Lieber Leser,

ich war selber Opfer eines unseriösen Stromanbieters. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie belastend diese Erfahrung sein kann. Mein Fall war besonders. Diese Erfahrung war meine Motivation, weshalb ich mich entschied diese Internetseite aufzubauen und anderen Verbrauchern zu helfen. Lernen Sie aus meinen Erfahrungen und vermeiden Sie die Fehler, die ich begangen habe.

 

Vertragsschluss über ein Vergleichsportal

Über ein Vergleichsportal habe ich Ende Oktober 2013 einen Stromanbieter ausgewählt, der durch günstige Konditionen und gute bis sehr gute Kundenbewertungen (4,5 von 5 Sternen bewertet und 94% würden zu diesem Anbieter wechseln) überzeugte.

Der Vertragsabschluss verlief problemlos. Leidglich der genaue Vertragsbeginn war mir unklar, weil mir der Stromversorger in zwei E-Mails unterschiedliche Liefertermine mitteilte – einen im Rahmen der Auftragsbestätigung und eine separate E-Mail mit neuem Versorgungsbeginn. Zudem erschien mir die Abschlagszahlung sehr hoch.

Fehler 1: Wechseln Sie zu seriösen Stromanbietern. Gute Kundenbewertungen auf Vergleichsportalen schützen Sie nicht vor unseriösen Stromanbietern. Der Grund liegt wahrscheinlich darin, dass die meisten Kunden nur den konfliktfreien Vertragsabschluss bewertet haben. Wie Sie seriöse Stromanbieter finden, erfahren Sie hier.

Missglückter Stromanbieterwechsel

Im ersten Jahr meiner Stromversorgung erhielt ich eine sehr hohe Rückerstattung, weil meine Abschläge viel zu hoch veranschlagt waren. Das Unternehmen passte die Abschläge allerdings nicht an. Vor diesem Hintergrund entschied ich mich den Stromanbieter zu wechseln. Ich teilte dem neuen Anbieter den nächstmöglichen Kündigungstermin mit. Leider handelte es sich um den falschen Termin. Bei meinem Stromanbieter beginnt die Vertragslaufzeit inzwischen mit dem Tag der Antragsannahme und nicht mit dem Belieferungsdatum. Der Wechsel des Stromanbieters verschob sich daher um fast ein ganzes Jahr. Das Ausmaß dieses Fehlers wurde mir erst Anfang 2016 bewusst.

Fehler 2: Sie sollten den tatsächlichen Vertragsbeginn kennen (Vertragsannahme- oder Belieferungsdatum?) und am besten zwei Monate vor Kündigungsfrist kündigen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie zum falschen Zeitpunkt kündigen und vor Kündigungsfrist den Zeitpunkt nicht mehr korrigieren können. Dem Thema, wie Sie den Stromanbieter richtig kündigen, habe ich einen eigenen Beitrag gewidmet.

Fehler 3: Lassen Sie sich auf zu hohe Abschlagszahlungen nicht ein. Die Abschlagszahlung sollte sich am bisherigen Verbrauch orientieren (§41 (2) EnWG). Es ist nicht zulässig, dass der Verbraucher in Vorleistung tritt. Weiterführende Details finden Sie hier.

Jahresabrechnung 2015 mit versteckter Preiserhöhung

Stromanbieter sind verpflichtet, nach sechs Wochen die Jahresabrechnung zu erstellen. Mein Stromanbieter überschritt diese Frist und erst auf meine Mahnung  hin wurde mir die Abrechnung zugesendet. Meine Stromrechnung fiel über 50% höher aus als erwartet. Zunächst bin ich von einem Rechenfehler ausgegangen, bis mir der Versorger einen Tag später auf das Preisinformationsschreiben hinwies. Ich bemängelte umgehend die versteckte Preiserhöhung und deutete an, notfalls die Schlichtungsstelle und das Vergleichsportal einzuschalten. Daraufhin wurde mir in einem Standardschreiben ein Lösungsangebot angekündigt und es wurde darauf hingewiesen, dass das Unternehmen vier Wochen Zeit hat, eine Lösung zu finden. In einem kurzen Telefonat und in einer E-Mail wurde mir dann ein Lösungsangebot mitgeteilt, bei der die Grundpreiserhöhung von 6,98€ nur noch 12,95€ betragen würde. Die Begründungen für dieses Lösungsangebot wiesen inhaltliche Fehler auf und das Unternehmen war immer noch davon überzeugt, mich ordnungsmäßig über die Preiserhöhung unterrichtet zu haben. Mit Verweis auf die inhaltlichen Fehler lehnte ich das Angebot ab und bat um ein erneutes Telefonat. Bei sämtlichen E-Mails des Stromanbieters handelte es sich nach meiner Einschätzung um Standardtexte – auf meine individuellen Fragen wurde nicht eingegangen. Als ich zwei Wochen später noch immer keine Nachricht vom Versorger erhielt, erkundigte ich mich über das weitere Vorgehen.

