gegenüber dubioses Strom- und Gasanbietern. Dies sei am Beispiel einer unzulässigen Preiserhöhung verdeutlicht:

Wenn der Stromanbieter XY versteckt die Preise um 20% erhöht, so könnte die Verbraucherzentrale klagen. Sie würde argumentieren, dass die Kunden nicht transparent über die Preiserhöhung informiert wurden und dass nicht nur steigende Preise an die Verbraucher weitergegeben wurden, sondern dass auch der Gewinn des Stromanbieters nachträglich gesteigert wurde. Beides ist nicht zulässig, daher ist die Preiserhöhung unzulässig. Wenn das Gericht den Argumenten folgt, bekommt die Verbraucherzentrale Recht. Auf dieses Urteil können sich andere Verbraucher mit dem gleichen Sachverhalt berufen und eine Rücknahme der Preiserhöhung einfordern.

Verbraucher können keine Musterfeststellungsklage einreichen. Dies muss ein Verbraucherverein tun und plausibel behaupten, dass die Ansprüche oder Rechtsverhältnisse von mindestens zehn Betroffenen von der Sammelklage abhängen könnten. Darüber hinaus sind mindestens 50 so genannte Anmelder für eine Klage erforderlich.

Auch perspektivisch sehe ich deutliche Verbesserungen auf dem Strom- und Gasmarkt. Wenn Strom- und Gasanbieter eine Musterfeststellungsklage verlieren, dann droht denen eine Welle gleichartiger Folgeklagen von Verbrauchern. Die Energieversorger werden sich also genauer überlegen müssen, ob Sie unzulässige Preiserhöhungen, Bonuseinschränkungen etc. vornehmen wollen. Ich hoffe daher, dass es sich zukünftig für Energieversorger noch mehr lohnt, verbraucherfreundlich und seriös zu handeln. Ich versuche ebenfalls einen Beitrag hierzu zu leisten und alle Musterfeststellungsklagen gegen Strom- und Gasanbieter übersichtlich aufzulisten.

Musterfeststellungsklagen verhelfen Verbrauchern zu ihrem Recht

5 Gedanken zu „Musterfeststellungsklagen verhelfen Verbrauchern zu ihrem Recht

  • 3. April 2019 um 12:29
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    Voxenergie arbeitet mit dem gleichen System auch nach einer Sendung von WISO weiter, der Verbraucherschutz macht nichts, diese Verbrecher gehören hinter Gitter.

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  • 30. Januar 2019 um 23:12
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    Auch ich habe Schwierigkeiten mit der BEV. Fristgerecht gekündigt zum 14.10.18. Ich habe bis heute noch keine Endabrechnung erhalten trotz mehrfacher Email, Anrufe und Brief mit Einschreiben. Keine Reaktion finde ich zum kotzen,da ich bestimmt ein Guthaben habe und das Geld gut gebrauchen könnte. Jetzt sind die auch noch Insolvenz ob ich das Geld dann noch bekomme glaube ich noch nicht. Ob ein Anwalt da noch helfen kann. Ich bin auch über check24 zu der BEV gekommen da sich das Angebot damals gut angehört hat. Voll reingelegt worden.

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  • 26. Januar 2019 um 18:17
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    Tja die BEV. Auch wir haben einen richtigen Kampf mit denen. BEV hat uns Anfang November eine Zwischenabrechnung mit einer Verbrauchsprognose geschickt, die weit weg von Gut und Böse lag. Angeblich hätte unser Netzbetreiber die Verbrauchszahlen geschickt. Wir haben darauf hin bei BEV reklamiert und sogar ein Bild unseres aktuellen Stromzählers geschickt. Keine Reaktion. Die BEV hat einfach unseren Abschlag um 30% angepasst und auch im November abgebucht. Wir haben darauf hin das SEPA widerrufen und zahlen bis dato unseren leicht angepassten Abschlag, oriertiert an dem geschätzen Jahresverbrauch unseres Netzbetreibers. Unser Netzbetreiber hat sogar an die BEV eine Mail geschrieben und um Abrechnung mit deren Zahlen geschickt. Dabei haben wir erfahren, dass bis zu diesem Zeitpunkt von unserem Netzbetreiber gar keine Verbrauchszahlen an BEV übermittelt wurden. Jetzt schickt die BEV fleißig eine Mahnung nach der anderen und hat uns mit Inkassobüro gedroht. und der absolute Hammer ist, dass die BEV unsere Kündigung wegen Strompreiserhöhung zum 01.02.2019 bis heute nicht bestätigt aber uns auch nicht aus dem Vertrag lässt – warum auch immer – und! wir heute schon eine Abschlagsanpassung ab Mai 2019 mitgeteilt bekommen haben, die fast 600% höher ist als bisher.
    Jetzt haben wir die Schlichtungsstelle eingeschalten, einen Anwalt beauftragt, der eine Anzeige wegen Betrugsverdacht gegenüber dem Geschäftsführer der BEV stellt.
    Also Leute…. Hände weg von der BEV. Die können gar nichts, nur abkassieren das funktioniert.

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  • 14. Januar 2019 um 10:15
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    Auch wir haben Ärger mit der BEV.
    Eine Jahresabrechnung wurde bis heute nicht erstellt.
    Ablesedatum war der 30.10.2018, telefonische Anfragen sowie e-Mails
    erfolgten viele, man vertröstete mich bis heute.
    Auch eine Kündigung am 21.12.18 wurde bis heute nicht bestätigt.
    Dem neuen Stromanbieter wurden falsche Daten übermittelt, so das
    ein Wechsel vorerst auch schlecht möglich ist.

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    • 15. Januar 2019 um 11:00
      Permalink

      Auch wir warten nach erfolgreicher Kündigung der BEV Energie zum 30.09.2018, auf unsere Schlussrechnung,mehrfach angemahnt schriftlich mit Einschreiben ,das alles interessiert die nicht die Bohne.
      So etwas dreistes noch nie erlebt!
      Weil wir nach unseren Berechnungen noch Geld von denen bekommen.

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