1. Verspätete Stromabrechnung und Zahlung von Guthaben

Nach §40 Abs. 4 EnWG muss der Stromanbieter sicherstellen, dass Privatkunden Ihre Abrechnung spätestens 6 Wochen nach Beendigung der Abrechnungsperiode erhalten. Ergibt sich ein Guthaben (Rechnungsüberschuss), dann muss der Stromanbieter dieses Guthaben umgehend an Sie erstatten oder spätestens mit der nächsten Abschlagszahlung ausgleichen. Eine Verrechnung mit mehreren Abschlagszahlungen ist nicht zulässig (LG Düsseldorf; AZ: 12 O 474/12; OLG Düsseldorf I-20 U 136/14). Entgegenstehende ABGs sind nach §307 BGB unwirksam.

Ihr Stromanbieter ist rechtlich verpflichtet, die Fristen einzuhalten. Kommt dieser selbst nach schriftlicher Aufforderung und Fristsetzung von mindestens 14 Tagen nicht seinen Pflichten nach, dürfen Sie den Vertrag per außerordentlicher Kündigung vorzeitig beenden. Ihnen steht somit ein Sonderkündigungsrecht zu.

Aus Foren und auf Reclabox.de wird häufig bemängelt, dass Guthaben nicht ausgezahlt und Stromabrechnungen verspätet erstellt werden. Insbesondere bei den folgenden Energieversorgern werden Verspätungen beklagt:

Insbesondere bei diesen Unternehmen empfehle ich im Falle eines Verzugs schnell zu mahnen und eine Woche Frist einzuräumen. Wenn Sie nach dieser First keine oder eine nicht-zufriedenstellende Antwort erhalten haben, bietet sich eine Beschwerde auf Reclabox an.

2. Verspätete Auszahlung des Sofortbonus

Häufig werden laut AGB der Sofortbonus nach 60 oder 90 Tagen ausgezahlt. Prüfen Sie zuerst in Ihren Vertragsunterlagen, welche Frist dem Stromanbieter für die Auszahlung des Sofortbonus zusteht. Erfahrungsgemäß werden diese Zahlungen häufig verspätet ausgezahlt. Gehen Sie dann am besten so wie oben beschrieben vor: Mahnen Sie mit einer Woche Frist und nach Ablauf der Frist erwägen Sie, eine Beschwerde auf Reclabox zu schreiben.

3. So sollten Sie vorgehen

Sobald die Frist für die Erstellung der Stromrechnung (6 Wochen) und Auszahlung des Guthabens (spätestens verrechnet mit der nächsten Abschlagszahlung) abgelaufen ist, sollten Sie dem Unternehmen eine mindestens 14-tägige-Frist stellen. Nennen Sie ein konkretes Datum (also xx.xx.2018). Vergessen Sie nicht, Ihre Vertragsnummer und Kundennummer mitzuteilen.

Sobald auch diese Frist abgelaufen ist, sollten Sie den Druck erhöhen. Besonders empfehlenswert ist eine Beschwerde auf Reclabox.de. Folgende der beiden Vorlagen können Sie übernehmen, bei der Sie eine 7-10 tätige First setzten sollten. Indem Sie auf die Internetseite verweisen, signalisieren Sie dem Stromanbieter, dass Sie Ihre Rechte als Verbraucher kennen. Dies dürfte die Bearbeitung Ihrer Forderung beschleunigen.

Betreff: Stromrechnung ist verspätet

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie sind Ihrer gesetzlichen Pflicht nicht nachgekommen und haben meine Stromrechnung 6 Wochen nach dem Abrechnungszeitraum noch nicht erstellt. Ich erwarte eine sofortige Erstellung meiner Stromabrechnung und Überweisung eines möglichen Guthabens bis zum xx.xx.201x und behalte mir weitere Schritte vor (z.B. Sonderkündigung aufgrund Vertragsverletzung Ihrerseits).

Mit freundlichen Grüßen

Meine Forderung: Erstellung der Stromrechnung und Auszahlung eines möglichen Guthabens.

 

Wenn auch diese Beschwerde nicht zum Erfolg führt, können Sie sich an die Schlichtungsstelle wenden. Diese ist für Sie kostenlos.

4. Ersparen Sie sich diesen Ärger und wechseln Sie das nächste Mal zu einem seriösen Stromanbieter

Seriöse Stromanbieter verursachen Ihren Kunden nicht derartige Probleme. Wenn Sie also bei einem Stromanbieter sind, der Ihnen verspätete Rechnungen erstellt oder Ihr Guthaben nicht auszahlt, sollten Sie überlegen, den Stromanbieter zu wechseln. Schließlich besteht die Gefahr, dass Ihnen weitere Überraschungen drohen (z.B. versteckte Preiserhöhungen, verweigerte Neukundenboni, „Fehler“ in der Abrechnung etc.).

