1. Verspätete Stromabrechnung und Zahlung von Guthaben

Nach §40 Abs. 4 EnWG muss der Stromanbieter sicherstellen, dass Privatkunden Ihre Abrechnung spätestens 6 Wochen nach Beendigung der Abrechnungsperiode erhalten. Ergibt sich ein Guthaben (Rechnungsüberschuss), dann muss der Stromanbieter dieses Guthaben umgehend an Sie erstatten oder spätestens mit der nächsten Abschlagszahlung ausgleichen. Eine Verrechnung mit mehreren Abschlagszahlungen ist nicht zulässig (LG Düsseldorf; AZ: 12 O 474/12; OLG Düsseldorf I-20 U 136/14). Entgegenstehende ABGs sind nach §307 BGB unwirksam. Aus Foren und auf Reclabox.de wird häufig bemängelt, dass Guthaben nicht ausgezahlt und Stromabrechnungen verspätet erstellt werden. Insbesondere bei den Energieversorgern

werden Verspätungen beklagt (siehe hier). Insbesondere bei diesen Unternehmen empfehle ich im Falle eines Verzugs schnell zu mahnen und eine Woche Frist einzuräumen. Wenn Sie nach dieser First keine oder eine nicht-zufriedenstellende Antwort erhalten haben, bietet sich eine Beschwerde auf Reclabox an.

2. Verspätete Auszahlung des Sofortbonus

Häufig werden laut AGB der Sofortbonus nach 60 oder 90 Tagen ausgezahlt. Prüfen Sie zuerst in Ihren Vertragsunterlagen, welche Frist dem Stromanbieter für die Auszahlung des Sofortbonus zusteht. Erfahrungsgemäß werden diese Zahlungen häufig verspätet ausgezahlt. Gehen Sie dann am besten so wie oben beschrieben vor: Mahnen Sie mit einer Woche Frist und nach Ablauf der Frist erwägen Sie, eine Beschwerde auf Reclabox zu schreiben.

3. Ersparen Sie sich diesen Ärger und wechseln Sie das nächste Mal zu einem seriösen Stromanbieter

Bei der Wahl eines neuen Stromanbieters sollten Sie neben dem Preis sollten Sie auch auf die Kundenfreundlichkeit des Stromanbieters achten. Meiden Sie z.B. Stromanbieter mit vielen Verbraucherbeschwerden. Dann brauchen Sie sich zukünftig nicht mehr über Ihren Stromanbieter zu ärgern. Wie Sie einen seriösen Stromanbieter finde, erfahren Sie hier:

4. Warum tun Stromanbieter so etwas?

Wenn Stromanbieter Ihnen Ihr Guthaben erst verspätet auszahlen, können sich die Unternehmen günstiger finanzieren. Letztendlich geben Sie unfreiwillig dem Stromanbieter einen kostenlosen Kredit. Zudem besteht die Gefahr, dass die Rückzahlung Ihres Guthabens im Laufe der Zeit „vergessen“ werden. Dies steigert natürlich den Gewinn des Stromanbieters immens! Andererseits haben Stromanbieter mehr Verwaltungsarbeit, weil sich mehr Verbraucher beschweren. Zudem leidet die Glaubwürdigkeit des Unternehmens darunter, was die Kundenakquise erschwert.

Insgesamt scheinen die Vorteile für die Stromanbieter den Nachteilen zu überwiegen. Verspätete Auszahlungen von Guthaben und Boni sind der häufigste Beschwerdegrund von Verbrauchern.

 

Haftungsausschluss: Trotz aller Sorgfalt kann dieser Text und Inhalte auf der Internetseite Fehler enthalten. Es handelt sich ferner nicht um eine Beratungsleistung, sondern um die Meinung des Autors. Jeder Verbraucher sollte seinen spezifischen Sachverhalt selbstkritisch prüfen. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com.

Fragen / Anmerkungen / Erfahrungen

Wenn Sie Anmerkungen und Fragen haben, oder über Ihre eigenen Erfahrungen berichten können, dann freue ich mich über einen Kommentar von Ihnen! Auf diese Weise tragen Sie dazu bei, dass auch andere betroffene Verbraucher von Ihrem Wissen profitieren.

 

4 Gedanken zu „Guthaben nicht ausgezahlt, Stromabrechnung verspätet

  • 8. November 2017 um 13:45
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    Auch ich kann von schlechten Erfahrungen mit dem Gas Anbieter „immergrün“ berichten.
    Obwohl fristgerecht gekündigt und auch sonst alle Bedingungen genau eingehalten, wurde der Sofortbonus und auch die 15% Neukundenbonus nicht verrechnet.

