Strogon Beschwerden im Internet

(Stand: 11.08.2018) Über den Stromanbieter Strogon ist nur wenig bekannt. Es handelt sich um einen kleinen Stromanbieter aus Bonn, der seit 2014 seine Kunden mit Strom beliefert. Die wirtschaftliche Situation des Unternehmens lässt sich nicht abschätzen, weil im Bundesanzeiger keine Jahresabschlüsse veröffentlicht wurden.

Im Forum des Bundes der Energieverbraucher wurde der Stromanbieter Strogon hinsichtlich einer monatlichen Vorkasse und aufgrund überhöhter und versteckter Preiserhöhungen kritisiert. Auf den Vergleichsportalen von Verivox und Check24 wurden häufiger fehlgeschlagene Anbieterwechsel bemängelt. Auf de.reclabox.com wurden einige Beschwerden veröffentlicht, die das Unternehmen auf dieser Plattform nicht beantwortet oder gelöst hat.

Kundenunfreundliche AGBs

Die AGBs von Strogon sehen zahlreiche kundenunfreundliche Regelungen vor, bei denen der Neukundenbonus eingeschränkt wird oder Zusatzkosten drohen (z.B. Umzugspauschalen i.H.v. 45€).

(Stand März 2018)

Kunden mit Mehrtarifzählern und Photovoltaikanlagen werden laut Vertrag nicht beliefert. Wenn Verbraucher dennoch über einen Mehrtarifzähler oder einer Photovoltaikanlage verfügt, kann dies zu einer Verweigerung des Neukundenbonus führen. Bei den Energieversorgern immergrün (365 AG) und Fuxx Sparenergie (Grüner Funke) wurden aufgrund dieser Einschränkungen bereits Boni unzulässiger Weise verweigert.

Überraschend und unzulässig dürfte die Beschränkung des Bonus auf rein private Nutzung sein. Wenn ein Verbraucher den Strom nicht rein privat nutzt, dann kann das Unternehmen den Neukundenbonus verweigern. (7) Wenn Verbraucher z.B. einen Online-Handel nebengewerblich führen, dann nutzt dieser den Strom oder das Gas nicht ausschließlich privat.

Darüber hinaus wird der Bonus ausgeschlossen, wenn Kunden in den letzten 6 Monaten ihren Vertrag mit Strogon widersprochen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass auch Haushaltsangehörige Neukunden sein müssen, obwohl mit diesen gar kein Vertrag geschlossen wird.

Mit Überraschungen müssen Kunden von Strogon auch dann rechnen, wenn sie umziehen. Auch wenn der Vertrag fortgesetzt wird, dürfte der Bonus verweigert werden, denn Strogon schreibt in seinen AGBs, dass der Bonus nur dann gewährt wird, „wenn wir Sie zwölf Monate ununterbrochen und berechtigt an der gleichen Abnahmestelle beliefern durften.“ Bei einem Umzug wechselt der Kunde die Abnahmestelle und der Energielieferungsvertrag wird an der neuen Abnahmestelle fortgesetzt.

Zuletzt sehen die AGBs der immergrün vor, dass unter gewissen Umständen das Unternehmen im Falle eines Pakettarifs das gesamte Paket bei vorzeitiger Kündigung abrechnen darf (7.3).

Wenn Sie Kunde von Strogon sind und Ihnen der Bonus verweigert oder Ihnen Zusatzkosten in Rechnung gestellt wurde, dann können Sie sich mit den Informationen auf dieser Internetseite dagegen wehren.

