Kündigung des Lastschriftmandats – Umstellung auf Überweisung

Auf Foren und auf de.reclabox.com wird berichtet, dass einige Stromanbieter (z.B. Fuxx Sparenergie (Grüner Funke) und 365 AG (immergrün, Meisterstrom)) das Lastschriftmandat kündigen, nachdem der Kunde den Vertrag beenden möchte. Dadurch ist der Kunde gezwungen, die fälligen Abschläge selber zu überweisen. Häufig bekommen die Kunden diese Änderung nicht mit und geraten in Zahlungsrückstand. Es besteht die Gefahr von Mahnungen und dass der Neukundenbonus aufgrund von Vertragsverletzungen verweigert wird.

So wehren Sie gegen die Kündigung des Lastschriftmandats

Die 365 AG (Vertriebsmarken immergrün und Meisterstrom) hat in der Vergangenheit bei einigen Verbrauchern das Lastschriftmandat gekündigt, sobald diese das Vertragsverhältnis beenden wollten. Die 365 AG hatte sich diese Möglichkeit in Ihren AGBs vorbehalten: „Wird der Vertrag durch den Kunden oder aus vom Kunden zu vertretenden Gründen vor Ablauf der ordentlichen Vertragslaufzeit gekündigt, ist der Energieversorger berechtigt, ab sofort von einer vom Kunden erteilten Einzugsermächtigung keinen Gebrauch mehr zu machen (Ziffer 10 Abs. 2 AGB).“

Das LG Köln (AZ: 26 O 505/15) urteilte, dass diese AGB nicht zulässig ist, weil die Verbraucher unangemessen benachteiligt werden:

„Die Klausel Ziffer 10 Abs. 2 AGB … verstößt jedenfalls gegen § 307 Abs. 1 BGB, da sie übermäßig belastend und treuwidrig ist. Mit der Argumentation des Klägers hält es die Kammer bereits für bedenklich, dass die Möglichkeit besteht, dass ein Kunde, der auf die wirksame Vereinbarung eines SEPA-Mandates vertraut und eine Überweisung ablehnt, wegen Vertragsverstoßes gemäß § 9 Abs. 1 der AGB seinen Bonusanspruch verliert. Entscheidend für die Annahme einer unangemessenen Benachteiligung ist aber, dass die Beklagte für jede Überweisung durch den Kunden einen Betrag von 2,00 € berechnet, was auch einen Verstoß gegen § 312a Abs. 4 Nr. 1 BGB und damit gegen § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB bedeutet.“

Wenn ein Stromanbieter Ihnen das Lastschriftmandat kündigt, dann können Sie mit Hilfe dieses Gerichtsurteils begründen, dass Sie unangemessen benachteiligt wurden. Mit dieser Argumentation können Sie dann auch Folgekosten (z.B. Mahnkosten oder verweigerte Boni) widersprechen. Dem Abwehren von Inkassomahnungen habe ich einen eigenen Beitrag gewidmet.

Mit einem seriösen Stromanbieter wäre Ihnen das nicht passiert!

Probleme mit Stromanbietern wie diese zeigen, wie wichtig es ist, seriöse Stromanbieter auszuwählen. Achten Sie bei Ihrer Wahl u.a. darauf, ob Ihr Stromanbieter in der Vergangenheit negativ aufgefallen ist und ob sich Verbraucher bereits über diesen Anbieter beschwert haben. Ich helfe Ihnen hierbei:

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nicht um eine Rechtsberatung handelt. Stattdessen werden Fakten und die Meinung des Autors wiedergegeben. Je nach Sachverhalt bietet es sich an, einen Rechtsanwalt zu engagieren. Trotz größter Sorgfalt, kann ich Unvollständigkeiten oder inhaltliche Fehlinterpretationen nicht ausschließen.  Jeder Verbraucher sollte seinen spezifischen Sachverhalt selbstkritisch prüfen. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com. Es wurde nicht überprüft, ob die Beschwerden berechtigt sind.

