In den allermeisten Fällen klappt die Versorgung durch den Stromanbieter problemlos. Gegenüber einigen Stromanbietern beschweren sich die Verbraucher jedoch auffällig häufig. Viele Verbraucher haben den Eindruck, dass der Stromanbieter sich auf Ihre Kosten bereichert.* Bei Beschwerden dieser Art möchte ich Ihnen zu Ihrem Recht verhelfen!

1. Guthaben nicht ausgezahlt / Stromrechnung wird nicht erstellt

  • Einige Stromanbieter scheinen ihren Kunden ihr Guthaben später als zulässig auszuzahlen. Auf Kosten der Kunden können Unternehmen sich so günstiger finanzieren. Sehr häufig wird der Sofortbonus und die Guthaben aus der Stromrechnung verspätet ausgezahlt.
  • Nach spätestens sechs Wochen muss der Stromanbieter die Stromrechnung erstellen. Im Falle eines Guthabens muss dieses umgehend, spätestens jedoch mit der nächsten Abschlagszahlung erstattet werden. Der Sofortbonus muss wie vereinbart ausgezahlt werden. Dies ist häufig nach 60 oder 90 Tagen der Fall.
  • Setzen Sie Ihrem Stromanbieter frühzeitig eine Frist.

2. (Versteckte) Preiserhöhung

  • Preiserhöhungen müssen transparent mitgeteilt werden. Preiserhöhungen, die versteckt in langen Texten oder als Werbe-flyer getarnt sind, sind nicht zulässig. Versteckte Preiserhöhungen werden grundsätzlich allen Top-10-Stromanbietern mit den meisten Verbraucherbeschwerden vorgeworfen.
  • Die Preisanpassungsklauseln in den AGBs müssen rechtlichen Anforderungen genügen, was in der Vergangenheit häufig nicht der Fall war.
  • Der Stromanbieter darf nur die gestiegenen Kosten (z.B. Energiebeschaffung, Vertrieb) an den Verbraucher weiterreichen. Preiserhöhungen dürfen nicht dazu dienen, den anfänglichen Gewinnanteil des Stromanbieters zu steigern. Bei hohen Preiserhöhungen kann somit angezweifelt werden, dass der Stromanbieter mehr als nur seine gestiegenen Kosten an den Verbraucher weiterreicht.
  • Viele Preiserhöhungen sind unzulässig – sei es aufgrund mangelnder Transparenz, aufgrund der Preisanpassungsklauseln oder weil die Preiserhöhung zu hoch ausfällt. Wehren Sie sich.

3. Fehlerhafte Stromrechnung

  • Bei einigen Stromanbietern sollten die Verbraucher die Stromrechnung besonders genau kontrollieren.
  • Am häufigsten treten Fehler bei der Anerkennung vom Neukundenonus und beim berechneten Verbrauch auf.
  • Kontrollieren Sie Ihre Stromrechnung und fordern Sie eine Korrektur ein.

4. Neukundenbonus nicht anerkannt

5. Kündigung ignoriert/nicht anerkannt

  • Insbesondere bei den Stromanbietern xxx beschweren sich Verbraucher, das Kündigungen ignoriert oder nicht anerkannt werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich der Vertrag unfreiwillig verlängert.
  • Der Verbraucher muss seine Kündigung belegen können, z.B. per Einschreiben. Ein Telefonat oder ein einfacher Brief reicht nicht aus, um die Kündigung beweisen zu können.
  • Seit Oktober 2016 muss der Stromanbieter Kündigungen per E-Mail oder Fax akzeptieren.
  • Wehren Sie sich und beachten Sie, wie Sie zukünftig Ihren Stromanbieter richtig kündigen.