Bei der Wahl eines neuen Stromanbieters sollten Sie neben dem Preis auch auf die Kundenfreundlichkeit des Stromanbieters achten. Meiden Sie z.B. Stromanbieter mit vielen Verbraucherbeschwerden. Dann brauchen Sie sich zukünftig nicht mehr über Ihren Stromanbieter zu ärgern. Worauf Sie bei der Suche nach einem seriösen Stromanbieter achten sollten, erfahren Sie hier:

5. Lösungsvorschlag für die Zukunft:

Sofern Sie in Zukunft noch eine Abrechnung von einem der Stromanbieter mit den meisten Verbraucherbeschwerden erwarten, dann sollten Sie bei Ihrer nächsten Mitteilung des Zählerstands per E-Mail bereits die Konsequenzen androhen, sofern die Stromrechnung nicht innerhalb von 6 Wochen und die Auszahlung nicht innerhalb von 2 Wochen nach Rechnungsstellung erfolgt:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
stellen Sie bitte sicher, dass mir Ihre korrekt erstellte Schlussrechnung gemäß § 40 (4) EnWG bis spätestens sechs Wochen nach Beendigung des Lieferverhältnisses zugeht.
Zudem erwarte ich von Ihnen, dass Sie mir das sich aus der Abrechnung resultierende Guthaben inkl. des Neukundenbonus fristgerecht innerhalb von 14 Tagen nach ergangener Schlussrechnung auf mein Ihnen bekanntes Bankkonto überweisen.
Bitte beachten Sie, dass Guthaben aus Energierechnungen unverzüglich zu erstatten sind (s. Urteil des OLG Düsseldorf v. 16. 12.2014, Az: I-20 U 136/14) und ansonsten eine Geldschuld während des Verzugs zu verzinsen ist (s. § 288 (1) BGB).
Sollten Sie meinen berechtigten Forderungen nicht innerhalb der o. a. Fristen nachkommen oder gemäß § 111a EnWG die Gründe für Abweichungen davon nicht darlegen, werde ich wegen Ihres Verzugs (siehe § 286 Abs. 2 Nr. 2 BGB) umgehend bei der Schlichtungsstelle Energie die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens veranlassen sowie die Marktwächter Energie der Verbraucherzentralen informieren.
Viele Grüße“

Wenn Sie dies schreiben, müsste Sie aus meiner Sicht die 4-wöchige Frist umgangen haben, die der Stromanbieter hat, um die Kundenbeschwerde zu lösen. Der Vorteil ist somit, dass Sie sofort die Schlichtungsstelle einschalten können. Zudem signalisieren Sie dem Stromanbieter, dass Sie ein aufgeklärter Verbraucher sind und Ihre Rechte kennen. Hoffentlich wird dies dazu beitragen, dass der Stromanbieter bei Ihnen keine Verzögerungen zulässt.

6. Warum tun Stromanbieter so etwas?

Ich habe bereits von Stromanbietern gehört, die vollautomatisch nach Eingabe des Zählerstands in das Kundenportal die Stromrechnung innerhalb weniger Minuten erstellen. Im Zeitalter der Digitalisierung sollte somit eine 6-wöchige Frist zur Erstellung der Stromrechnung mehr als auskömmlich sein. Allerdings brauchen einige Stromanbieter länger. Woran könnte dies liegen? Meiner Meinung nach liegt es hieran:

Wenn Stromanbieter Ihnen Ihr Guthaben erst verspätet auszahlen, können sich die Unternehmen günstiger finanzieren und mögliche Liquiditätsprobleme können überwunden werden. Letztendlich geben Sie unfreiwillig dem Stromanbieter einen kostenlosen Kredit. Zudem besteht die Gefahr, dass die Rückzahlung Ihres Guthabens im Laufe der Zeit „vergessen“ werden. Dies steigert natürlich den Gewinn des Stromanbieters immens! Andererseits haben Stromanbieter mehr Verwaltungsarbeit, weil sich mehr Verbraucher beschweren. Zudem leidet die Glaubwürdigkeit des Unternehmens darunter, was die Kundenakquise erschwert.

Insgesamt scheinen für einige Stromanbieter die Vorteile den Nachteilen zu überwiegen. Verspätete Auszahlungen von Guthaben und Boni sind der häufigste Beschwerdegrund von Verbrauchern. Seriöse Stromanbieter haben solche Tricks nicht nötig.

7. Sind ExtraEnergie, BEV & Co bald pleite?

Viele Kunden sind betroffen und warten zum Teil sehr lange auf die Auszahlung des Guthabens. Vor diesem Hintergrund wird häufiger im Internet die Frage gestellt, ob Extraenergie, BEV & Co. bald pleite sind. Auf Reclabox fragte am 20.02.2018 ein Verbraucher: „Ist ExtraEnergie insolvent oder einfach nur dreist?“ Ein anderer Verbraucher schrieb am 26.02.2018 in seiner Beschwerde gegenüber BEV: „Aufgrund der Häufigkeit derartiger Beschwerden im Internet könnte den Verdacht aufkommen lassen, daß das Ignorieren der Kundenforderungen entweder a) Teil des Geschäftsmodells ist oder b) die Finanzsituation der Firma (Gefahr der Insolvenz?) eine schnellere Bearbeitung nicht zuläßt.“ Auch schon früher wurde häufig die finanzielle Stabilität einiger Stromanbietern hinterfragt. Die Nervosität bei den Verbrauchern ist gut nachvollziehbar. Schließlich waren über eine Million Verbraucher von den Insolvenzen der Stromdiscounter Teldafax, Flexstrom und Care-Energy betroffen. Bei diesen Insolvenzen handelte es sich stets um Stromdiscounter mit zahlreichen Verbraucherbeschwerden.

Eine Pleite hätte für Verbraucher große Nachteile, weil die Rückzahlung des Guthabens dadurch gefährdet ist.

