Wurde Ihr Bonus verweigert, mit der Behauptung, Sie haben einen Bonus für eine Vertragsverlängerung erhalten und damit den Tarif gewechselt?

Beispiel: „Weihnachtsaktion“ der 365 AG1)

Der Stromanbieter 365 AG bot ihren Kunden Ende 2013 für eine einjährige Vertragsverlängerung ein Bonus von 50 € an. Kunden, die diesen Bonus annahmen, verwehrte der Versorger den ursprünglichen Neukundenbnous von 25%, weil der Tarif gewechselt worden sei. Erschwerend kam hinzu, dass Almado (heute 365 AG; Vertriebsmarken immergrün!Energie; Meisterstrom; IdealEnergie) ab Mitte Dezember 2013 höhere Preise verlangte, obwohl in der Werbung zugesichert wurde, der Grundpreis und der Arbeitspreis bliebe unverändert.

Bei diesem Sachverhalt bezieht sich die 365 AG auf folgende AGB (9(1)): „Ein Anspruch auf Gewährung eines Bonus (…) besteht weiter auch nicht, wenn der Kunde (…) in einen anderen Tarif des Energieversorgers gewechselt ist.“

Die Verbraucherzentrale NRW hat beim Landgericht Köln dagegen die sogenannte „Weihnachtsaktion“ zunächst eine Klage eingereicht (AZ: 31 O 494/2014) und dann mit der 365 AG diesbezüglich einen Vergleich geschlossen. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, die betroffenen Verbraucher anzuschreiben und über Ihre Rechte aufzuklären, dass die Weihnachtsaktion kein Ausschlussgrund für eine Bonuszahlung sein darf.

Empfehlungen fürs weitere Vorgehen

Wenn Sie auch Opfer dieser „Weihnachtsaktion“ waren und keine Nachricht von der 365 AG erhalten haben, dann wenden Sie sich am besten an die 365 AG und verlangen Sie Ihren Bonus zurück. Es besteht die Gefahr einer Verjährung, wenn Sie später als drei Jahre nach Erhalt der strittigen Stromrechnung gegen diese Einspruch einlegen wollen. Wenn dies eintrat, weil das Unternehmen Sie nicht angeschrieben hat, wie mit der Verbraucherzentrale NRW vereinbart, dann sollten Sie trotz der möglichen Verjährung den Bonus zurückfordern. Die Verbraucherzentrale NRW ist bestimmt daran interessiert zu erfahren, wenn Kunden keine Nachricht erhalten haben sollten…

Wenn Sie Opfer eines ähnlichen Sachverhalts waren, dann widersprechen Sie der Rechnung mit dem Hinweis auf den Fall „Weihnachtsaktion“ der 365 AG. Erst wenn Ihr Stromanbieter nicht wie gewünscht Ihnen entgegenkommt, empfehle ich auf Reclabox eine Beschwerde zu schreiben. Dem Stromanbieter entstehen Kosten, sobald die Schlichtungsstelle einschaltet wird. Dies kann der Stromanbieter verhindern, wenn er eine Feststellungsklage gegen Sie einreicht. Aus diesem Grund empfehle ich nur die Schlichtungsstelle einzuschalten, wenn auch eine Beschwerde über Reclabox erfolglos war, wenn Sie gute Erfolgsaussichten haben und wenn Sie bereit sind einen potentiellen Rechtsstreit finanziell zu tragen.

Nur unseriöse Energieversorger versuchen Ihren Kunden den Bonus mit solchen Tricks zu verwehren. Sparen Sie sich die Zeit und die Nerven für schönere Dinge auf und suchen Sie sich einen seriösen Stromanbieter. Wie Ihnen dies am besten gelingt, erfahren Sie hier.

1) Quellen: http://www.energate-messenger.de/news/150738/verbraucherzentrale-klagt-gegen-365-ag; persönliche Anfrage bei der Verbraucherzentrale NRW.

Dies ist keine Rechtsberatung. Der Text wurde nach besten Wissen und Gewissen erstellt und gibt Fakten sowie die Meinung des Autors wieder. Sofern Sie rechtlichen Rat benötigen, sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden. Diese Inhalte wurden mit großer Sorgfalt erstellt – dennoch können Unvollständigkeiten oder Fehlinterpretationen nicht ausgeschlossen werden. 

Fragen / Anmerkungen / Erfahrungen

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