Strogon Beschwerden im Internet

Über den Stromanbieter Strogon ist nur wenig bekannt. Es handelt sich um einen kleinen Stromanbieter aus Bonn, der seit 2014 seine Kunden mit Strom beliefert. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens lässt sich nicht abschätzen, weil im Bundesanzeiger keine Jahresabschlüsse veröffentlicht wurden.

Im Forum des Bundes der Energieverbraucher wurde der Stromanbieter Strogon hinsichtlich einer monatlichen Vorkasse und aufgrund überhöhter und versteckter Preiserhöhungen kritisiert. Auf den Vergleichsportalen von Verivox und Check24 wurden häufiger fehlgeschlagene Anbieterwechsel bemängelt. Auf de.reclabox.com wurden vier Beschwerden veröffentlicht, die das Unternehmen auf dieser Plattform nicht beantwortet oder gelöst hat. (Stand Oktober 2017)

Kundenunfreundliche AGBs

Die AGBs von Strogon sehen zahlreiche kundenunfreundliche Regelungen vor, bei denen der Neukundenbonus eingeschränkt wird oder Zusatzkosten drohen (z.B. Umzugspauschalen i.H.v. 45€).

(Stand März 2018)

Kunden mit Mehrtarifzählern und Photovoltaikanlagen werden laut Vertrag nicht beliefert. Wenn Verbraucher dennoch über einen Mehrtarifzähler oder einer Photovoltaikanlage verfügt, kann dies zu einer Verweigerung des Neukundenbonus führen. Bei den Energieversorgern immergrün (365 AG) und Fuxx Sparenergie (Grüner Funke) wurden aufgrund dieser Einschränkungen bereits Boni unzulässiger Weise verweigert.

Überraschend und unzulässig dürfte die Beschränkung des Bonus auf rein private Nutzung sein. Wenn ein Verbraucher den Strom nicht rein privat nutzt, dann kann das Unternehmen den Neukundenbonus verweigern. (7) Wenn Verbraucher z.B. einen Online-Handel nebengewerblich führen, dann nutzt dieser den Strom oder das Gas nicht ausschließlich privat.

Darüber hinaus wird der Bonus ausgeschlossen, wenn Kunden in den letzten 6 Monaten ihren Vertrag mit Strogon widersprochen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass auch Haushaltsangehörige Neukunden sein müssen, obwohl mit diesen gar kein Vertrag geschlossen wird.

Mit Überraschungen müssen Kunden von Strogon auch dann rechnen, wenn sie umziehen. Auch wenn der Vertrag fortgesetzt wird, dürfte der Bonus verweigert werden, denn Strogon schreibt in seinen AGBs, dass der Bonus nur dann gewährt wird, „wenn wir Sie zwölf Monate ununterbrochen und berechtigt an der gleichen Abnahmestelle beliefern durften.“ Bei einem Umzug wechselt der Kunde die Abnahmestelle und der Energielieferungsvertrag wird an der neuen Abnahmestelle fortgesetzt.

Zuletzt sehen die AGBs der immergrün vor, dass unter gewissen Umständen das Unternehmen im Falle eines Pakettarifs das gesamte Paket bei vorzeitiger Kündigung abrechnen darf (7.3).

Wenn Sie Kunde von Strogon sind und Ihnen der Bonus verweigert oder Ihnen Zusatzkosten in Rechnung gestellt wurde, dann können Sie sich mit den Informationen auf dieser Internetseite dagegen wehren.

 

Meine Empfehlung zu Strogon

Ich persönliche tue mich schwer mit kleinen und jungen Stromdiscountern. Zum einen habe ich Bedenken vor weiteren Firmenpleiten (TelDaFax, Flexstrom und CareEnergy). Leider ist es nicht möglich, die wirtschaftliche Stabilität von Strogon zu bewerten. Zum anderen tendieren einige Stromanbieter zu verbraucherunfreundlichen Praktiken (z.B. versteckte Preiserhöhungen, Neukundenbonus verweigert, Guthaben nicht ausgezahlt etc.). Es gibt inzwischen deutliche Anzeichen, dass Strogon sich diesen Praktiken auch bedient. In der Zeitschrift Stern wurde über versteckte und überzogene Preiserhöhungen berichtet. Mir wurde die Verweigerung des Neukundenbonus aufgrund eines Kleingewerbes als Ebay-Händler zugetragen. Allem Anschein nach sucht das Unternehmen die Lieferadresse nach eingetragenen Unternehmen ab, um den Neukundenbonus verweigern zu können. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie sich gegen verbraucherunfreundliche Praktiken wehren können.

