• Kündigungen werden regelmäßig von unseriösen Anbietern ignoriert.
  • Wechseln Sie daher zukünftig nur noch zu seriösen Anbietern.
  • In diesem Text erfahren Sie, wie Sie Ihr Problem lösen können.

Stand: 04.03.2020

Es werden Fakten und die Meinung des Autors wiedergegeben. Es wird jedoch keine Haftung übernommen und keine Rechtsberatung geleistet, weil rechtliche Sachverhalte lediglich allgemein dargestellt werden (RDG §2 III, Satz 5) ⇒ weiterführende Hinweise.

 

INHALTSVERZEICHNIS

I. Kündigungen werden regelmäßig ignoriert
II. Die Beweislast liegt beim Verbraucher
III. Das können Sie jetzt tun
IV. So kündigen Sie Ihren Strom- und Gasvertrag richtig
V. Zu seriösen Anbieter wechseln

I. Kündigungen werden regelmäßig ignoriert

Verbraucher können Ihren Vertrag kündigen, wenn sie zu einen neuen Strom- oder Gasanbieter wechseln wollen, oder wenn Sie ihr Sonderkündigungsrecht (z.B. aufgrund einer Preiserhöhung) wahrnehmen möchten. Bei der Kündigung sollten Verbraucher u.a. eine Kündigungsbestätigung anfordern, um sicherzustellen, dass die Kündigung beim Energieversorger eingegangen ist und akzeptiert wurde. Leider beschweren sich bei einigen Strom- und Gasanbieter Verbraucher, dass sie keine Kündigungsbestätigung erhalten haben oder dass der Versorger sogar behauptet, bei ihm sei keine Kündigung eingegangenen. Verbraucher laufen in diesen Fällen Gefahr, dass der Stromanbieterwechsel misslingt oder dass die Preiserhöhung wirksam wird.

Insbesondere bei den folgenden Gas- und Stromanbietern haben sich Verbraucher über die Vertragskündigung beschwert: Voxenergie, Primastrom, 365 AG (immergrün, idealenergie, meisterstrom), Stromio und BEV:

Kündigung Strom ignoriert

II. Die Beweislast liegt beim Verbraucher

Als Verbraucher müssen Sie nachweisen können, dass Sie Ihren Strom- oder Gasvertrag rechtzeitig und formal korrekt gekündigt haben. Der beste Nachweis ist, wenn Sie eine Kündigungsbestätigung erhalten haben. Wenn dies nicht der Fall ist, können Sie die Kündigung lediglich einwandfrei nachweisen, wenn Sie die Kündigung per Einschreiben versendet haben. Bei einer Kündigung per E-Mail oder Fax ist der Nachweis nicht zwangsläufig gegeben. Wenn Sie jedoch über die gleiche E-Mail-Adresse mit Ihrem Versorger kommuniziert haben, haben Gerichte bereits zu Gunsten des Verbrauchers entschieden. Bei einer telefonischen oder einer postalischen Kündigung ohne Einschreiben können Sie die Kündigung leider nicht nachweisen.

III. Das können Sie jetzt tun

Praxiserprobte Empfehlungen: Folgendes hat sich bei Verbrauchern als besonders effizient herausgestellt. Ich habe diese Erkenntnisse aus Empfehlungen der Verbraucherzentrale, aus Foren, vom Bund der Energieverbraucher und aus persönlichen Erfahrungen von Verbrauchern zusammengetragen.

Sofern Ihre Kündigungsfrist noch nicht abgelaufen ist, sollten Sie eine Kündigung per Einschreiben/Einwurf vornehmen. Bitte befolgen Sie den folgenden Hinweisen in Kapitel IV.

Wenn Ihre Frist bereits abgelaufen ist, sollten Sie schriftlich Kontakt zu Ihrem Strom- oder Gasanbieter aufnehmen und sich beschweren. Sofern Sie Kunde bei den zuvor zitierten Versorgern sind oder wenn behauptet wird, dass Ihre Kündigung nicht eingegangen sei, empfehle ich eine Online-Beschwerde auf de.reclabox.com einzustellen.

Zudem haben Sie die Möglichkeit, sich an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden. Diese ist für Sie kostenlos, für Ihren Anbieter ist diese jedoch kostenpflichtig. Um diese Kosten zu umgehen, schrecken diese unseriösen Anbieter leider nicht davor zurück, Sie vor Gericht zu zerren, wenn Sie Ihre Kündigung nicht nachweisen können. Diesen letzten Schritt sollten Sie daher nur wählen, wenn Sie die Kündigung ziemlich gut nachweisen können. Ich würde z.B. die Schlichtungsstelle nur dann einschalten, wenn ich per Einschreiben/Einwurf, per E-Mail oder per Fax (und ich einen Sendebericht nachweisen kann) gekündigt hätte. Bei postalischer Kündigung ohne Einschreiben würde ich von diesem Schritt absehen.