6. Zu hohe Abschläge

  • Stromabschläge müssen sich am Vorjahresverbrauch orientieren. Ist dies nicht möglich, darf der Stromanbieter die Abschlagszahlungen nach dem Durchschnittsverbrauch vergleichbarer Kunden heranziehen.
  • Kunden brauchen nicht in Vorleistung zu gehen. Somit sollten die Abschläge 1/12 der voraussichtlichen Stromkosten für ein Jahr betragen.
  • Fordern Sie niedrigere Abschlagszahlungen ein.

7. Umstellung Lastschriftmandat auf Überweisung

  • Fuxx Sparenergie und 365 AG kündigen teilweise das Lastschriftmandat auf, nachdem der Kunde seinen Stromvertrag beenden möchte.
  • Dies ist unzulässig und Folgekosten müssen nicht von Ihnen bezahlt werden.

8. Nichterfüllungsschaden wird gefordert

  • Wenn Kunden vorzeitig den Vertrag mit der 365 AG oder mit Fuxx Sparenergie beenden möchten, können Schadensersatzforderungen aufgrund vorzeitiger Vertragsbeendigung drohen.
  • Verbraucher berichten, dass sie aufgrund eines Umzugs vorzeitig den Vertrag beenden wollten. Der Stromversorger stimmte zu und forderte nach dem Anbieterwechsel überraschend einen sogenannten Nichterfüllungsschaden aufgrund entgangener Gewinne.
  • Sie haben gute Chancen, den geforderten Nichterfüllungsschaden abzuwehren.

Diese Probleme dieser Art bleiben Ihnen bei einem seriösen Stromanbieter erspart. Überlegen Sie sich daher, ob Sie zu einen seriösen Stromanbieter wechseln wollen. Wie das geht, zeige ich Ihnen hier:

*Ich habe die Beschwerden auf den Internetseiten de.reclabox.com und forum.energienetz.de ausführlich recherchiert. Anhand dieser Erkenntnisse habe ich die häufigsten Beschwerden gegenüber Stromanbietern, bei denen der Verbraucher den Eindruck hat, der Stromanbieter bereichere sich auf seine Kosten, zusammengestellt (siehe auch hier). Selbstverständlich ist diese Liste nicht abschließend.

Haftungsausschluss: Nach bestem Wissen und Gewissen und aus eigener Erfahrung heraus habe ich Ihnen diese Informationen zusammengestellt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um eine Beratungsleistung und jeder Verbraucher sollte selbstkritisch seinen spezifischen Sachverhalt prüfen. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com und es handelt sich bei diesem Text um die Meinung des Autors.

 

Haben Sie Anmerkungen oder Ergänzungen? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

6 Gedanken zu „Unseriöse-Stromanbieter: die häufigsten Beschwerden

  • 15. Mai 2018 um 09:14
    Permalink

    Ich habe mir-entgegen Ihrer Empfehlung- die umständliche Dokumentationsprozedur mit der Schlichtungsstelle Energie-Berlin erspart. Zudem ist für eine Erledigung durch die Schlichtungsstelle wochenlange Geduld angesagt.
    Meine beschriebene, effektive Methode gegenüber BEV hat sich inzwischen zu meiner vollsten Zufriedenheit bewährt und war erfolgreich.
    In Eigeninitiative und mit entsprechenden Argumenten/Methoden kann sich prinzipiell jeder Verbraucher kurz und bündig gegenüber BEV wehren.

    Antworten
    • 17. Mai 2018 um 15:44
      Permalink

      Ihrer Einschätzung stimme ich grundsätzlich zu. Mit genügend Geduld braucht man die Schlichtungsstelle nicht einzuschalten. Es ist aber sehr vorteilhaft, wenn Verbraucher mit der Schlichtungsstelle drohen.
      Wenn man den Prozess mit dem Stromanbieter beschleunigen möchte, dann kann man die Schlichtungsstelle einschalten. Mir hat das damals ca. 1 Stunde Zeit gekostet.

