• Alle 12 Monate sollten Sie Ihren Zählerstand den Netzbetreiber und Ihrem Stromanbieter mitteilen. Wenn keine Ablesung möglich ist oder Sie nicht den Zählerstand mitteilen, wird vom Netzbetreiber eine Schätzung vorgenommen, die zu Ihrem Nachteil sein kann.
  • Bei Umzug in eine neue Wohnung sollten Sie den Zählerstand zum Tag der Schlüsselübergabe ebenfalls ablesen.
  • Bei einigen (unseriösen) Strom- und Gasanbietern drohen Zusatzkosten (z.B. bei immergrün). Bei welchen Anbietern Zusatzkosten drohen und wie Sie diese abwehren, erfahren Sie hier.

 

INHALTSVERZEICHNIS

I. Zählerstand übermitteln: Ihre Pflicht
II. Diese Anbieter bereiten Probleme
III. Überprüfen Sie Ihre Stromrechnung
IV. Schließen Sie verspätete Guthabenauszahlungen im Voraus aus
V. Kontaktmöglichkeiten ausgewählter Stromanbieter

I. Zählerstand übermitteln: Ihre Pflicht!

Viele Stromanbieter erinnern Ihre Kunden postalisch vor Ablauf des Vertragsjahres, den Zählerstand zu melden. Häufig liegt dem Brief eine Antwortkarte bei, die Sie ausgefüllt zurücksenden können. Wenn Sie den Zählerstand online melden möchten, können Sie dies entweder über ein Kontaktformular, ein Kundenportal oder per E-Mail vornehmen.

Strom Zählerstand mitteilen - ZählernummerIhre Zählernummer finden Sie auf Ihrer letzten Strom- oder Gasrechnung und Neukunden im Wohnungsübergabeprotokoll. Sie  können selbstverständlich Ihre Zählernummer auch vom Zähler ablesen.

Wichtig ist, dass Sie Ihrem Netzbetreiber die Zählernummer und den Zeitpunkt des Zählerstands neben dem Zählerstand mitteilen. Ihrem Stromanbieter sollten Sie zusätzlich noch ihre Vertragsnummer und Kundennummer mitteilen.

Wenn Sie Ihrer Pflicht nicht nachkommen, wird Ihr Verbrauch geschätzt. Dies führt häufig zu höheren Strom- und Gaskosten und es können aufgrund der Abweichungen zum tatsächlichen Verbrauch zu großen Problemen kommen.

Die Kontaktmöglichkeiten für ausgewählte Stromanbieter sind weiter unten aufgeführt. Bevor Sie den Zählerstand übermitteln, sollten Sie zuvor noch Ihre alte Stromrechnung kontrollieren und eine verspätete Guthabenauszahlung ausschließen.

II. Diese Anbieter bereiten Probleme

Viele Verbraucher haben sich über diese Stromanbieter beschwert: 365 AG, ExtraEnergie, Fuxx Sparenergie oder Stromio

U.A. wird kritisiert, dass in den Abrechnungen falsche Zählerstande angesetzt werden. Lesen Sie daher die zuvor verlinkten Erfahrungsberichte durch, um Überraschungen zu vermeiden. Wenn Sie Probleme bekommen, dann helfe ich Ihnen, sich gegen Ihren Stromanbieter zu wehren! Zudem habe ich Ihnen eine Liste mit seriösen und unseriösen Stromanbietern auf Basis einer Beschwerdestatistik, einer ausführliche AGB-Analyse und vier Stromanbieter-Tests zu Service-Qualität für Sie zusammengefasst. Wenn Sie zu einen seriösen Stromanbieter wechseln, haben Sie zukünftig nicht mehr diesen Ärger und können dennoch Stromkosten sparen.

Wenn Sie sich bei der Wahl Ihres Anbieters unsicher sind, unterstütze ich Sie gerne auch persönlich (moeschler@verbraucherhilfe-stromanbieter.de).

seriöse Stromanbieter finden

III. Überprüfen Sie Ihre Stromrechnung

Vergleichen Sie den aktuellen Zählerstand mit dem vor einem Jahr, um den Jahresverbrauch zu ermitteln. Notieren Sie sich den Verbrauch und prüfen Sie diesen auf Plausibilität. Nachdem Sie die Stromrechnung erhalten haben, sollten Sie die Stromrechnung kontrollieren und bei einem falschen Zählerstand diesen Hinweisen folgen. Hierzu stelle ich Ihnen ein Berechnungs-Tool bereit. Kunden von den Stromanbietern Fuxx Sparenergie (Grüner Funke), 365 AG (immergrün), Stromio, Voxenergie und Primastrom bemängelten in der Vergangenheit fehlerhafte Stromrechnungen und falsche Verbrauchsangaben. Achten Sie auch darauf, dass Sie Ihre Stromrechnung spätestens sechs Wochen nach Beendigung der Abrechnungsperiode erhalten.