IV. So kündigen Sie Ihren Strom- und Gasvertrag richtig

Beim Sonderkündigungsrecht (z.B. aufgrund einer Preiserhöhung)

Das Recht auf außerordentliche Kündigung (Sonderkündigungsrecht) steht i.d.R. nur Ihnen zu. Zudem gewähren Stromanbieter und Gasanbieter Ihren Kunden häufig nur eine zweiwöchige Kündigungsfrist bei Preiserhöhungen. Aus diesem Grund ist es nicht ratsam, die Sonderkündigung Ihrem neuen Strom- oder Gasanbieter zu überlassen. Schließlich kann bei der Kündigung durch Ihren neuen Versorger einiges schlief laufen. Aus diesem Grund empfehle ich beim Sonderkündigungsrecht, dass Verbraucher Ihre Kündigung per Einschreiben/Einwurf selber vornehmen sollten.

Bei planmäßigem Stromanbieterwechsel: Kündigen Sie frühzeitig und am besten selber

Auch wenn Sie ohne Sonderkündigungsrecht zu einen neuen Versorger wechseln wollen, empfehle ich, dass Sie Ihre Kündigung selber vornehmen. Ich hatte Probleme mit der Kündigung durch meinen neuen Stromanbieter, weil dieser die Kündigungsfristen nicht kannte und dadurch mein Vertrag mit dem bestehenden Stromanbieter ungewollt um ein Jahr verlängerte (siehe mein Erfahrungsbericht).

Ich empfehle möglichst früh, spätestens aber vier Wochen vor Kündigungsfrist zu kündigen. Zunächst können Sie per E-Mail oder Fax zu kündigen, um unnötige Kosten zu vermeiden. Ihr Versorger muss seit dem 01.10.2016 Kündigungen per E-Mail oder Fax akzeptieren (§309 Nr. 13 BGB). Wenn Ihr Versorger Ihre Kündigung ignoriert, verweigert, oder innerhalb von 14 Tagen nicht bestätigt, dann haben Sie ausreichend Zeit, um postalisch per Einschreiben/Einwurf zu kündigen.

Kündigungsvorlage

Anschrift Ihres Versorgers

Kundennummer: [Ihre Nummer]
Zählernummer: [Ihre Zählernummer]

Kündigung meines Stromvertrags

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchte ich meinen oben genannten Stromvertrag fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen.
Bitte senden Sie mir eine schriftliche Kündigungsbestätigung innerhalb von 14 Tagen zu. Nennen Sie mir bitte auch das Vertragsende.

Mit freundlichen Grüße
[Ihr Name]

V. Zu seriösen Anbieter wechseln

Probleme dieser Art können Sie zukünftig vermeiden. Ich warne vor Anbietern wie Voxenergie, Primastrom, 365 AG (immergrün, idealenergie, meisterstrom) und Stromio, die u.a. Kündigungen ignorieren, schon seit Jahren. Ich kann Ihnen somit zukünftig diesen Ärger ersparen.

Wenn ein Energieversorger Probleme bei der Kündigung macht, ist weiterer Ärger wahrscheinlich. Überprüfen Sie daher Ihre Abrechnungen genau und achten Sie darauf, dass Ihr Guthaben zügig ausgezahlt wird.

Kündigen Sie so schnell wie möglich Ihren Anbieter und wechseln Sie zu einem seriösen Strom- und Gasanbieter. Seriöse Anbieter zeichnen sich durch wenige Verbraucherbeschwerden, verbraucherfreundliche AGBs, einen guten Kundenservice und einer geringen Insolvenzgefahr aus. Eine bequeme Vorgehensweise, wie Sie zu einen günstigen und zugleich seriösen Strom- oder Gasanbieter finden, erfahren Sie hier.

seriöse Stromanbieter

 

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Kündigungsbestätigung fehlt

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  • 13. Mai 2020 um 11:02
    Permalink

    Gut zu wissen, dass Versorger seit dem 01.10.2016 Kündigungen per E-Mail akzeptieren müssen. Ich möchte Stromanbieter wechsel und werde bald meinen Stromvertrag kündigen. Ich werde definitiv deine Tipps im Kopf behalten und deine Kündigungsvorlage nutzen! Danke!

    Antworten
  • 27. März 2020 um 22:39
    Permalink

    Das sind sehr hilfreiche Infos! Den Artikel werde ich auf jeden Fall an meine Freundin weiterleiten. Sie wird das sicherlich auch sehr interessant finden, da sie ihren Stromanbieter wechseln möchte, aber ihren aktuellen nehmen sie nicht ernst. Vielleicht wäre es eine gute Idee, an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden.

    Antworten
  • 24. Dezember 2019 um 10:26
    Permalink

    Typo:
    de.reclabox.com (nicht de.relcabox.com!)

    Danke und frohe Weihnachten 🙂

    Antworten