Themenschwerpunkt 2017 der Schlichtungsstelle Energie war ebenfalls nicht ausgezahltes Gutachten. Der Geschäftsführer der Schlichtungsstelle, Thomas Kunde, berichtete im Energate-Messenger vom 07.03.2018, dass sich diese Beschwerden insbesondere ein Unternehmen konzentrierte, das in 2017 Insolvenz angemeldet hat. Da mir nur eine größere Insolvenz im Jahr 2017 bekannt ist, muss es sich um die CareEnergy handeln. Vielleicht stammen die Fragen zur Solvenz der Unternehmern von Verbrauchern, die im Jahr zuvor schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Aus öffentlich zugänglichen Informationsquellen lässt sich diese Frage kaum beantworten. Allerdings habe ich die wichtigsten Informationen aus den Jahresabschlüsse der ExtraEnergie GmbH, der BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH und Fuxx – Die Sparenergie GmbH zusammengetragen (Stand: 26.02.2018, Quelle: Bundesanzeiger.de). Da ich kein Wirtschaftsprüfer bin, werde ich Jahresabschlüsse nicht kommentieren. Ohnehin sind die öffentlich zugänglichen Daten recht alt. Der Verbraucher sollte sich jedoch selbst seine Schlussfolgerungen ziehen:

ExtraEnergie GmbH:

Der Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2014 ist der letzte eingestellte Bericht. Dies verwundert mich, weil bei BEV, Fuxx Sparenergie und anderen Stromanbietern die Geschäftsberichte 2015 bereits eingestellt hat. Zudem muss der Jahresabschluss spätestens 12 Monate nach dem Ende des betreffenden Geschäftsjahres im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Unternehmen diese Frist „vergessen“ hat.

Im Jahr 2014 machte ExtraEnergie einen Verlust i.H.v. 22 Mio. € (Jahresfehlbetrag). Das Eigenkapital fiel von 49 Mio. € (2013) auf 27 Mio. €. Da die ExtraEnergie GmbH in einem Konzern eingebunden ist, werden diese Kennzahlen nicht viel aussagen können.

BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH:

Im Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2015 ist ein Jahresüberschuss i.H.v. 4 Mio. € (Vorjahr: -4,6 Mio. €) und ein Eigenkapital von 35 T€ ausgewiesen. Das Unternehmen sieht die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage positiv:

  • „Ertragslage: Die BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH erwirtschaftete in 2015 einen Jahresüberschuss von 4,0 Mio. EUR.
  • Finanzlage: Die finanzielle Lage der BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH ist äußerst solide. Die zum Stichtag per 31.12.2015 ausgewiesenen liquiden Mittel betrugen 12,8 Mio. EUR. Die Gesellschaft hat keinerlei Verpflichtungen bei Kreditinstituten. Im Zuge der positiven Geschäftsentwicklung ist die Bilanzsumme auf 44,4 Mio. EUR angestiegen.
  • Vermögenslage: Durch die Einlage des Jahresüberschusses in das Eigenkapital (Thesaurierung) konnte die Eigenkapitalquote weiter verbessert werden. Diese Strategie soll nachhaltig fortgeführt werden.“ (Quelle Bundesanzeiger.de)

Fuxx – Die Sparenergie GmbH

Im Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2015 wird ein Jahresüberschuss i.H.v. 49 T€ (Vorjahr: 86 T€) und ein Eigenkapital von 142 T€ (Vorjahr: 93 T€) ausgewiesen.

 

Haftungsausschluss: Trotz aller Sorgfalt kann dieser Text und Inhalte auf der Internetseite Fehler enthalten. Es handelt sich ferner nicht um eine Beratungsleistung, sondern um die Meinung des Autors. Jeder Verbraucher sollte seinen spezifischen Sachverhalt selbstkritisch prüfen. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com.

 

Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

  • Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
  • Wie konnten Sie Ihr Problem lösen?
  • Haben Sie Fragen, die ich Ihnen beantworten darf?

 

 

22 Gedanken zu „Guthaben nicht ausgezahlt, Stromabrechnung verspätet

  • 15. Juni 2018 um 12:28
    Permalink

    Mein Senf zu Enstroga und immergrün (Strom):
    > Über Check24 den fristgerechten Wechsel von Enstroga (nach einem Jahr Belieferung) zu immergrün in Auftrag gegeben.
    > Nachricht von immergrün: „… Leider waren unsere Bemühungen Ihren bisherigen Vertrag zu Kündigen erfolglos … es kann kein Stromanbieterwechsel durchgeführt werden … Wir sind zuversichtlich, dass Sie einen anderen Anbieter finden, der Ihren Vorstellungen und Wünschen entspricht“.
    > Dadurch Frist verpasst (die sich übrigens auf den Vertragsabschluss bezieht und nicht auf den Belieferungsbeginn!).
    > Bei immergrün telefonisch nachgefragt, was der Grund für die Verweigerung war und ob dieser bei Enstroga oder immergrün liegt. Zwar könne man in keinerlei Unterlagen einsehen, aber man versicherte mir, die Ablehnung kam seitens Enstroga.
    > Enstroga am Telefon: Es fand nie eine Kündigungsanfrage seites immergrün statt.
    > Aus einem erneuten Telefonat mit immergrün konnte ich sehr deutlich heraushören, dass immergrün natürlich auch interne Gründe haben kann, einen Neukunden „abzuweisen“.
    > Wie in anderen Kommentaren schon erwähnt, fand auch bei mir die Zahlung des Sofortbonus nie statt. Enstroga angerufen: „Wurde vergessen, Überweisung geht sofort raus.“
    > Sofortbonus angekommen, allerdings nicht der im Vertrag genannte Betrag, sondern nur etwa 80%.
    > Enstroga am Telefon: „Sie haben nicht die 3500 kWh verbraucht, die Sie zum Vertragsabschluss angegeben haben, deshalb habe ich den Sofortbonus entsprechend prozentual angepasst. Aber ich kann die Nachzahlung des fehlenden Betrags für den Sofortbonus jetzt in die Wege leiten.“

    Die Moral daraus: Einen weiten Bogen um Anbieter dieser Art (und am besten auch um Check24, verivox & Co.) machen. Bin jetzt mit 18 Euro/Monat Grundpreis und 0.35 Euro/kWh Arbeitspreis ein Jahr an Enstroga gebunden, wohingegen beispielsweise die Stadtwerke wesentlich günstigere Angebote haben..