 

Meine Empfehlung zu Strogon

Ich persönliche tue mich schwer mit kleinen und jungen Stromdiscountern. Zum einen habe ich Bedenken vor weiteren Firmenpleiten (TelDaFax, Flexstrom und CareEnergy). Leider ist es nicht möglich, die wirtschaftliche Stabilität von Strogon zu bewerten. Zum anderen tendieren einige Stromanbieter zu verbraucherunfreundlichen Praktiken (z.B. versteckte Preiserhöhungen, Neukundenbonus verweigert, Guthaben nicht ausgezahlt etc.). Es gibt inzwischen deutliche Anzeichen, dass Strogon sich diesen Praktiken auch bedient. In der Zeitschrift Stern wurde über versteckte und überzogene Preiserhöhungen berichtet. Mir wurde die Verweigerung des Neukundenbonus aufgrund eines Kleingewerbes als Ebay-Händler zugetragen. Allem Anschein nach sucht das Unternehmen die Lieferadresse nach eingetragenen Unternehmen ab, um den Neukundenbonus verweigern zu können. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie sich gegen verbraucherunfreundliche Praktiken wehren können.

Insgesamt kann ich Ihnen Strogon nicht empfehlen. Anstelle von Strogon empfehle ich Ihnen einen seriösen und größeren Stromanbieter zu wählen. Hierzu habe ich Ihnen eine Liste mit seriösen und unseriösen Stromanbietern zusammengestellt. Diese basiert auf einer aktuellen Beschwerdestatistik, einer ausführliche AGB-Analyse und vier Stromanbieter-Tests zu Service-Qualität.

Strogon - seriöse Stromanbieter

Strogon kündigen

Leider verweigern einige Stromdiscounter die Kündigung, wodurch Verbraucher unfreiwillig länger beim Stromanbieter blieben als gewollt. Wie Sie eine unfreiwillige Vertragsverlängerung ausschließen können, erfahren Sie hier.

In diesem Text hat der Autor seine Meinung wiedergegeben. Hierzu hat er sorgfältig recherchiert. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com. Trotz dieser Sorgfalt sind Fehler oder Ungenauigkeiten nicht auszuschließen und dieser Text stellt keine (Rechts-)Beratung dar.

Empfehlungen, wenn Sie bereits Strogon-Kunde sind

Wenn die Widerrufsfrist von zwei Wochen bereits abgelaufen ist, können Sie nicht mehr vom Vertrag zurücktreten. Folgende Punkte sollten Sie beachten, um Zusatzkosten zu vermeiden:

  1. Versteckte Preiserhöhung: Bei einem Teil der Beschwerden kritisieren die Verbraucher, dass überzogene Preiserhöhungen von 30% und mehr versteckt in E-Mails mitgeteilt wurden. Lesen Sie daher alle Dokumente von Strogon besonders sorgfältig durch und beachten Sie auch das Kleingedruckte.
  2. Guthabenauszahlung und fehlerhafte Stromabrechnungen: Anscheinend werden Stromrechnungen verspätet oder gar fehlerhaft erstellt und auch bei der Guthabenauszahlung werden Fristen von Seiten Strogons nicht eingehalten. Überprüfen Sie daher Ihre Stromabrechnungen der letzten drei Jahre auf Fehler.
  3. Verspätete Guthabenauszahlungen zukünftig vermeiden:
    bei der Mitteilung des Zählerstandes per E-Mail sollten Sie das nächste Mal bereits die Konsequenzen androhen, sofern die Stromrechnung nicht innerhalb von 6 Wochen und die Auszahlung nicht innerhalb von 2 Wochen nach Rechnungsstellung erfolgt:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

am xx.xx.20xx betrug mein Zählerstand (Nr. xxx) xxx Kwh.
Stellen Sie bitte sicher, dass mir Ihre korrekt erstellte Schlussrechnung gemäß § 40 (4) EnWG bis spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses zugeht.
Zudem erwarte ich von Ihnen, dass Sie mir das sich aus der Abrechnung resultierende Guthaben inkl. des Neukundenbonus fristgerecht innerhalb von 14 Tagen nach ergangener Schlussrechnung auf mein Ihnen bekanntes Bankkonto überweisen.
Bitte beachten Sie, dass Guthaben aus Energierechnungen unverzüglich zu erstatten sind (s. Urteil des OLG Düsseldorf v. 16. 12.2014, Az: I-20 U 136/14) und ansonsten eine Geldschuld während des Verzugs zu verzinsen ist (s. § 288 (1) BGB).
Sollten Sie meinen berechtigten Forderungen nicht innerhalb der o. a. Fristen nachkommen oder gemäß § 111a EnWG die Gründe für Abweichungen davon nicht darlegen, werde ich wegen Ihres Verzugs (siehe § 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB) umgehend bei der Schlichtungsstelle Energie die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens veranlassen sowie die Marktwächter Energie der Verbraucherzentralen informieren.
Viele Grüße“