Insgesamt kann ich Ihnen Strogon nicht empfehlen. Anstelle von Strogon empfehle ich Ihnen einen seriösen und größeren Stromanbieter zu wählen. Was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie hier:

Strogon kündigen

Leider verweigern einige Stromdiscounter die Kündigung, wodurch Verbraucher unfreiwillig länger beim Stromanbieter blieben als gewollt. Wie Sie eine unfreiwillige Vertragsverlängerung ausschließen können, erfahren Sie hier.

In diesem Text hat der Autor seine Meinung wiedergegeben. Hierzu hat er sorgfältig recherchiert. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com. Trotz dieser Sorgfalt sind Fehler oder Ungenauigkeiten nicht auszuschließen und dieser Text stellt keine (Rechts-)Beratung dar.

6 Gedanken zu „Strogon Erfahrungen: Ein kleiner und kritisierter Stromanbieter

  • 16. Mai 2018 um 19:27
    Permalink

    Hallo und guten Abend,
    ich habe einen ähnlichen Fall bezüglich einer Gutschrift über 614 Euro von Strogon.
    Die Frist der Rücküberweisung ist inzwischen verstrichen. Ich habe also jetzt eine
    letzte Frist von 14 Tagen gesetzt. Ich hätte jetzt nur gern mal gewußt, was eine Beschwerde
    auf reclabox ist. Was bedeutet reclabox??

    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Donald Scheffler

    Antworten
    • 17. Mai 2018 um 15:31
      Permalink

      Auf der Seite RECLABOX können Sie eine öffentliche Beschwerde schreiben. Die Unternehmen reagieren i.d.R. auf diese Beschwerde, weil sie negative Kundenmeinungen im Internet gerne vermeiden möchten.
      Schauen Sie sich am besten mal diese Beschwerde über Strogon an, damit Sie eine ungefähre Vorstellung bekommen, was zu tun ist.

      Antworten
  • 22. April 2018 um 14:57
    Permalink

    Hallo,
    Ich bin (leider) Kunde bei Strogon, allerdings nicht für Strom, sondern für Gas.
    In der ersten Vertragsperiode lief alles einwandfrei. Und zu meiner Verwunderung habe ich zum Ende meiner ersten Vertragsperiode keinerlei Schreiben von Strogon erhalten. Befürchtet hatte ich eine Preiserhöhung, aber es kam keine.
    „Prima“ dachte ich, denn damit verlängert sich der Vertrag um weiter 12 Monate zu den bisherigen Konditionen.
    Ungefähr fünf Wochen nach der ersten Vertragsperiode erhielt ich meine Jahresabrechnung für die erste Vertragsperiode. So weit, so gut.
    Stutzig machte mich allerdings, dass ich ab April 2018 einen um 60% höheren monatlichen Abschlag zahlen sollte. Zwei meiner Anfragen zu diesem höheren Abschlag wurden nur „ausweichend“ beantwortet: Man hätte meinen aktuellen Tarif überprüft und mache mir jetzt noch einmal ein günstigeres Angebot. Per Einschreiben habe ich dann eine Bestätigung meines bisherigen Tarifs eingefordert und die sofortige Kündigung ausgesprochen, für den Fall, dass sich der Preis erhöht hat.
    Daraufhin hat mir Strogon mitgeteilt, dass mein Arbeitspreis ab der zweiten Vertragsperiode nun 7,00 ct/kWh betragen würde. Das entspricht einer PREISERHÖHUNG um 87% !! Die sofortige Kündigung wurde mir ohne Angabe von Gründen verweigert.
    Ich habe inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Falls Strogon nicht einlenkt, wird das gerichtlich am Ende der zweiten Vertragsperiode geklärt.
    Deshalb: Von Strogon als Gasversorger kann ich nur ABRATEN.
    Immerhin habe ich auch etwas dazugelernt: Ab jetzt werde ich meine Verträge grundsätzlich bereits wenigen Monate nach Vertragsanfang kündigen. Üblicherweise beträgt die Kündigungsfrist 4…8 Wochen (je nach Vertrag und Anbieter). Wenn es bis dahin noch 3…8 Monate sind, dann hat man „alle Zeit der Welt“ und zur Kündigung reicht dann ein einfacher Brief, oder eine Email: Kündigung zum Vertragsende, sowie Aufforderung zur Bestätigung von Kündigung und Kündigungstermin innerhalb von 4 Wochen.
    Erst wenn die Kündigung unbeantwortet bleibt, oder wenn es zeitlich „eng“ wird, sollte man sicherheitshalber die Kündigung per Einschreiben (Einwurf) durchführen.
    Und nur wer die Kündigungsbestätigung erhalten hat, der hält „alle Trümpfe“ in der Hand. Er kann sich 4…6 Wochen vor Vertragsende in aller Ruhe nach einem günstigen Angebot umschauen, entweder beim selben Anbieter, oder bei einem anderen Anbieter. Mit dieser Vorgehensweise lebt sich’s besser, denn als „Bestandskunde“ wird man häufig „gemolken“.

