eon Preiserhöhung Strom zum 1.3.2023 – das ist zu tun

eon verdoppelt den Strom ab dem 1.3.2023

eon erhöht die Strompreise zum 1.3.2023 von ca. 22 auf ca. 41 Cent/kWh. Die Preiserhöhung wurde transparent kommuniziert. Daher halte ich diese für schwer anfechtbar. Betroffene Kunden können jedoch sparen, wenn sie zu einen günstigeren Anbieter wechseln.

Autor: Matthias Moeschler; aktualisiert: 13.01.2023

eon begründet die Preiserhöhung mit stark gestiegenen Beschaffungskosten. Im vorliegenden Beispiel stiegen die Beschaffungs- und Vertriebskosten von 6,78 auf 24,96 Cent/kWh an (+268 %). So wie auch andere Anbieter erhöht das Unternehmen die Strompreise deutlich.

Ist die Preiserhöhung von eon unzulässig? Das hier aufgeführte Beispiel enthält keine formalen Fehler. Details hierzu finden Sie unten auf der Seite.

Wechseln Sie zu einen günstigeren Anbieter

eon kündigen und Geld sparen

Ich empfehle einen Preisvergleich durchzuführen und zu einen meinen empfohlenen Anbietern zu wechseln.

Sind Sie unsicher bei der Wahl des Anbieters? Dann stellen Sie mir gerne eine unverbindliche Tarif-Anfrage.

eon sonderkündigen

Bei einer Preiserhöhung sollten Sie als erstes prüfen, ob es günstigere Anbieter gibt. Stellen Sie mir hierzu gerne eine unverbindliche und kostenlose Tarifanfrage. Diese beantworte ich Ihnen sehr zeitnah.

Nachdem Sie eine günstigere Alternative von einem seriösen Anbieter gefunden haben, sollten Sie wechseln. Wenn Sie in der Grundversorgung sind, können Sie den neuen Anbieter beauftragen, den Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu wechseln.

Bei Sonderverträgen müssen Sie selber sonderkündigen. Das Sonderkündigungsrecht gilt bis zum Wirksamwerden der Preiserhöhung (bei einer Preiserhöhung ab 01.03.2023 muss die Kündigung bis zum 28.02. übermittelt sein). Es ist wichtig, dass Sie selber kündigen. Sie dürfen Ihren neuen Anbieter damit nicht beauftragen.

Um zu kündigen, schreiben Sie bitte diese E-Mail an eon: [email protected] oder nutzen Sie das Kundenportal von eon.

Betreff: Sonderkündigung aufgrund Ihrer Preiserhöhung (§41 (5) EnWG)
Kunden-Nr.:
Vertrags-Nr.:
Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund Ihrer Preiserhöhung ab 01.03.2023 kündige ich fristgerecht einen Tag vor Wirksamwerden der Preiserhöhung meinen Strom-Liefervertrag bei Ihrem Unternehmen.
Bitte bestätigen Sie mir die Sonderkündigung und das Kündigungsdatum schriftlich innerhalb von 14 Tagen.
Viele Grüße,

eins energie in Sachsen kündigen Preiserhöhung

Um rechtssicher zu kündigen, empfehle ich Ihnen zusätzlich per Einschreiben/ Einwurf (Brief) oder Fax (08 71-95 38 62 20) zu kündigen. Verwenden Sie hierzu diese PDF-Vorlage. Weiterführende Hinweise zur Kündigung finden Sie hier.
Anschrift:  E.ON Energie Deutschland GmbH – Arnulfstraße 203 – 80634 München

Anhand dieser Kriterien prüfen Sie, ob die Eon-Preiserhöhung (un)zulässig ist.

rechtzeitig angekündigt

Eon muss Ihnen die Preiserhöhung mindestens 4 Wochen vorab mitgeteilt haben. In der Grundversorgung muss eon die Preiserhöhungen mindestens 6 Wochen vorab mitteilen.

Bei Sonderverträgen (also Verträge außerhalb der Grundversorgung) reicht es nicht, wenn die Preiserhöhung lediglich ins Kundenportal eingestellt wird. Die Preiserhöhung muss daher per E-Mail oder per Brief mitgeteilt werden.

