Beim Umzug sollten Sie 3 Punkte berücksichtigen, andernfalls können zusätzliche Kosten auf Sie zukommen.

  • In der Regel haben Sie kein Sonderkündigungsrecht, wenn Sie nicht mehr in der Grundversorgung beliefert werden.
  • Sie müssen Ihrem Stromanbieter mindestens 4 Wochen vorab Bescheid geben.
  • Insbesondere bei den Stromanbietern Fuxx Die Sparenergie (Grüner Funke) und bei der 365 AG (immergrün) haben sich Verbraucher über zusätzliche Kosten beschwert.

Sonderkündigungsrecht Strom Umzug

Ein Sonderkündigungsrecht für Ihren Strom-Vertrag bei Umzug haben Sie nur, wenn Sie noch im Rahmen der Grundversorgung beliefert werden. In diesem Fall haben Sie grundsätzlich ein Kündigungsrecht von zwei Wochen, das auch im Falle eines Umzugs wirksam ist.

Wenn Sie jedoch zu einem anderen Stromanbieter gewechselt sind, haben Sie grundsätzlich kein Sonderkündigungsrecht bei Umzug. Ein Sonderkündigungsrecht steht Ihnen zu, wenn eines der drei folgenden Kriterien erfüllt ist:

  • Stromanbieter gewährt freiwillig ein Sonderkündigungsrecht: Der Stromanbieter kann selbst wählen, ob er dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zugesteht. Dies ist in den allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geregelt. In vielen Fällen haben die Versorger Ihren Kunden ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug in den AGBs eingeräumt. Um dies herauszufinden, müssen Sie sich die AGBs, die Ihnen zu Vertragsbeginn vorlagen, anschauen.
  • Umzug führt zu Preiserhöhung: Wenn der Verbraucher nach dem Umzug höhere Preise bezahlen muss, weil z.B. der Versorger für unterschiedliche Regionen unterschiedliche Preise berechnet, liegt de facto eine Preiserhöhung vor. Für eine Preiserhöhung steht dem Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht zu.
  • Stromanbieter kann Sie nicht versorgen: Sie haben ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht bei Umzug, wenn der bestehende Stromanbieter Sie nicht in der neuen Wohnung mit Strom beliefern kann. 

Wenn Ihnen ein Sonderkündigungsrecht vorliegt, dürfen Sie Ihrem Stromanbieter wechseln. Was Sie dabei beachten sollten und wie Sie einen seriösen Stromanbieter finden, erfahren Sie hier.

Ihre Informationspflicht gegenüber dem Stromanbieter

In den meisten AGBs ist regelt, dass Sie mindestens vier Wochen vor dem Umzug den Stromanbieter darüber informieren. Der Grund liegt darin, dass die meisten Stromanbieter Sie gerne als Kunden behalten möchten. Sie sind verpflichtet Ihre neue Zählernummer, den voraussichtlichen Aus- und Einzugstermin sowie die neue Anschrift mitzuteilen. Nach Leitbild des §20GVV ist eine zweiwöchige Meldungsfrist vorgesehen. Aus diesem Grund ist die häufig geforderte vierwöchige Frist insbesondere dann kritisch zu sehen, wenn Nichterfüllungsschäden oder Vertragsbeendigungen mit einer Verletzung der Informationspflicht begründet werden.

Vorsicht Fallen

Seit 2016 beschweren sich Verbraucher über Nichterfüllungsschäden, die einige Stromanbieter (z.B. FUXX Die Sparenergie, Grüner Funke, 365 AG und immergrün) nachträglich einfordern. In diesen Fällen nehmen einige Stromanbieter die Kündigung des Stromvertrags an. Nach der erfolgreichen Kündigung fordert der Stromanbieter eine Kompensation dafür, dass der Vertrag vorzeitig aufgelöst wurde. Betroffene Verbraucher sollten sich dagegen wehren. Wie Sie dies am besten tun, habe ich hier beschrieben. Dieser Nichterfüllungsschaden wird auch gefordert, wenn der Verbraucher seinen Informationspflichten nicht rechtzeitig oder nur unvollständig nachkommt.

Wenn der Verbraucher seinen Informationspflichten nicht vollständig nachkommt, räumen sich einige Stromdiscounter das Recht ein, den Vertrag zu beenden. Dadurch kann der Verbraucher seinen Neukundenbonus verlieren.

Im Oktober 2017 habe ich erstmalig in den AGBs der 365 AG (immergrün) nachgelesen, dass eine Umzugspauschale i.H.v. 60€ berechnet wird. Die Fuxx Sparnergie hat nun nachgezogen und fordert eine Umzugspauschale i.H.v. 45€ und die Wunderwerk AG, die seit Februar 2018 tätig ist, sieht ein Pausachle von 60€ vor. „Dem Kunden bleibt hierbei jedoch der Nachweis gestattet, dem Energieversorger sei ein Aufwand überhaupt nicht entstanden oder wesentlich geringer als die angesetzte Pauschale.“ (AGB immergrün, Stand: Februar 2018). Dieser Satz ist auch nach mehrmaligen Lesen nicht klar verständlich. Anscheinend steht es dem Kunden zu nachzuweisen, dass der 365 AG geringere Kosten angefallen sind. Wie dies möglich sein soll, kann ich mir nicht vorstellen. Hier erwarte ich in Zukunft einige Konflikte zwischen Verbrauchern und dem Unternehmen. Bei keinem anderen Stromanbieter habe ich von solchen Umzugspauschalen gelesen oder gehört. Ich gehe schwer davon aus, dass diese Umzugspauschale unzulässig ist und noch in absehbarer Zeit von deutschen Gerichten kassiert wird. Es ist davon auszugehen, dass bei einem Ummelden keine hohen Kosten für die Stromanbieter anfallen. Schließlich sieht §20 GGV III vor, dass bei einem Lieferantenwechsel auch keine Kosten in Rechnung gestellt werden dürfen. Vor diesem Hintergrund dürfte diese AGB für Verbraucher überraschend und daher unzulässig sein.

Probleme wie diese sind vermeidbar, wenn Sie zu einen seriösen Stromanbieter wechseln. Wie Sie diese finden und worauf Sie bei Ihrer Suche achten sollten, erfahren Sie hier:

 

Haftungsausschluss: Trotz aller Sorgfalt kann dieser Text und Inhalte auf der Internetseite Fehler enthalten. Es handelt sich ferner nicht um eine Beratungsleistung, sondern um die Meinung des Autors. Jeder Verbraucher sollte seinen spezifischen Sachverhalt selbstkritisch prüfen. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com.

Umzug: Vorsicht Falle!
Markiert in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

seriöse Stromanbieter finden