IV. Schließen Sie verspätete Guthabenauszahlungen im Voraus aus

Insbesondere gegenüber BEV, 365 AG und Grüner Funke beschweren sich zahlreichen Verbraucher, weil ihr Guthaben nicht fristgerecht ausgezahlt wird. Dies können Sie verhindern, indem Sie bei der Mitteilung des Zählerstandes per E-Mail bereits die Konsequenzen androhen, sofern die Stromrechnung nicht innerhalb von 6 Wochen und die Auszahlung nicht innerhalb von 2 Wochen nach Rechnungsstellung erfolgt:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
stellen Sie bitte sicher, dass mir Ihre korrekt erstellte Schlussrechnung gemäß § 40 (4) EnWG bis spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses zugeht.
Zudem erwarte ich von Ihnen, dass Sie mir das sich aus der Abrechnung resultierende Guthaben inkl. des Neukundenbonus fristgerecht innerhalb von 14 Tagen nach ergangener Schlussrechnung auf mein Ihnen bekanntes Bankkonto überweisen.
Bitte beachten Sie, dass Guthaben aus Energierechnungen unverzüglich zu erstatten sind (s. Urteil des OLG Düsseldorf v. 16. 12.2014, Az: I-20 U 136/14) und ansonsten eine Geldschuld während des Verzugs zu verzinsen ist (s. § 288 (1) BGB).
Sollten Sie meinen berechtigten Forderungen nicht innerhalb der o. a. Fristen nachkommen oder gemäß § 111a EnWG die Gründe für Abweichungen davon nicht darlegen, werde ich wegen Ihres Verzugs (siehe § 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB) umgehend bei der Schlichtungsstelle Energie die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens veranlassen sowie die Marktwächter Energie der Verbraucherzentralen informieren.
Viele Grüße“

Wenn Sie dies schreiben, müsste Sie aus meiner Sicht die 4-wöchige Frist umgangen haben, die der Stromanbieter hat, um die Kundenbeschwerde zu lösen. Der Vorteil ist somit, dass Sie sofort die Schlichtungsstelle einschalten können. Zudem signalisieren Sie dem Stromanbieter, dass Sie ein aufgeklärter Verbraucher sind und Ihre Rechte kennen. Hoffentlich wird dies dazu beitragen, dass der Stromanbieter bei Ihnen keine Verzögerungen zulässt.

V. Kontaktmöglichkeiten ausgewählter Stromanbieter

ExtraEnergie Zählerstand mitteilen

Teilen Sie ExtraEnergie bequem Ihren Zählerstand über das Onlineportal mit.

Stromio Zählerstand mitteilen

Stromio verfügt ebenfalls über ein Online-Portal, auf dem Sie Ihre Eingaben vornehmen können.

Immergrün Energie Zählerstand mitteilen

Immergrün Energie (365 AG) verfügt seit kurzem über zwei Online-Portale: https://www.immergruen-energie.de/kundenportal/ sowie  http://kundenservice-energie.de/immergruen/. Das zweite Kundenportal erweckt nicht gerade mein Vertrauen. Informativ sind jedoch die dort angegebenen Kontaktinformationen (inklusive der immergrün Telefonnummer).

immergrün Zählerstand melden

Da bei diesem Stromanbieter einige Verbraucher falsche Zählerstände in der Stromrechnung bemängelten, empfehle ich Ihnen zusätzlich, den Zählerstand per E-Mail über kontakt@kundenservice-energie.de einzureichen. Auf diese Weise können Sie nachweisen, welchen Zählerstand Sie tatsächlich übermittelt haben.

Grüner Funke Zählerstand mitteilen

Grüner Funke bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihren Zählerstand auf dem Online-Portal einzutragen. Auch bei diesem Stromanbieter haben Verbraucher in der Vergangenheit falsche Zählerstände in der Stromabrechnung bemängelt. Ich empfehle Ihnen daher den Zählerstand zusätzlich per E-Mail zu überweisen, um den gemeldeten Zählerstand nachweisen zu können.

Voxenergie Zählerstand mitteilen

Auch Voxenergie ermöglicht Ihnen das Online-Portal zu nutzen.

Fuxx Sparenergie Zählerstand mitteilen

Fuxx Sparenergie verfügt über kein Online-Portal. Daher sollten Sie Ihren Zählerstand über das Kontaktformular eintragen.

Enervatis Zählerstand mitteilen

Enervatis verfügt über kein Online-Portal. Allerdings können Sie Ihren Zählerstand bequem über das Kontaktformular mitteilen.

Primastrom Zählerstand mitteilen

Primastrom bietet Ihren dieses Kontaktformular an, um den Zählerstand zu übertragen. Das Unternehmen verfügt über kein Online-Portal.

Strogon Zählerstand mitteilen

Strogon bietet Ihren dieses Kontaktformular an, um den Zählerstand zu übertragen. Alternativ können Sie den Zählerstand per E-Mail an info@strogon.de übermitteln. Ein Online-Portal steht hingegen nicht zur Verfügung.