Preisgarantie ist eingehalten

Bei Sonderverträgen schließen Sie in der Regel einen Vertrag mit Preisgarantie. Wenn diese z.B. 12 Monate beträgt, dann darf eon die Preiserhöhung nicht vor Ablauf der Preisgarantie anheben. Hat Eon Ihnen keine volle Preisgarantie gewährt, sondern eine eingeschränkte Preisgarantie oder eine Energiepreisgarantie? In diesen Fällen darf eon die Preise um die nicht abgesicherten Preisbestandteile erhöhen. Bei einer Energiepreisgarantie darf der Anbieter innerhalb der Preisgarantie z.B. Kostensteigerungen bei Umlagen erhöhen, nicht jedoch Kostensteigerungen für die Energiebeschaffung.

transparent mitgeteilt

Preiserhöhungen müssen transparent mitgeteilt werden. Denn wenn der Anbieter die Preise versteckt mitteilt, dann besteht die Gefahr, dass der Kunde die Preiserhöhung nicht erkennt und dadurch sein Sonderkündigungsrecht nicht wahrnimmt.

Aus dem EnWG und aus zahlreichen Gerichtsurteilen ergeben sich Kriterien, die erfüllt sein müssen. Beispielsweise muss die Preiserhöhung im Betreff klar erkenntlich sein. Der Titel „Wichtige Informationen zu Ihrem Vertrag“ wird als nicht ausreichend gewertet. Zudem müssen die alten und neuen Preise transparent gegenübergestellt werden, damit der Kunde das Ausmaß der Preiserhöhung erkennt. Im oben aufgeführten Beispiel hat eon dies korrekt umgesetzt.

Kostenerhöhung ist begründet

Der Anbieter darf nur Kostensteigerungen weitergeben. Die Preiserhöhung muss somit auf einer Kalkulationsgrundlage beruhen, die gewissen Anforderungen genügen muss. Maßgeblich sind hier die Entscheidung des Oberlandesgericht Köln vom 26.06.2020, 6 U 304/19 und vom Bundesgerichtshof 06.06.2018, VII ZR 247/17.

„Zur Transparenz gehört auch, dass der Kunde weiß, auf der Erhöhung welches Bestandteils des Entgelts die Preiserhöhung beruht. Der Preis für Strom und Gas setzt sich aus zahlreichen Elementen zusammen, so etwa auch aus Steuern, Abgaben und weiteren hoheitlichen Bestandteilen, die sich ändern können. Insoweit ist es für die Entscheidung des Kunden von erheblicher Bedeutung, ob einer der vorgenannten Bestandteile erhöht wurde oder der Preis aus anderen Gründen steigt.“ (6 U 304/19).

Im 3. Bild hat eon so eine Kalkulationsgrundlage aufgeführt und damit das Kriterium erfüllt.

Weitere Anforderungen

Es gibt weitere Anforderungen an eine Preiserhöhung.

Bei den zuvor aufgeführten Prüfkriterien liegen die meisten Verstöße vor. Nur in sehr wenigen Fällen dürfte das Recht auf Sonderkündigung nicht (transparent) mitgeteilt worden sein, eine belastbare Preisanpassungsklausel in den AGBs fehlen etc.

Eon Preiserhöhung – trotz Preisgarantie?

Wenn Sie z.B. zum 1.1.2019 einen Vertrag mit 12-monatiger Preisgarantie abgeschlossen haben, dann läuft die Preisgarantie zum Ende 2019 aus. Auch wenn der Eon-Vertrag sich verlängert, so verlängert sich die Preisgarantie nicht. Das bedeutet: Eon kann ab dem 1.1.2020 jederzeit die Preise erhöhen. Das Unternehmen verstößt damit nicht gegen seine ursprüngliche Preisgarantie.

Nur wenn eine erneute Preisgarantie explizit ausgesprochen wird (z.B. im Rahmen eines Verlängerungsangebots), dann muss sich Eon daran halten. Diese erneuten Preisgarantien sind aber eher selten.

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3 Kommentare

  1. Ist es juristisch ohne weiteres möglich, dass ein Stromanbieter die Kosten für die Beschaffung und den Vertrieb zu einem einzigen Posten zusammenfasst, was ja die Beschaffungskosten für den Kunden intransparent macht? Und kann er aufgrund geeigneter Gesetzeslücken tatsächlich einfach Preisprognosen in die Kalkulation einfließen lassen, ohne zwischen de facto eingetretenen und bloß erwarteten Preisänderungen zu differenzieren? Letzteres macht es dem Kunden ja unmöglich festzustellen, ob bis zum Zeitpunkt der Preisanpassung die Kosten des Anbieters gestiegen sind oder nicht.

  2. Hallo,
    was passiert wenn der Vertrag (Besteht seit 2019) mit 12 monatiger Preisgarantie immer wieder verlängert wurde. Letzte Abrechnung im November 2022 und weitere Vertragslaufzeit bis Nov. 2023 mit einem angegebenen Preis von 21,76 ct. Habe nun auch die Erhöhung am 1.3.23 erhalten und bin der Meinung dass Eon sich an die Preisbindung aus dem letzten Anschreiben mit Verlängerung halten muss.
    VG