    Antworten
    • 22. April 2018 um 22:53
      Permalink

      Vielen Dank für Ihren ausführlichen Erfahrungsbericht!
      Ich teile Ihre Einschätzung, dass Verträge deutlich vor Vertragsende gekündigt werden sollten, damit man – wie Sie richtigerweise sagen – „alle Trümpfe“ in der Hand hat. Wenn Sie dann noch die unseriösen Strom- bzw. Gasanbieter meiden, werden Sie zukünftig Geld sparen und Ärger vermeiden.
      Ich gehe davon aus, dass Sie eine Rechtsschutzversicherung haben und deshalb einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben. Für alle Verbraucher, die keine Rechtsschutzversicherung haben biete ich meine Unterstützung an, sodass Sie auch ohne Zusatzkosten zu Ihrem Recht kommen. Denn eine 60%ige oder gar 87%ige Preiserhöhung ist nicht zulässig. In vielen vergleichbaren Fällen habe ich Verbrauchern zu Ihrem Recht verholfen.

      Antworten
  • 12. März 2018 um 14:58
    Permalink

    Hallo,
    zunächst möchte ich mich recht herzlich für die sehr guten Informationen auf Ihrer Hompage.
    Mit dem Stromanbieter Strogon habe ich folgende Erfharung gemacht:
    Mein Vertag bei Strogon endete am 26.12.2017, die Abrechnung habe ich am 10.02.2018 (also noch siebeneinhalb Wochen) erhalten. Gemäß Abrechnung habe ich ein Guthaben von über 500,00 €. Das Guthaben wurde Stand 12.03.2018 noch nicht ausgezahlt. Auf eine E-Mail von mir hat Strogen bisher nicht reagiert. Für mich stellt sich die Frage, wie ich hier weiter vorgehen soll. Hat jemand die gleichen Erfahrungen mit Strogon gemacht ?

    Antworten
    • 12. März 2018 um 22:30
      Permalink

      Die Auszahlung muss unverzüglich oder spätestens mit der nächsten Abschlagszahlung verrechnet werden. Da über ein Monat vergangen ist, empfehle ich dem Stromanbieter eine 14-tägige Frist (z.B. 28.03.2018) zusetzen.
      Die Erfahrungen anderer Verbraucher mit nicht ausgezahltem Guthaben (siehe hier) zeigen, dass einige Stromanbieter nicht darauf reagieren. Es bietet sich bei Überschreiten der Frist an, eine Beschwerde auf reclabox zu schreiben. Wenn auch darauf nicht reagiert wird, sollten Sie die Schlichtungsstelle einschalten. Voraussetzung ist, dass der Stromanbieter 4 Wochen nach erstmaliger Beanstandung das Problem nicht lösen konnte. Die Schlichtungsstelle ist für Sie kostenlos.

      Auch wenn es ein wenig Zeit dauert, wenn Sie am Ball bleiben und diese Schritte durchführen, werden Sie Ihr Guthaben auch bei unseriösen Stromanbietern früher oder später bekommen.

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