Umstellung von Lastschriftmandat auf Überweisung nach Kündigung

4 Gedanken zu „Umstellung von Lastschriftmandat auf Überweisung nach Kündigung

  • 6. April 2018 um 09:35
    Permalink

    Mein Stromlieferant BEV lässt im Rahmen eines SEPA-Lastschriftmandats über eine Bank aus England abbuchen.
    Wegen überhöhter, unbilliger Abbuchungen habe ich aktuell das Mandat gekündigt und überweise demnächst die korrekten, billigen mtl. Zahlungen per Überweisung (Dauerauftrag).
    Damit die Zahlungen rechtzeitig zum 01. jeden Monats eingehen, erfolgt die fällige mtl. Zahlung bereits am 24. des Vormonats.

    Meine Frage:
    Habe ich evtl. Probleme mit Rückbuchungen bei einer englischen Bank, sofern trotz Verbots unzulässige Abbuchungen getätigt werden?

    Antworten
  • 14. Februar 2018 um 20:05
    Permalink

    Hallo,
    Auch ich könnte einen „Prumastromhorrorroman“ schreiben. Nun denn, so ein Unternehmen ist mehr als inkompetent und unseriös, kundenfeindlich sowie absolut nervenaufreibend.

    Ich habe eine Frage:
    Da Primastrom widerrechtlich sowie nicht nachvollziehbar hohe Monatsabachlaege von meinem Konto abholen, habe ich das Lastschriftverfahren gekündigt und einen Dauerauftrag zum jeden 1. Des Monats eingerichtet. Ist es rechtens, wenn mir Primastrom dennoch Mahngebuehren berechnet, wenn der Betrag erst 1-2 Tage später auf deren Konto ist?
    Was kann ich als Verbraucher dafür, dass die Banken mit unserem Geld spekulieren und es zeitversetzt weiterleiten?
    Ist das Mahnverfahren rechtens? Ich müsste 5 € Mahngebuehren bezahlen, obwohl der Betrag am 2.2. Von meinem Konto abgebucht wurde.
    Dreist wurde es, als mir wegen dieser 5€ mit einem Rechtsanwalt u Inkassobüro gedroht wurde.
    Danke für ihre kurze Information!
    Hanny Barth
    Cheyenne1000@googlemail.com

    Antworten
    • 15. Februar 2018 um 13:14
      Permalink

      Ich bin kein Jurist, aber ich meine, dass bei Dauerschuldverhältnissen (Strom-, Telefonie-, Mietverträge) es keiner Mahnung bedarf und bei Verzug Mahnkosten berechnet werden dürfen. Seriöse Stromanbieter würden natürlich bei einem Verzug freundlich erinnern und keine Kosten in Rechnung stellen.
      Anders als im Text haben Sie die Dauerüberweisung gekündigt. Daher ist der Sachverhalt anders gelagert. Es dürfte – leider – auch keinen Unterschied machen, dass zu hohe Abschlagszahlungen der Anlass hierfür waren.

      Daher kann ich nur vor unseriösen Stromanbietern warnen: unseriöse Stromanbieter nutzen die Unwissenheit der Verbraucher sowie das deutsche Recht aus.

      Antworten
  • 10. Dezember 2017 um 14:50
    Permalink

    Gerade Discounter rechnen mit spitzem Stift:

    Eine Abbuchung ist für den Anbieter technisch einfacher, somit billiger: Er gibt eine lange Liste mit Abbuchungen an seine Bank und bekommt eine kurze Liste mit fehlgegangenen Buchungen zurück. Der Anbieter muß also nur diese relativ wenigen Fälle bearbeiten.

    Überweisungen sind aufwendiger, hier muß der Anbieter alle entsprechenden Kunden prüfen.

    (Vorteil Lastschrift aus Sicht des Anbieters.)

    Dafür kann ein Kunde unproblematisch eine Abbuchung binnen 8 Wochen zurückrufen, eine Überweisung nicht.

    (Vorteil Überweisung aus Sicht des Anbieters.)

    Deswegen stellen manche Anbieter Kunden nach deren Kündigung von Lastschrift auf Überweisung um: Diese Kunden können dann den restlichen Zahlungen nicht mehr widersprechen (überwiesen ist überwiesen). Wer als Kunde nicht so schlau ist, einen Dauerauftrag zum passenden Termin einzureichen (Wochendende berücksichtigen!) eröffnet dem Anbieter weitere Optionen wie Mahnungen (an denen der Anbieter verdient, wenn der Kunde zahlt) und Verweigerung des Neukundenbonus, wenn der zu knapp terminierte Dauerauftrag am Wochenende, dem 31. nicht ausgeführt wird, sondern erst am darauffolgenden Montag.

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