     
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  • 21. November 2017 um 19:32
    Permalink

    Hallo, guten Abend.
    nach der ersten Jahresabrechnung für Strom (bei einem Billiganbieter, Name will ich im Moment noch nicht nennen, da aktuell eine friedvolle Lösung angestrebt wird)) habe ich ein Guthaben von
    630.00 € ! Auf der Rechnung steht: …dieses Guthaben zahlen wir Ihnen binnen 30 Tagen auf Ihr Konto zurück…. Mittlerweile hat der Stromlieferant innerhalb 3 Wochen drei(!) korrigierte Jahresabrechnungen erstellt mit nur geringfügig geändertem Guthaben…. jedesmal heißt es wieder ..binnen 30 Tagen erfolgt Rückzahlung… Dadurch verzögert sich die Auszahlung ja ständig – ich nehme an, das ist Taktik.
    Klar warte ich jetzt mal die 30 Tages-Frist ab. Wenn das Geld dann nicht zurückbezahlt ist, gehe ich davon aus, daß ich sofort gerichtlich Klagen kann (MB, usw) oder muß ich erst umständlich abmahnen?
    Weiteres Problem:
    Aufgrund des hohen Guthabens habe ich mehrmals schriftlich versucht, daß die monatlichen Abschläge angemessen herabgestzt werden – der Stromlieferant ignoriert das einfach. Er hat von mir eine SEPA-Einzugserm. die ich jetzt gerne zurückziehen will und dann die angemessenen Vorauszahlungen per normaler Überweisung zahlen…
    Hat da jemand ähnliche Erfahrungen – und was wurde dagegen unternommen – wie vorgegangen.?
    Grüße KBF

     
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  • 9. Dezember 2017 um 14:52
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    Ich habe diesbezüglich eine ziemlich krasse Erfahrung mit dem Gasanbieter Priogas gemacht.

    Ich hatte im Vorjahr aufgrund eines Sondereffektes 30% mehr Gas verbraucht als sonst, das war (logischerweise) Basis der Abschlagberechnung. Ich hatte damals einen Vertrag mit Quartalszahlung, also einen Abschlag von 450 Euro in 3 Monaten. Am Ende des Winters war klar, daß die Rechnung hoch überzahlt sein würde, also bat ich um Reduzierung des Abschlags. Abgelehnt: „Wir ändern Abschläge erst am Lieferjahresende.“

    Am Lieferjahresende kam keine Rechnung — aber eine Abschlagsrechnung in unveränderter Höhe (320 wäre aufgrund des Verbrauchs im letzten Jahr angemessen gewesen, unverändert 450 haben sie verlangt). Ich hatte mir ausgerechnet, daß ich aus der Rechnung eine Erstattung in Höhe von 750 Euro zu erwarten hätte. Die Rechnung kam aber nicht — wohl aber eine Mahnung, der ich widersprach: Erst Erstattung, dann neues Geld.

    Die Rechnung kam immer noch nicht, stattdessen 3 Monate später eine neue Abschlagsrechnung. Ich widersprach wieder und zahlte wieder nicht: Erst Erstattung aus dem alten Jahr, dann Festlegung eines realistischen Abschlags, dann zahle ich. Es kam eine Mahnung, der ich widersprach, dann ein Inkasso (Ich war immer noch im Plus!). Ich rief an, „Tschuldigung, daß die Rechnung noch nicht erstellt wurde, die kommt nun in wenigen Tagen.“ Sie kam aber nicht, stattdessen kam drei Monate später die nächste Abschlagsrechnung.

    Eine Zahlung ist erst fällig, wenn eine Rechnung vorliegt, ohne Rechnung kommt man (cum grano salis) juristisch nicht in Verzug. Also zahlte ich wieder nicht.

    Die Rechnung kam immer noch nicht, dafür aber die vierte Quartalsabschlußrechnung – immer noch treuherzig mit dem unverändert zu hohen Abschlag von 450 Euro. Ich zahlte auch diese, vierte, Quartalsrechnung nicht. Das assoziierte Inkassounternehmen hielt in der Zwischenzeit übrigens die Füße still – der Anspruch von Priogas wäre juristisch nicht durchsetzbar gewesen.

    Drei Wochen später kam die Rechnung dann (Mitte Juli für den Zeitraum Oktober – September des VORJAHRES). Die korrekt berechnete Überstattung in Höhe von 750 Euro verrechnete Priogas mit den vier überhöhten Abschlägen für das laufende Jahr (zusammen 1800 Euro) und wollte von mir sofort 1200 Euro haben. Ihre angeblichen Inkassokosten hatten sie natürlich getreulich mit aufgeführt. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt den Verbrauch des laufenden Jahres schon gut abschätzen (nämlich 1200 Euro), bezahlte daher eine der Abschlagsrechnungen. Damit war die Gasrechnung bis zu diesem Zeitraum mehr als bezahlt, für die Schlußrechnung in 3 Monaten blieben noch etwa 100 Euro (die ich in diesem Zeitraum auch verbrauchen würde). Gleichzeitig kündigte ich den Liefervertrag.