      Antworten
  • 5. April 2018 um 15:41
    Permalink

    In meiner Verbrauchsabrechnung vom Febr. 2018 wies BEV statt der zwölf geleisteten, monatlichen Zahlungen nur elf aus, d. h. eine geleistete Monatszahlung wurde komplett unterschlagen.
    Zudem kalkulierte BEV für die neue Lieferperiode einen höheren, unbilligen mtl. Zahlungsbetrag, indem der Rechnungsbetrag (Orientierungsbetrag) der vergangenen Lieferperiode wiederum nur auf elf mtl. Zahlungen kalkuliert wurde, obwohl zwölf Abbuchungen erfolgen.
    Arbeitspreis und Grundpreis blieben bei alter und neuer Lieferperiode unverändert.

    BEV betreibt zweifelsfrei ein sehr raffiniertes, überhöhtes Vorauszahlungs-Spielchen zu Lasten des Verbrauchers und verstößt damit gegen das Billigkeitsprinzip gemäß §315 BGB.
    Schriftliche Beschwerden sind gegenüber BEV erfahrungsgemäß nutzlos, insofern grundsätzlich nur mittels Standard-Schreiben und Slogan „in Bearbeitung etc.“ reagiert wird und wochenlang überhaupt nichts passiert.

    Bei derart unanständigen Geschäftspraktiken ist es ratsam, dass erteilte SEPA-Lastschriftmandat zu kündigen (Einschreiben mit Rückmeldung) und weitere Zahlungen nur per Überweisung (Dauerauftrag) vorzunehmen.
    Sinnvoll ist es zudem, eine eigene, detaillierte Berechnung zum realen, billigen Abschlagsbetrag beizufügen.
    Bei der Zahlungsart „Überweisung“ ist es auch möglich, dass bisher nicht erstattete Guthaben auf Basis §812 BGB (Herausgabeanspruch) zu verrechnen.

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    • 6. April 2018 um 07:23
      Permalink

      Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht und Ihre wertvollen Ratschläge! Verbraucher berichten auf dieser Seite über ähnliche Schwierigkeiten. Obwohl schriftliche Beschwerden in der Regel nur mit einem Standardschreiben beantwortet werden, so halte ich diese dennoch für sinnvoll, denn der Stromanbieter wird zur Nachbesserung aufgefordert. Bleibt diese aus, kann sich der Verbraucher nach vier Wochen an die Schlichtungsstelle wenden. Die Schlichtungsstelle ist der größte Trumpf aus meiner Sicht, den wir Verbraucher haben.

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  • 26. März 2018 um 09:53
    Permalink

    Ich habe12 Monate bei der BEV Strom bezogen.Nach 4 Wochen bekam ich die Rechnung.Man muss sich telefonisch beim Kundenservice melden um den Neukundenbonus zu erhalten.Nach mehrmaligen Anrufsversuchen bekam ich dann den Bonus.Aber das Guthaben aus der Rechnung fehlte.Wieder mehrmals angerufen und jetzt warte ich auf die Gutschrift.Diese Taktik ist ein Betrug am Kunden.Wer nicht anruft bekommt kein Geld zurück.Nie wieder BEV.

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    • 26. März 2018 um 13:50
      Permalink

      Selbstverständlich ist es nicht zulässig, dass der Kunde seinen Bonus anfordern muss. Damit verstößt das Unternehmen nicht nur gegen das EnWG, sondern auch gegen die eigenen AGBs. Dort heißt es (Stand: 26.03.2018):

      „Ergibt sich bei der Abrechnung, dass zu hohe Abschlagszahlungen verlangt wurden, so wird der übersteigende Betrag unverzüglich erstattet, spätestens aber mit der nächsten Abschlagsforderung verrechnet. Nach Beendigung des Versorgungsverhältnisses sind zu viel gezahlte Abschläge unverzüglich zu erstatten“ (8.3). Mit anderen Worten: Das Guthaben (inkl. der Boni) ist spätestens mit der nächsten Abschlagsforderung zu verrechnen.

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