8 Kommentare zu „Zählerstand mitteilen

  • 30. April 2020 um 22:08
    Permalink

    Habe einen Brief bekommem von Innogy SE vom 17.04.2020
    in dem mitgeteilt wird- Den Zählerstand am 19.03.2020 ablesen und an den Nezbetreiber senden
    Kundennummer x206 0429 335
    Zähler Nr: 717 95 30 213
    Zählerstand am 29.04.2020—168 885 kw/h

    Antworten
  • 17. April 2020 um 00:53
    Permalink

    Hallo. Gibt es auch für in den Niederlanden stattfindenden Streitigkeiten wegen zB falschen Zählerstand und uneinsichtigen Stromanbieter Hilfe auf dieser Seite?

    Antworten
    • 22. April 2020 um 22:10
      Permalink

      Ich kenne mich nicht aus, wie das Recht in den Niederlanden ausgestaltet ist. Ich würde IHnen jedoch empfehlen, analog vorzugehen. Meine Vorlagen helfen Ihnen, einen Widerspruch zu formulieren.
      VG
      Moeschler

      Antworten
  • 15. März 2020 um 23:19
    Permalink

    Nach vielen Jahren bin ich ab dem 01.04. (hoffentlich!) wieder bei den Stadtwerken. Fazit: „Am Anfang konnte man tatsächlich Geld sparen. Aber jetzt ist das eine nervenaufreibende Sache.“ Einige Beispiele:
    – GoldGas und PrimaStrom legen ihre AGBs aus, wie sie es brauchen und verweigern die Kündigung wegen Preiserhöhung.
    – Fuxx erhöht die Preise heimlich, schätzt den Stromverbrauch nach Gutdünken, lehnt sogar die vom Netzbetreiber übermittelten Zählerstände ab. Nach Beschwerde wird das Kundenkonto deaktiviert.
    – Vattenfall liefert nicht nur Strom, sondern saugt zusätzlich die Telefondaten ab.

    Antworten
  • 2. Dezember 2018 um 13:05
    Permalink

    BEV-Energie den Zählerstand (z.B. Strom) per Mail übermitteln, kann man sich sparen. Eine Lesebestätigung gibt es grundsätzlich nicht und eine Antwort ebenfalls nicht.
    Ich warte seit dem Versorgerwechsel jetzt seit Wochen auf meine Abschlussrechnung, was nicht mit einem eventuellen Nichtvorliegen des Zählerstandes begründet werden kann. Der Netzbetreiber übermittelt diese Daten im Zuge der Marktkommunikation automatisch sowohl an den alten als auch den neuen Versorger. Hier geht es einzig und allein um Verzögerung, Hinhalten und darum, dem Ex-Kunden möglichst viel Ärger zu bereiten.

    Antworten
  • 20. November 2018 um 16:03
    Permalink

    Hallo, mein Gaslieferant die BEV Energie teilt mir mit das eine Prüfung der zuletzt übermittelten Jahresverbrauchs Prognose nicht bei dem im Vertrag angegebenen 15.000 kWh sondern bei 23.790kWh liegt. Diese 23.790 kWh hat angeblich der zuständige Netzbetreiber die Westnetz GmbH BEV mitgeteilt. Meine letzte Jahresrechnung von den Vereinigten Stadtwerken betrug 12.446kWh! Auch die Jahre zuvor habe ich immer unter 15.000 Kwh gelegen! Ich soll für die Gaslieferungen (August -November) 157,09€ am 22.11.18 nachzahlen. Ab Dezember sollen die weiteren Monate dem voraussichtlichen Jahresverbrauch entsprechend erhöht werden!!! Ich habe die BEV und die Westnetz GmbH angeschrieben und um Richtigstellung gebeten aber noch keine Antwort erhalten.
    Seit vielen Jahren wechsle ich regelmäßig Strom und Gaslieferanten mittels Verivox , aber das ist mir zum ersten Mal passiert.

    Antworten
    • 27. Dezember 2018 um 10:14
      Permalink

      Hallo Herr Lücke, exakt das gleiche Procedere liegt bei mir vor…bin auf den weiteren Verlauf gespannt, MFG
      H Werner, Jena

      Antworten
  • 18. September 2018 um 16:22
    Permalink

    Hallo zusammen,
    als Kunde bei BEV habe ich mangels Erinnerung durch den Anbieter verpasst, den Zählerstand fristgerecht mitzuteilen. Die Folge war, dass eine überhöhte Schätzung vorgenommen und für das folgende Jahr ein viel zu hoher Abschlag mitgeteilt wurde.
    Auf eine Email mit dem korrekten Zählerstand unmittelbar nach Erhalt der Rechnung erfolgte keine Reaktion. Beim telefonischen Kundenservice verlangte man als „Nachweis“ eine Email mit einem Foto des korrekten Zählerstands. Ich habe den Zählerstand aber jetzt über die automatische telefonische Annahme eingegeben. Wenn nun die Nachzahlung abgebucht werden sollte, lass ich die Buchung erstmal zurückgehen. Mal sehen, ob sie es dann lernen…

    Antworten

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