Wenn Sie dies schreiben, müsste Sie aus meiner Sicht die 4-wöchige Frist umgangen haben, die der Stromanbieter hat, um die Kundenbeschwerde zu lösen. Der Vorteil ist somit, dass Sie sofort die Schlichtungsstelle einschalten können. Zudem signalisieren Sie dem Stromanbieter, dass Sie ein aufgeklärter Verbraucher sind und Ihre Rechte kennen. Hoffentlich wird dies dazu beitragen, dass der Stromanbieter bei Ihnen keine Verzögerungen zulässt.

14 Gedanken zu „Strogon Erfahrungen: Ein kleiner und kritisierter Stromanbieter

  • 13. September 2018 um 09:50
    Permalink

    Hallo,

    auch ich möchte mich hier mit einreihen, denn auch ich bin Strogon „Opfer“ geworden.
    Wie in einigen Beiträgen weiter oben mehrmals erwähnt wurde, habe ich mich über den gleichbleibenden Preis im 2. Jahr gefreut, denn eine Info über eine Preiserhöhung kam nicht.
    Vor drei Tagen erhalte ich dann die Endabrechnung. Über 800 Eur Nachzahlung, aufgrund zweier Preiserhöhungen.
    Ich habe direkt Widerspruch eingelegt und fristlos gekündigt sowie um einen Nachweis gebeten, aus dem hervorgeht, dass die Info über die Preiserhöhungen an mich versendet wurde. Dieser Nachweis kam in Form zweier PDF- Dateien, die als email an mich versendet wurde. 1. email kam im November 2016! mit der Ankündigung der Erhöhung für Oktober 2017! Betreff: Verbesserter Service- Anpassung Ihrer Preise, dann eine lange Textnachricht und im letzten Abschnitt versteckt die neuen Preise… Die zweite Preiserhöhung, auch als email war im Betreff als „servicestark und zukunftsicher- Vertragsinfo“ gekennzeichnet. Wieder langer Text und ganz unten die neuen preise, die von 22 Cent auf 37 Cent gestiegen sind.

    Beide Preiserhöhungen habe ich per email nicht erhalten! Gelöscht habe ich sie nicht, sie sind auch nicht im Spam gelandet.

    Ich werde, sollte sich bis dahin keine Einigung ergeben, in 4 Wochen die Schlichtungsstelle einschalten.

    Gibt es eventuell einen Tip, was ich noch tun kann? Hätte ich die Preiserhöhungen erhalten, hätte ich sofort gekündigt…

    Antworten
    • 13. September 2018 um 22:59
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      Kontaktieren Sie mich einfach via mrmoeschler(at)gmail.com und fügen Sie das Anschreiben bei. Ich werde Ihnen dann einen Vorschlag für Ihr Antwortschreiben formulieren.

      Antworten
  • 3. August 2018 um 17:20
    Permalink

    Sehr interessant, was ich da so alles leider erst zu spät gelesen habe.
    Auch ich war entsetzt über das Geschäftsgebahren der Firma Strogon.
    Mein Vertrag ist inzwischen ausgelaufen. Mein Problem war der Bonus der mir nach 3 Monaten nach Vertragsbeginn zugesagt wurde.
    Ich musste ihn drei mal anmahnen bis etwas überwiesen wurde. Dann natürlich nicht der vollständige Betrag. —Also wieder mahnen. Ist dann trotzdem noch eingegangen, nachdem sie wahrscheinlich gemerkt haben – der Kunde läßt nicht locker –

    So krass ist mir das seither noch nie passiert, obwohl ich jährlich meine Verträge wechsle.