    Witz: Als ich abwechselnd bei immergrün und Enstroga angerufen und jeweils mein Problem geschildert habe, musste ich richtig schmunzeln, als bei immergrün wie auch bie Enstroga die selbe Person am anderen Ende der Leitung saß. Ich so: „Sie wissen ja schon um was es geht…“

    Der Wahnsinn.

    Antworten
    • 15. Juni 2018 um 17:20
      Permalink

      Ich bin sehr zuversichtlich, dass Sie sich gegen die zu hohen Strompreise wehren können. Mit Sicherheit gab es eine Preiserhöhung in den letzten Jahren, die sehr wahrscheinlich unzulässig ist. Wenn Sie möchten, unterstütze ich Sie beim Widerspruch.
      VG
      Moeschler

      Antworten
      • 16. Juni 2018 um 10:54
        Permalink

        Danke für den Kommentar.
        Es gab im November eine E-Mail von Enstroga mit der entsprechenden Ankündigung der Preissteigerung. Unter anderem heißt es da:

        „Abhängig von den weiteren Entwicklungen der Gesamtpreisbestandteile gilt für Sie ab dem 01.05.2018 ein neuer Arbeitspreis von 35 Cent pro kWh brutto wobei wir Ihren Grundpreis weiter konstant halten. Das damit einhergehende Sonderkündigungsrecht ist selbstverständlich und kann von Ihnen bis zum Wirksamwerden der Anpassungen jederzeit genutzt werden. Und auch in dieser Situation werden Sie unseren guten Kundenservice zu schätzen wissen.“

        Da ich ja über die Preissteigerung informiert und vage auch über ein Sonderkündigungsrecht (wann werden die Anpassungen wirksam?) aufgeklärt wurde, kann ich mir eigentlich gar nicht vorstellen, dass ich da im Nachhinein noch etwas tun kann.
        Falls doch, begrüße ich jeden Ratschlag natürlich sehr!

        Antworten
        • 17. Juni 2018 um 21:29
          Permalink

          Ab wann endet denn Ihre Preisgarantie? Bis dahin können Sie Ihr Sonderkündigungsrecht wahrnehmen.

          Auch wenn dieses abgelaufen ist, sehe ich gute Möglichkeiten, gegen die Preiserhöhung vorzugehen. Diese war womöglich versteckt, in jedem Fall aber unzulässig hoch.
          Gerne unterstütze ich Sie dabei (natürlich kostenlos). Schreiben Sie mich gerne an: mrmoeschler(at)gmail.com.
          VG
          Moeschler

          Antworten
  • 29. Mai 2018 um 12:13
    Permalink

    Hallo, ich hab mal eine Frage.
    Folgende Eckdaten:
    Energieliefervertrag über Verivox bei immergrün(Strom) abgeschlossen.
    Tarif:Sparen sie 3-fach
    Belieferungsbeginn: 15.12.2016
    Jahresverbrauch 5000 KWh
    Arbeitspreis: 24,30Cent/kWh
    Grundpreis: 8,25€/Monat
    Eingeschränkte Preisgarantie 12Monate
    Vertragslaufzeit: 12Monate
    K.Frist: 6Wochen zum Vertragsende
    Vertragsverlängerung: 12Monate
    Sofortbonus: 64€ (60 Tage nach Belieferungsbeginn)
    Bonus 15% inklusive
    Gratisenergie: 109,52€

    Das waren die ursprünglichen Daten.
    nach 1.Jahr automatische Verlängerung ab 15.12.2017- 15.12.2018 (hab vergessen zu kündigen)
    nun zum Problem:
    Ich wollte online bei immergrün meine Vertragsdaten abrufen, da gab es aber keine Möglichkeiten sich seine Stammdaten anzusehen.Darauf hin habe ich dort angerufen(8.5.2018) um nach dem nächst möglichen Kündigungszeitpunkt zu fragen.Ganz beiläufig kam das Thema auf den Sofortbonus ohne das ich es speziell Ansprach sagte man mir ,dass es sein kann das der Bonus noch nicht gezahlt wurde und ich solle es überprüfen!?
    Siehe da er war noch nicht gezahlt sowie das Rest Rechnungsguthaben und Gratisenergie ebenso.
    Darauf hin schrieb ich immergrün an und am 11.5.2018 wurden fast 450€ nachgezahlt.
    Laut Vertrag muss zumindest der Sofortbonus 60 Tage nach Belieferungsbeginn gezahlt werden.
    Das heißt doch im Klartext ein Zahlungsverzug (für den Sofortbonus) von ca. 14Monaten?!
    Ich telefonierte mit Verivox, die sagten mir das in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht besteht.
    Immergrün blockt ab. Besteht das Sonderkündigungsrecht auch noch jetzt, obwohl immergrün die ausstehenden Zahlungen bereits verspätet beglichen hat?
    Wenn ja , wie kann ich vorgehen um schnellstmöglichst von diesem dubiosen Unternehmen weg zukommen?
    Vielen Dank

    Antworten
    • 29. Mai 2018 um 18:52
      Permalink

      Meiner Einschätzung nach haben Sie kein Sonderkündigungsrecht. Zu diesem Sachverhalt habe ich hier einen Beitrag erstellt (siehe Punkt „Sonderkündigungsrecht aufgrund Verletzung vertraglicher Pflichten“). Dort schreibe ich, dass ein Sonderkündigungsrecht für Verbraucher besteht, wenn der Stromanbieter trotz Fristsetzung von mindestens 14 Tagen seiner Verpflichtung nicht nachkommt. Ihrem Sachverhalt nach hat aber immergrün innerhalb von 7 Tagen Ihre Beschwerde gelöst.
      Wissen Sie, wieso Verivox zu einer anderen Schlussfolgerung kommt? Was sind deren Argumente?