    Aber, o Wunder! Priogas wollte mich nicht gehen lassen, ich hätte die Kündigungsfrist von 3 Monaten verpaßt. Ok, das stimmt zwar formal, ein Geschmäckle hat das aber doch: Selber die gesetzliche Rechnungsfrist um ein Dreivierteljahr überziehen und dann einen Aufriß mit der Kündigungsfrist machen.

    Die nächste Abschlagsrechnung kam — natürlich unverändert, obwohl Priogas nun schon zwei Jahre Gas geliefert hatte und gemerkt haben müßte, daß ich viel weniger Gas verbrauchte. Ich zahlte zeitnah einen angemessenen Abschlag von 320 Euro und widersprach der Mahnung. Ein Inkasso trudelte mal wieder ein. Ich widersprach dem natürlich auch. Weihnachten kam die nächste Abschlagsrechnung in Höhe von 450 Euro. Ich zahlte wieder 320 Euro und rief der Hotline an. „Ja wir sehen schon, daß die Abschläge zu hoch sind, aber rückwirkend kann man das nicht mehr ändern, zahlen sie halt. Der nächste Abschlag wird dann reduziert.“

    Das stimmte! 3 Monate später kam tatsächlich eine reduzierte Abschlagsrechnung in Höhe von 250 Euro. Aber bevor noch mein Dauerauftrag ausgeführt wurde (in Höhe von 320 Euro), kündigte Priogas den Vertrag „wegen anhaltender Nichtzahlung von Rechnungen.“ Glück muß der Mensch haben! Meinen Dauerauftrag konnte ich noch stoppen. Priogas hatte erfreulicherweise noch Geld von mir zu bekommen, das war in meinem Sinne. So mußte ich jedenfalls meinem Geld nicht nachlaufen. Das sollte die Erstellung einer Endrechnung beschleunigen, hoffte ich (vergebens). Stattdessen kam erst einmal ein Inkasso für die Rechnung (die für eine Zeit galt, für die Priogas mich überhaupt nicht mehr belieferte).

    Die Schlußrechnung brauchte dann noch weitere drei Monate. Ich mußte von ihr dann natürlich all die überflüssigen Mahn- und Inkassokosten abziehen, die der Computer von Priogas getreulich aufgelistet hatte, bezahlte den Rest umgehend aufs Cent genau und dachte, das Kapitel Priogas sei damit erledigt.

    War es nicht.

    Sechs Wochen später kam eine Stornorechnung für die letzte Quartalsrechnung und nochmal sechs Wochen später ein Schreiben der hauseigenen Inkassofirma, das Inkasso für diese Rechnung sei aufgehoben. Zu gut, daß ich die Inkassogebühren nicht bezahlt hatte, die hätte ich wohl nicht wiedergesehen.

    Ein Jahr (!) später trudelte dann eine Klagandrohung eines Rechtsanwalts ein, der von mir im Auftrag das Entgelt für -21.123 kWh (Minus!) Strom (!) haben wollte. Dem habe ich zurückgeschrieben, er möge doch zunächst einmal die Logik seines Schriftsatzes prüfen und sich dann ggf. wieder melden.

    Das hat er dann aber nicht getan.

    Ich darf somit annehmen, daß das Kapitel Priogas für mich beendet ist 🙂

     
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  • 22. Dezember 2017 um 18:04
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    Mache grade einen totalen Albtraum mit Fluxx / Grüner Funke durch. Wir zahlen immer pünktlich per Dauerauftrag, hatten aber im Frühjahr weder die Mails zur Erhöhung unseres Abschlags noch zur Gutschrift wg. Überzahlung im Vorjahr bekommen.

    Dann bekamen wir am 7.12. eine Rechnungserinnerung worauf hin wir uns telefonisch an den Anbieter wandten. Dadurch wurde auch die Gutschrift (42 Euro) aufgedeckt – angeblich fehlten unsere Kontodaten, weshalb wir diese sofort übermittelten.

    Wir beglichen unseren Fehlbetrag (28 Euro) am 12.12.. Damit versäumten wir wohl die Zahlungseingangsfrist (13.12.). Nun erhielten wir am 22.12. einen auf den 15.12. datierten Brief, der uns letzmalig zur Zahlung von 30,50 Euro (=28 Euro+2,50 Euro Mahngebühr) bis 22.12. auffordert, gedroht wird mit Inkasso und Kündigung des Liefervertrags. Habe die 2,50 Euro umgehend überwiesen, fürchte aber, die Frist wieder zu reissen.

    Die uns eigentlich noch zustehende Gutschrift ist übrigens bisher nicht eingegangen.

     
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