    Antworten
  • 26. Juni 2018 um 12:39
    Permalink

    „Strogon“ ist m. E. völlig unseriös. Über Verivox zu Strogon wechseln wollen. Mitteilung von Verivox, die Unterlagen wurden durch uns geprüft und an Strogon weitergeleitet. Sie werden von Strogon in den nächsten 4 Tagen die Vertragsunterlagen erhalten. Nach meinem Urlaub, rd. 20 Tage nach diesem Schreiben immer noch keine Nachricht von Strogon. Anruf bei Strogon: Angeblich auf Grund hoher Neubestellungen dauere die Bearbeitungszeit etwas länger als gewöhnlich. Aber ich würde spätestens in 3-4 Tagen die Vertragsunterlagen erhalten. Nach 8 Tagen erneuter Anruf bei Strogon. Jetzt folgende Aussage: Bei dem Wechselprozess hätte es einen internen Systemfehler gegeben. Ich sollte doch bitte noch mal einen Wechsel über Verivox vornehmen. Na klar, mittlerweile hat sich der Preis bei Strogon um rd. 25% erhöht. Da könne man leider nichts machen. Meiner Meinung nach hauen die Angebote raus und wenn sich die Preise an den Gas- oder Strombörsen erhöhen werden die Anträge nicht angenommen. Solche Läden mit diesen Praktiken sind einfach ein Ärgernis.
    Im nachhinein bin ich bin ich aber froh, dass ich mit diesem Laden kein Vertragsverhältnis habe.
    Dieter Schnelle

    Antworten
  • 12. Juni 2018 um 14:25
    Permalink

    Hallo,
    auch ich habe schlechte Erfahrungen mit Strogon gemacht. Im August 2018 gab es in einer sehr langen Email einen Text über Service und Innovationen. Im letzten Absatz versteckt stand dann, dass man die Grundgebühr für Gas von monatlich 7,52 € auf 25 € ab Dezember erhöhen wird. Wenn man nicht aufmerksam liest, übersieht man dieses!! Glücklicherweise gabe es im Oktober noch eine AGB Änderung, so dass ich ein Sonderkündigungsrecht hatte und eine Kündigung eingereicht habe zum 31.12.2018. Nach Erhalt meiner Abschlussrechnung habe ich mich gefragt, wieso ein Monat mit 25 Euro Grundgebühr berechnet wird. Erst durch Recherche in alten EMails bin ich zu der August EMail gelangt. FINGER WEG! Das ist Kundenverarsche!

    Antworten
    • 12. Juni 2018 um 23:01
      Permalink

      Haben Sie sich gegen die versteckte Preiserhöhung gewehrt? Wie hat das Unternehmen reagiert?

      Antworten
  • 24. Mai 2018 um 03:03
    Permalink

    Bin leider auch ein Kunde von strogon und habe folgendes zu berichten leider hatte ich vorigen Monat etwas wenig Geld und konnte meinen Abschlag nicht zahlen 4 Tage später bekam ich eine mahnung die ich Ernst nahm und am 1,5 . 2018 sofort überwiesen haben (94 €) ich dachte mir ok Feiertag Wird 2 Tage später drauf sein .
    Ich rief bei strogon an und am 4.5 war das Geld auf dem kundenkonto . 2 Tage später bekam ich einen Brief von einem inkasso unternehmen und solle jetzt 145 € an strogon zahlen was in meinen Augen leider Gottes nicht rechtens ist
    Was soll ich machen ?