      Antworten
  • 22. März 2018 um 22:07
    Permalink

    Vielen Dank, hat mir geholfen. Zwei Stunden später war die Schlussrechnung da. Der Bonus wurde drei Tage danach überwiesen.

    Antworten
  • 8. März 2018 um 10:27
    Permalink

    Hallo, auch mich hat es erwischt. Immergrün (von verivox empfohlen und geprüft?) betrügt schon bei der Schlusrechnung.
    Ich wurde in der Zeit vom 22.01.17 bis 21.01.18 mit Strom versorgt. Es wurden immer schön die monatlichen Zahlungen abgebucht und die Abrechnung weist auch keinen Rückstand auf. Den Anbieter habe ich bereits Ende letzten Jahres gekündigt und habe seit dem 22.02.18 einen neuen Stromversorger. Das mit der Kündigung hat über den neuen Versorger gut geklappt und wurde von immergrün bestätigt.

    Nun erhielt ich meine Abrechung am 22.02.18, alle meine Zahlungen drauf, auch der Sofortbonus und 1 Monat „stromfrei“ wurden aufgeführt. Da ich weniger verbraucht habe steht mir ein Guthaben von fast 300 Euro zu. Dies wollte man zeitnah überweisen. bisher nicht geschehen. Leider haben sie auf der Endabrechnung, wie ich jetzt festgestellt habe den 15% Neukundenbonus nicht berechnet und im letzten Satz auf Nichtzahlung hingewiesen.

    „Bonusgewährung:
    Ein Neukundenbonus wird im Rahmen der ersten Jahresabrechnung nach 12 Monaten Belieferung gewährt. Sollte keine Bonuszahlung ausgewiesen sein, prüfen Sie bitte zunächst, ob:
    • dieser nicht bereits in einer der vorangegangenen Rechnungen enthalten war
    • eine Bonuszahlung vertraglich vorgesehen ist und Sie nicht gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen haben • eine mindestens 12-monatige Belieferung im selben Tarif an derselben Abnahmestelle erfolgt ist
    • ausschließlich private Nutzung im Privatstromtarif stattgefunden hat
    Nur bei Vorliegen dieser Bedingungen ist es überhaupt möglich, eine Bonuszahlung zu gewähren. Bei Rückfragen zu Ihrem Vertragsstatus sind wir gerne für Sie da.“

    Aber wie dreist ist das den, die aufgeführte Gutschrift für Sofortbonus und „stromfrei“ haben die nie ausgezahlt, …sieht schon wie gewerbsmäßiger Betrug aus.

    Ich will mich mal dem Kampf stellen, aber weiss nicht wie ich jetzt genau vorgehen sollte, da ich nicht unbedingt einen RA einschalten will. Ich habe hier gelesen, dass der Streitwert nicht hoch genug sei.

    Für gute Anregungen wäre ich dankbar.

    Antworten
    • 8. März 2018 um 22:58
      Permalink

      Zu Bonus-Verweigerung: Den Bonus wegen Nicht-Zahlung zu verweigern geht aus meiner Sicht nur, wenn Sie wiederholt in Zahlungsverzug geraten sind. Zudem darf der Stromanbieter nicht für den Zahlungsverzug verantwortlich sein, indem er z.B. das Sepa-Lastschriftmandat kündigt.
      Zum Einschalten eines Rechtsanwalts: Wenn der Streitwert gering ist, dann verdienen Rechtsanwälte nach der Gebührenordnung nicht viel. Es lohnt sich für sie nicht, sich in ein Thema einzuarbeiten. Die Folge bei mir war, dass der Rechtsanwalt Mist gebaut hat (und noch nicht mal den Text abgeschickt hat, den ich für ihn geschrieben habe).  siehe meinen Erfahrungsbericht.
      Vor diesem Hintergrund rate ich 1. eine ordentliche Mahnungen zu schreiben, dann 2. Ein Beschwere auf de.reclabox.com zu veröffentlichen und zuletzt 3. Die Schlichtungsstelle einzuschalten. Insbesondere bei Nichtauszahlung des Guthabens ist ja der Sachverhalt eindeutig. Die meisten Verbraucher dürften ohne einen Rechtsanwalt sehr gut zurecht kommen – gerne auch mit meiner Hilfe!

      Antworten
  • 2. März 2018 um 14:54
    Permalink

    Auch ich habe eine Schlussrechnung von extraenergie am 1.2.2018 erhalten, die mich von 1.1-31.12.17 mit Strom belieferte. Auf die Auszahlung meines Guthabens in Höhe von 419,57 € warte ich bis heute.
    Anrufe bei der Hotline und eine email erbachten nichts, leider war auch Verivox der Meinung sie könnten da nichts tun.
    Ich werde am Wochenende noch einmal per Einschreiben eine Nachfrist zur Auszahlung setzen und dann hoffen, dass sich was tut.
    Am meisten ärgert mich, dass dieser unseriöse Anbieter weiter über Verivox vermittelt wird.

