Ziele der Schlichtungsstelle Energie und Voraussetzungen

Die Schlichtungsstelle Energie hat das Ziel, eine außergerichtliche und einvernehmliche Beilegung bei Streitigkeiten zwischen Verbrauchern sowie Energieversorgungsunternehmen herbeizuführen. Wenn Energieversorgungsunternehmen eine Beschwerde durch einen Verbraucher ablehnend beantworten, müssen diese dem Verbraucher auf die Schlichtungsstelle hinweisen. Voraussetzung für die Einschaltung der Schlichtungsstelle ist, dass der Verbraucher sich zuvor erfolglos an das Unternehmen gewandet hat, wobei das Unternehmen vier Wochen lang Zeit hat der Beschwerde nachzugehen. Die Schlichtungsempfehlungen sind rechtlich unverbindlich und der Verbraucher sowie das Energieversorgungsunternehmen haben die Möglichkeit, den Schlichtungsprozess durch die Einschaltung von ordentlichen Gerichten zu beenden. Für die Unternehmen fällt eine Fallpauschale an. Einige Unternehmen versuchen diese Kosten zu umgehen, indem sie eine Feststellungsklage gegen den Verbraucher vor Gericht einreichen. Für die Verbraucher ist das Schlichtungsverfahren kostenlos. Nur bei offensichtlichem Missbrauch und nach vorherigem Hinweis fallen auch für Verbraucher Entgelte an.

Meine Erfahrungen mit der Schlichtungsstelle Energie

Mein Stromanbieter erhöhte meine Stromrechnung um 50%. Die Preiserhöhung war unzulässig. Daher entschied ich mich gegen das Unternehmen zu wehren. Nachdem meine schriftliche Beschwerde scheinbar nicht ernst genommen wurde und nach einiger Zeit mir lediglich ein Kompromiss mit inhaltlichen Fehlern angeboten wurde, drohte ich mit der Schlichtungsstelle.

Kurz danach erhielt ich eine standardisierte Nachricht, dass mein Stromanbieter die ordentliche Gerichtsbarkeit beanspruchen möchte. Ich habe die E-Mail zunächst nicht verstanden, denn warum sollte der Stromanbieter mich verklagen? Ich habe doch alle Zahlungen geleistet und bin meiner Verpflichtung als Verbraucher vollständig nachgekommen. Da das Unternehmen die Kommunikation mit mir abbrach, entschied ich mich die Schlichtungsstelle einzuschalten. Wenige Tage später sendete ich alle notwendigen Dokumente an die Schlichtungsstelle und hoffte so, mein Problem lösen zu können. Das Einschalten der Schlichtungsstelle ist aus meiner Sicht sehr gut organisiert! Sie werden aufgefordert wesentliche Dokumente (Vertragsunterlagen, AGBs, Ihr Beschwerdeschreiben und die Antwort des Energieversorgers, Ihr Anliegen etc.) und Hinweise einzureichen. Sind die Kriterien für das Einschalten der Schlichtungsstelle Energie nicht erfüllt, werden Sie darauf hingewiesen.

Nach einigen Tagen erhielt ich Post vom Amtsgericht. Der Stromanbieter hat eine Feststellungsklage eingereicht. Mit dieser Klage möchte das Unternehmen gerichtlich feststellen lassen, dass die Preiserhöhung zulässig war. Weil der Stromanbieter Klage einreichte, durfte die Schlichtungsstelle nicht mehr vermitteln. Dadurch umgeht das Unternehmen die Kosten der Schlichtungsstelle.

Auch wenn ich keinen Erfolg mit der Einschaltung der Schlichtungsstelle Energie hatte, kann ich allen Verbraucher nur empfehlen, diese Institution zu nutzen. Sie können die Schlichtungsstelle grundsätzlich bei jedem der auf dieser Internetseite aufgeführten Beschwerden einschalten. Bevor Sie die Schlichtungsstelle Energie einschalten, sollten Sie die Gefahr einer Feststellungsklage gegen Sie berücksichtigen. Sie sollten sich auch überlegen, ob es nicht einfachere und schnellere Lösungen gibt. Beispiele hierzu sind in den einzelnen Fällen unter der Überschrift „Ratschläge für das weitere Vorgehen“ angeführt. Zudem sollten Sie sicherstellen, dass Sie Ihrem Stromanbieter vier Wochen Zeit gegeben haben und schlagkräftige Argumente angeführt haben.

Meinen vollständigen Erfahrungsbericht mit einem unseriösen Stromanbieter habe ich einen eigenen Beitrag gewidmet.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Schlichtungsstelle gemacht? Hinterlassen Sie einen Kommentar, um anderen Betroffenen zu helfen!

 

Ein Gedanke zu „Schlichtungsstelle Energie Erfahrungen

  • 15. April 2018 um 11:44
    Permalink

    Wir haben unseren Stromliefervertrag zum 31.12.2017 gekündigt. Dies wurde uns von der BEV Energie, München auch bestätigt. Der Strom-Zählerstand wurde ordnungsgemäß am 31.12.17 an die BEV und auch an den Netzbetreiber, Westnetz GmbH, mitgeteilt. Da die Schlussrechnung bis heute, 15.04.2018, noch nicht erstellt ist und wir einen hohen Guthabenbetrag erwarten, haben wir zwischenzeitlich dreimal mit der BEV telefoniert. Tenor der Aussagen laut BEV waren, dass es bei derBEV Schwierigkeiten geben soll, die Rechnungen zu erstellen. Was immer das auch heißen mag. Dazu haben wir mehrere e-mails geschickt mit Fristsetzungen zur Erledigung der Rechnungserstellung, sowie Auszahlung des Guthabens. Bisher absolut keine Reaktion seitens der BEV. Heute haben wir noch mal eine e-mail mit einer allerletzten Fristsetzung an die BEV geschickt.

     
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