    Antworten
    • 24. Mai 2018 um 06:31
      Permalink

      Auf dieser Seite empfehle ich, dass Verbraucher bei unberechtigten Forderungen und unberechtigten Einschalten von Inkasso-Unternehmen sich hartnäckig wehren sollten.
      Aus Ihrer Schilderung entnehme ich, dass Sie die Frist der ersten Mahnung eingehalten haben. Demnach ist aus meiner Sicht die Einschaltung des Inkassounternehmens unzulässig. Teilen Sie dem Inkasso-Unternehmen und Strogon mit, dass Sie rechtzeitig bezahlt haben und es keinen Grund für die Einschaltung des Inkassounternehmens gibt. Ich hatte einen ähnlichen Fall bei Unity Media. Ich bin hartnäckig geblieben und habe erklärt, dass ich keine Inkassogebühren zahlen werde, weil diese unberechtigt sind. Im zweiten Anlauf hat das Unternehmen nachgegeben. Falls nicht, hätte ich eine Beschwerde auf Reclabox eingestellt. Bei Stromanbietern besteht zudem die Möglichkeit, auch noch die Schlichtungsstelle einzuschalten. Diese ist kostenpflichtig für die Stromanbieter. Daher sollte Strogon keinen Grund haben, das Einschalten der Schlichtungsstelle zu riskieren.
      Viel ERfolg!

      Antworten
  • 16. Mai 2018 um 19:27
    Permalink

    Hallo und guten Abend,
    ich habe einen ähnlichen Fall bezüglich einer Gutschrift über 614 Euro von Strogon.
    Die Frist der Rücküberweisung ist inzwischen verstrichen. Ich habe also jetzt eine
    letzte Frist von 14 Tagen gesetzt. Ich hätte jetzt nur gern mal gewußt, was eine Beschwerde
    auf reclabox ist. Was bedeutet reclabox??

    Vielen Dank und freundliche Grüße
    Donald Scheffler

    Antworten
    • 17. Mai 2018 um 15:31
      Permalink

      Auf der Seite RECLABOX können Sie eine öffentliche Beschwerde schreiben. Die Unternehmen reagieren i.d.R. auf diese Beschwerde, weil sie negative Kundenmeinungen im Internet gerne vermeiden möchten.
      Schauen Sie sich am besten mal diese Beschwerde über Strogon an, damit Sie eine ungefähre Vorstellung bekommen, was zu tun ist.

      Antworten
  • 22. April 2018 um 14:57
    Permalink

    Hallo,
    Ich bin (leider) Kunde bei Strogon, allerdings nicht für Strom, sondern für Gas.
    In der ersten Vertragsperiode lief alles einwandfrei. Und zu meiner Verwunderung habe ich zum Ende meiner ersten Vertragsperiode keinerlei Schreiben von Strogon erhalten. Befürchtet hatte ich eine Preiserhöhung, aber es kam keine.
    „Prima“ dachte ich, denn damit verlängert sich der Vertrag um weiter 12 Monate zu den bisherigen Konditionen.
    Ungefähr fünf Wochen nach der ersten Vertragsperiode erhielt ich meine Jahresabrechnung für die erste Vertragsperiode. So weit, so gut.
    Stutzig machte mich allerdings, dass ich ab April 2018 einen um 60% höheren monatlichen Abschlag zahlen sollte. Zwei meiner Anfragen zu diesem höheren Abschlag wurden nur „ausweichend“ beantwortet: Man hätte meinen aktuellen Tarif überprüft und mache mir jetzt noch einmal ein günstigeres Angebot. Per Einschreiben habe ich dann eine Bestätigung meines bisherigen Tarifs eingefordert und die sofortige Kündigung ausgesprochen, für den Fall, dass sich der Preis erhöht hat.
    Daraufhin hat mir Strogon mitgeteilt, dass mein Arbeitspreis ab der zweiten Vertragsperiode nun 7,00 ct/kWh betragen würde. Das entspricht einer PREISERHÖHUNG um 87% !! Die sofortige Kündigung wurde mir ohne Angabe von Gründen verweigert.
    Ich habe inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Falls Strogon nicht einlenkt, wird das gerichtlich am Ende der zweiten Vertragsperiode geklärt.
    Deshalb: Von Strogon als Gasversorger kann ich nur ABRATEN.
    Immerhin habe ich auch etwas dazugelernt: Ab jetzt werde ich meine Verträge grundsätzlich bereits wenigen Monate nach Vertragsanfang kündigen. Üblicherweise beträgt die Kündigungsfrist 4…8 Wochen (je nach Vertrag und Anbieter). Wenn es bis dahin noch 3…8 Monate sind, dann hat man „alle Zeit der Welt“ und zur Kündigung reicht dann ein einfacher Brief, oder eine Email: Kündigung zum Vertragsende, sowie Aufforderung zur Bestätigung von Kündigung und Kündigungstermin innerhalb von 4 Wochen.
    Erst wenn die Kündigung unbeantwortet bleibt, oder wenn es zeitlich „eng“ wird, sollte man sicherheitshalber die Kündigung per Einschreiben (Einwurf) durchführen.
    Und nur wer die Kündigungsbestätigung erhalten hat, der hält „alle Trümpfe“ in der Hand. Er kann sich 4…6 Wochen vor Vertragsende in aller Ruhe nach einem günstigen Angebot umschauen, entweder beim selben Anbieter, oder bei einem anderen Anbieter. Mit dieser Vorgehensweise lebt sich’s besser, denn als „Bestandskunde“ wird man häufig „gemolken“.