    Antworten
    • 2. März 2018 um 21:45
      Permalink

      Bei Verivox werden jene Stromanbieter gezeigt, „die innerhalb der letzten 6 Monate von mindestens 70% der von Verivox an den Versorger vermittelten Kunden als empfehlenswert bewertet wurden.“
      Zur Orientierung: immergrün hat eine 77%-Rate, Grüner Funke eine 86%-Rate und BEV hat 91%. Diese Unternehmen werden somit angezeigt. Die ExtraEnergie wird demnach nicht mehr angezeigt, weil nur 42% der Kunden diesen Stromanbieter weiterempfehlen (Stand: 02.03.2018). Diese Rate von ExtraEnergie ist in den letzten Monaten sehr stark gesunken.
      Weil fast alle Stromanbieter in den Vergleichen aufgeführt, auch die mit den vielen Verbraucherbeschwerden, empfehle ich vor einem Stromvergleich die aktuelle Liste der Stromanbieter mit den meisten Verbraucherbeschwerden anzuschauen.

      Antworten
  • 28. Februar 2018 um 14:10
    Permalink

    Ich habe massive Probleme mit der ExtraEnergie GmbH. Am 07.02.2018 erhielt ich die Schlussrechnung mit einem Guthaben über 106,12 Euro. Dieses Guthaben sollte nach 14 Tagen auf mein Konto überwiesen werden, was natürlich nicht geschah. Ich habe bei ExtraEnergie angerufen und wurde dort nur vertröstet, diverse E-Mail wurden immer mit der Bitte um Geduld und dem Versprechen der baldigen Auszahlung beantwortet. Ich habe dann Verivox eingeschaltet, da ich seinerzeit den Stromliefervertrag mit ExtraEnergie GmbH über Verivox abgeschlossen hatte. Die Mitarbeiterin von Verivox war sehr freundlich und hat mir versichert, dass Verivox das Unternehmen ExtraEnergie GmbH anschreiben und auffordern wird mir mein Guthaben auszuzahlen. Verivox hat tatsächlich Wort gehalten und ExtraEnergie GmbH angeschrieben, worauf sich ExtraEnergie bei mir per E-Mail gemeldet hat und sich für die Unannehmigkeit entschuldigte und eine Überweisung des Guthaben ankündigte. Man ahnt es schon, es geschah nichts, ich habe mein Geld von ExtraEnergie nicht erhalten. Daraufhin habe ich eine Beschwerde über die Praxis bezüglich des nicht auszahlen von Kundenguthaben von ExtraEnergie auf ReclaBox veröffentlicht. Auf diese Beschwerde auf ReclaBox meldete sich ExtraEnergie wieder mal per E-Mail bei mir, entschuldigte sich zum x-ten mal für die Unannehmigkeiten und versprach die zügige Überweisung meines Guthaben. Ja, es passierte natürlich nichts, auch diesmal blieb es bei dem Versprechen und das Geld wurde nicht überwiesen. Jetzt habe ich ExtraEnergie die Beantragung eines Mahnbescheides gegen sie angedroht aber auch das lässt die völlig kalt. Wie ist es möglich, dass dieses Unternehmen, vor dem im Jahr 2014 selbst Stiftung Warentest als unseriöses Unternehmen warnte, bis heute ungehindert seine Kunden schickaniert?

    Antworten
    • 1. März 2018 um 06:42
      Permalink

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich würde mich freuen, wenn Sie die Reaktion von ExtraEnergie auf dieser Seite teilen könnten. Ich bin mir sicher, dass viele Verbraucher interessiert, was Ihr beherztes Handeln bei ExtraEnergie bewirkt.
      In 2014 war ich Opfer einer versteckten Preiserhöhung. Obwohl ich im Recht war, hat der damalige Stromanbieter sogar eine Feststellungsklage gegen mich eingereicht, als ich mich wehren wollte. Ich habe mich auch gefragt, wie es sein kann, dass solche Geschäftspraktiken immer noch Gang und Gebe sein können.
      Ich bin der Überzeugung, dass viel mehr Verbraucher beherzt gegen die Praktiken dieser Stromanbieter vorgehen sollten. Nur dann lohnt es sich finanziell nicht, verbraucherfeindlich aufzutreten. Ich habe diese Internetseite ins Leben gerufen, damit sich mehr Verbraucher wehren. Viele Beispiele zeigen, dass sich der Aufwand lohnt!

      Antworten
  • 20. Februar 2018 um 09:15
    Permalink

    Habe auch keine guten Erfahrungen mit Strogon gemacht. Mein Vertrag lief bis 10.12.2017. Am 18.1.2018 kam die Endabrechnung mit einem Guthaben von ca 350€. Bis heute konnte ich noch keinen Geldeingang verbuchen. Werde nun auf die Tips dieser Seite zurückgreifen.

    Antworten
  • 19. Februar 2018 um 13:49
    Permalink

    Gleiches passiert beim Stromanbieter Strogon. Ein Guthaben aus monatlichen Überzahlungen wird nach Vertragsende einfach nicht ausgezahlt, obwohl auf der Rechnung „Ihr Guthaben wird innerhalb der nächsten 30 Tage auf folgendes Konto…“. Auch wird einem unterstellt, dass ein Gewerbe vorliegt und der Jahresbonus nicht gezahlt wird. Alles sehr ärgerlich mit diesem Stromanbieter…

    Antworten
    • 19. Februar 2018 um 14:07
      Permalink

      Vielen Dank für den Hinweis. Ich beobachte Strogon nun schon seit einem Jahr und befürchte, dass dieser Stromanbieter noch viel Ärger bereiten könnte (http://verbraucherhilfe-stromanbieter.de/strogon-erfahrungen/).

      Die verspätete Auszahlung sowie Verweigerung des Boni aufgrund des Gewerbes sind unzulässig. Wehren Sie sich – es lohnt sich. Gerne unterstütze ich Sie dabei!

      Viel Erfolg!

      Antworten
  • 22. Dezember 2017 um 18:04
    Permalink

    Mache grade einen totalen Albtraum mit Fluxx / Grüner Funke durch. Wir zahlen immer pünktlich per Dauerauftrag, hatten aber im Frühjahr weder die Mails zur Erhöhung unseres Abschlags noch zur Gutschrift wg. Überzahlung im Vorjahr bekommen.

    Dann bekamen wir am 7.12. eine Rechnungserinnerung worauf hin wir uns telefonisch an den Anbieter wandten. Dadurch wurde auch die Gutschrift (42 Euro) aufgedeckt – angeblich fehlten unsere Kontodaten, weshalb wir diese sofort übermittelten.

    Wir beglichen unseren Fehlbetrag (28 Euro) am 12.12.. Damit versäumten wir wohl die Zahlungseingangsfrist (13.12.). Nun erhielten wir am 22.12. einen auf den 15.12. datierten Brief, der uns letzmalig zur Zahlung von 30,50 Euro (=28 Euro+2,50 Euro Mahngebühr) bis 22.12. auffordert, gedroht wird mit Inkasso und Kündigung des Liefervertrags. Habe die 2,50 Euro umgehend überwiesen, fürchte aber, die Frist wieder zu reissen.

    Die uns eigentlich noch zustehende Gutschrift ist übrigens bisher nicht eingegangen.

    Antworten
  • 9. Dezember 2017 um 14:52
    Permalink

    Ich habe diesbezüglich eine ziemlich krasse Erfahrung mit dem Gasanbieter Priogas gemacht.

    Ich hatte im Vorjahr aufgrund eines Sondereffektes 30% mehr Gas verbraucht als sonst, das war (logischerweise) Basis der Abschlagberechnung. Ich hatte damals einen Vertrag mit Quartalszahlung, also einen Abschlag von 450 Euro in 3 Monaten. Am Ende des Winters war klar, daß die Rechnung hoch überzahlt sein würde, also bat ich um Reduzierung des Abschlags. Abgelehnt: „Wir ändern Abschläge erst am Lieferjahresende.“

    Am Lieferjahresende kam keine Rechnung — aber eine Abschlagsrechnung in unveränderter Höhe (320 wäre aufgrund des Verbrauchs im letzten Jahr angemessen gewesen, unverändert 450 haben sie verlangt). Ich hatte mir ausgerechnet, daß ich aus der Rechnung eine Erstattung in Höhe von 750 Euro zu erwarten hätte. Die Rechnung kam aber nicht — wohl aber eine Mahnung, der ich widersprach: Erst Erstattung, dann neues Geld.

    Die Rechnung kam immer noch nicht, stattdessen 3 Monate später eine neue Abschlagsrechnung. Ich widersprach wieder und zahlte wieder nicht: Erst Erstattung aus dem alten Jahr, dann Festlegung eines realistischen Abschlags, dann zahle ich. Es kam eine Mahnung, der ich widersprach, dann ein Inkasso (Ich war immer noch im Plus!). Ich rief an, „Tschuldigung, daß die Rechnung noch nicht erstellt wurde, die kommt nun in wenigen Tagen.“ Sie kam aber nicht, stattdessen kam drei Monate später die nächste Abschlagsrechnung.

    Eine Zahlung ist erst fällig, wenn eine Rechnung vorliegt, ohne Rechnung kommt man (cum grano salis) juristisch nicht in Verzug. Also zahlte ich wieder nicht.

    Die Rechnung kam immer noch nicht, dafür aber die vierte Quartalsabschlußrechnung – immer noch treuherzig mit dem unverändert zu hohen Abschlag von 450 Euro. Ich zahlte auch diese, vierte, Quartalsrechnung nicht. Das assoziierte Inkassounternehmen hielt in der Zwischenzeit übrigens die Füße still – der Anspruch von Priogas wäre juristisch nicht durchsetzbar gewesen.

    Drei Wochen später kam die Rechnung dann (Mitte Juli für den Zeitraum Oktober – September des VORJAHRES). Die korrekt berechnete Überstattung in Höhe von 750 Euro verrechnete Priogas mit den vier überhöhten Abschlägen für das laufende Jahr (zusammen 1800 Euro) und wollte von mir sofort 1200 Euro haben. Ihre angeblichen Inkassokosten hatten sie natürlich getreulich mit aufgeführt. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt den Verbrauch des laufenden Jahres schon gut abschätzen (nämlich 1200 Euro), bezahlte daher eine der Abschlagsrechnungen. Damit war die Gasrechnung bis zu diesem Zeitraum mehr als bezahlt, für die Schlußrechnung in 3 Monaten blieben noch etwa 100 Euro (die ich in diesem Zeitraum auch verbrauchen würde). Gleichzeitig kündigte ich den Liefervertrag.

    Aber, o Wunder! Priogas wollte mich nicht gehen lassen, ich hätte die Kündigungsfrist von 3 Monaten verpaßt. Ok, das stimmt zwar formal, ein Geschmäckle hat das aber doch: Selber die gesetzliche Rechnungsfrist um ein Dreivierteljahr überziehen und dann einen Aufriß mit der Kündigungsfrist machen.