    Antworten
    • 22. April 2018 um 22:53
      Permalink

      Vielen Dank für Ihren ausführlichen Erfahrungsbericht!
      Ich teile Ihre Einschätzung, dass Verträge deutlich vor Vertragsende gekündigt werden sollten, damit man – wie Sie richtigerweise sagen – „alle Trümpfe“ in der Hand hat. Wenn Sie dann noch die unseriösen Strom- bzw. Gasanbieter meiden, werden Sie zukünftig Geld sparen und Ärger vermeiden.
      Ich gehe davon aus, dass Sie eine Rechtsschutzversicherung haben und deshalb einen Rechtsanwalt eingeschaltet haben. Für alle Verbraucher, die keine Rechtsschutzversicherung haben biete ich meine Unterstützung an, sodass Sie auch ohne Zusatzkosten zu Ihrem Recht kommen. Denn eine 60%ige oder gar 87%ige Preiserhöhung ist nicht zulässig. In vielen vergleichbaren Fällen habe ich Verbrauchern zu Ihrem Recht verholfen.

      Antworten
  • 12. März 2018 um 14:58
    Permalink

    Hallo,
    zunächst möchte ich mich recht herzlich für die sehr guten Informationen auf Ihrer Hompage.
    Mit dem Stromanbieter Strogon habe ich folgende Erfharung gemacht:
    Mein Vertag bei Strogon endete am 26.12.2017, die Abrechnung habe ich am 10.02.2018 (also noch siebeneinhalb Wochen) erhalten. Gemäß Abrechnung habe ich ein Guthaben von über 500,00 €. Das Guthaben wurde Stand 12.03.2018 noch nicht ausgezahlt. Auf eine E-Mail von mir hat Strogen bisher nicht reagiert. Für mich stellt sich die Frage, wie ich hier weiter vorgehen soll. Hat jemand die gleichen Erfahrungen mit Strogon gemacht ?

    Antworten
    • 12. März 2018 um 22:30
      Permalink

      Die Auszahlung muss unverzüglich oder spätestens mit der nächsten Abschlagszahlung verrechnet werden. Da über ein Monat vergangen ist, empfehle ich dem Stromanbieter eine 14-tägige Frist (z.B. 28.03.2018) zusetzen.
      Die Erfahrungen anderer Verbraucher mit nicht ausgezahltem Guthaben (siehe hier) zeigen, dass einige Stromanbieter nicht darauf reagieren. Es bietet sich bei Überschreiten der Frist an, eine Beschwerde auf reclabox zu schreiben. Wenn auch darauf nicht reagiert wird, sollten Sie die Schlichtungsstelle einschalten. Voraussetzung ist, dass der Stromanbieter 4 Wochen nach erstmaliger Beanstandung das Problem nicht lösen konnte. Die Schlichtungsstelle ist für Sie kostenlos.

      Auch wenn es ein wenig Zeit dauert, wenn Sie am Ball bleiben und diese Schritte durchführen, werden Sie Ihr Guthaben auch bei unseriösen Stromanbietern früher oder später bekommen.

      Antworten

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