    Die nächste Abschlagsrechnung kam — natürlich unverändert, obwohl Priogas nun schon zwei Jahre Gas geliefert hatte und gemerkt haben müßte, daß ich viel weniger Gas verbrauchte. Ich zahlte zeitnah einen angemessenen Abschlag von 320 Euro und widersprach der Mahnung. Ein Inkasso trudelte mal wieder ein. Ich widersprach dem natürlich auch. Weihnachten kam die nächste Abschlagsrechnung in Höhe von 450 Euro. Ich zahlte wieder 320 Euro und rief der Hotline an. „Ja wir sehen schon, daß die Abschläge zu hoch sind, aber rückwirkend kann man das nicht mehr ändern, zahlen sie halt. Der nächste Abschlag wird dann reduziert.“

    Das stimmte! 3 Monate später kam tatsächlich eine reduzierte Abschlagsrechnung in Höhe von 250 Euro. Aber bevor noch mein Dauerauftrag ausgeführt wurde (in Höhe von 320 Euro), kündigte Priogas den Vertrag „wegen anhaltender Nichtzahlung von Rechnungen.“ Glück muß der Mensch haben! Meinen Dauerauftrag konnte ich noch stoppen. Priogas hatte erfreulicherweise noch Geld von mir zu bekommen, das war in meinem Sinne. So mußte ich jedenfalls meinem Geld nicht nachlaufen. Das sollte die Erstellung einer Endrechnung beschleunigen, hoffte ich (vergebens). Stattdessen kam erst einmal ein Inkasso für die Rechnung (die für eine Zeit galt, für die Priogas mich überhaupt nicht mehr belieferte).

    Die Schlußrechnung brauchte dann noch weitere drei Monate. Ich mußte von ihr dann natürlich all die überflüssigen Mahn- und Inkassokosten abziehen, die der Computer von Priogas getreulich aufgelistet hatte, bezahlte den Rest umgehend aufs Cent genau und dachte, das Kapitel Priogas sei damit erledigt.

    War es nicht.

    Sechs Wochen später kam eine Stornorechnung für die letzte Quartalsrechnung und nochmal sechs Wochen später ein Schreiben der hauseigenen Inkassofirma, das Inkasso für diese Rechnung sei aufgehoben. Zu gut, daß ich die Inkassogebühren nicht bezahlt hatte, die hätte ich wohl nicht wiedergesehen.

    Ein Jahr (!) später trudelte dann eine Klagandrohung eines Rechtsanwalts ein, der von mir im Auftrag das Entgelt für -21.123 kWh (Minus!) Strom (!) haben wollte. Dem habe ich zurückgeschrieben, er möge doch zunächst einmal die Logik seines Schriftsatzes prüfen und sich dann ggf. wieder melden.

    Das hat er dann aber nicht getan.

    Ich darf somit annehmen, daß das Kapitel Priogas für mich beendet ist 🙂

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  • 21. November 2017 um 19:32
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    Hallo, guten Abend.
    nach der ersten Jahresabrechnung für Strom (bei einem Billiganbieter, Name will ich im Moment noch nicht nennen, da aktuell eine friedvolle Lösung angestrebt wird)) habe ich ein Guthaben von
    630.00 € ! Auf der Rechnung steht: …dieses Guthaben zahlen wir Ihnen binnen 30 Tagen auf Ihr Konto zurück…. Mittlerweile hat der Stromlieferant innerhalb 3 Wochen drei(!) korrigierte Jahresabrechnungen erstellt mit nur geringfügig geändertem Guthaben…. jedesmal heißt es wieder ..binnen 30 Tagen erfolgt Rückzahlung… Dadurch verzögert sich die Auszahlung ja ständig – ich nehme an, das ist Taktik.
    Klar warte ich jetzt mal die 30 Tages-Frist ab. Wenn das Geld dann nicht zurückbezahlt ist, gehe ich davon aus, daß ich sofort gerichtlich Klagen kann (MB, usw) oder muß ich erst umständlich abmahnen?
    Weiteres Problem:
    Aufgrund des hohen Guthabens habe ich mehrmals schriftlich versucht, daß die monatlichen Abschläge angemessen herabgestzt werden – der Stromlieferant ignoriert das einfach. Er hat von mir eine SEPA-Einzugserm. die ich jetzt gerne zurückziehen will und dann die angemessenen Vorauszahlungen per normaler Überweisung zahlen…
    Hat da jemand ähnliche Erfahrungen – und was wurde dagegen unternommen – wie vorgegangen.?
    Grüße KBF

    Antworten
  • 8. November 2017 um 13:45
    Permalink

    Auch ich kann von schlechten Erfahrungen mit dem Gas Anbieter „immergrün“ berichten.
    Obwohl fristgerecht gekündigt und auch sonst alle Bedingungen genau eingehalten, wurde der Sofortbonus und auch die 15% Neukundenbonus nicht verrechnet.

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    • 7. Juli 2018 um 10:42
      Permalink

      Ich hatte ähnliche Probleme mit Immergrün. Ein Anruf ergab, dass mir unterstellt wurde, ich wäre ein gewerblicher Verbraucher. Das scheint eine Masche dieser Firma zu sein. Nachdem ich gestern eine Beschwerde in der Reclabox veröffentlichte, kam eine Rückmeldung der Firma in mir wurde die Zahlung des Bonus zeitnah (was das auch immer heißt) zugesagt. Ich bin gespannt, ob die Firma ihre Zusage hält.

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      • 8. Juli 2018 um 20:38
        Permalink

        … wenn immergrün nicht „zeitnah“ überweist, dann sollten Sie schriftlich eine Frist setzen – am besten auf Reclabox und per E-Mail (nehmen Sie dort am besten Bezug auf die Kommunikation über Reclabox).
        Viel Erfolg!

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