Fehler 4: Bestätigen Sie nicht, dass Sie die E-Mail mit der Preiserhöhung vom Stromanbieter erhalten haben. Der Stromanbieter trägt die Beweisschuld, dass die E-Mail bei Ihnen eingegangen ist.

Mein Stromversorger reicht eine Feststellungsklage gegen mich ein

Kurz danach erhielt ich eine kurze Nachricht, dass das Unternehmen die ordentliche Gerichtsbarkeit beanspruchen möchte. Ich war verwirrt, denn schließlich habe ich nach wie vor meine Abschläge ohne Verzug in voller Höhe geleistet. Ich bin fest davon ausgegangen, dass es sich erneut um einen Standardtext handelt und das Unternehmen mich nicht verklagen kann. Ich bat erneut um ein Telefonat und kündigte an, mich an die Schlichtungsstelle zu wenden. Die Schlichtungsstelle ist für Verbraucher kostenlos und Unternehmen zahlen eine Pauschale von mindestens 100€.

Wenige Tage später versendete ich alle notwendigen Dokumente an die Schlichtungsstelle und hoffte so, mein Problem lösen zu können. Ich habe auch versucht das Vergleichsportal einzuschalten. Dem Unternehmen schilderte ich meinen Fall telefonisch. Ein Mitarbeiter erklärten mir, dass das Unternehmen nur im ersten Vertragsjahr zuständig sei und somit in meinem Fall keinen Einfluss habe. Ich musste feststellen, dass das Vergleichsportal nach wie vor den Stromanbieter vermittelte und den zahlreichen Beschwerden durch Verbraucher und Verbraucherschützern anscheinend keine Beachtung schenkte. Zudem habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Vergleichsportal keine Qualitätskontrolle seiner Kooperationspartner vornahm.

Am 31.01.2016 hat mich meine Freundin zum David Guetta-Konzert in Stuttgart eingeladen. Das Konzert konnte ich leider nicht in vollen Zügen genießen, denn kurz zuvor fand ich einen gelben Brief vom Amtsgericht im Briefkasten. Es war tatsächlich möglich, dass der Stromversorger Klage gegen mich einreicht! Die Konsequenz daraus ist, dass die Schlichtungsstelle nicht mehr vermitteln darf. Das Unternehmen versucht so die Kosten der Schlichtungsstelle zu umgehen – und womöglich hilft diese Vorgehensweise auch, rebellische Kunden einzuschüchtern, da hohe Gerichtskosten drohen. Ich muss gestehen, das Unternehmen hatte damit tatsächlich Erfolg in den ersten zwei Wochen. Ich war schockiert und das kundenunfreundliche Vorgehen hat mir meine Laune ganz schön verdorben. Ich konnte es nicht fassen, dass ein Unternehmen ein unqualifiziertes Vergleichsangebot vorschlägt, in den zahlreichen Standard-E-Mails nicht auf meine spezifischen Fragen und Gesprächsangebote eingeht und dann auch noch klagen darf.

Fehler 5: Lassen Sie sich vom Stromanbieter nicht einschüchtern und Ihre gute Laune verderben.

Probleme mit meinem Rechtsanwalt

Nach dem ersten Schock ließ ich mich nicht weiter einschüchtern. Ich informierte mich im Internet über den Sachverhalt und holte mir dann juristischen Rat. Zuerst ging ich zum Rechtsanwalt meines Unternehmens. Sofort fiel ihm auf, dass die Klage nicht ordentlich begründet ist. In der Klageschrift heißt es:

„Es wird festgestellt, dass dem Beklagten keine weiteren Ansprüche aus dem Stromliefervertag mit der Vertragsnummer XXX zustehen“.

Selbstverständlich stehen mir nach wie vor Rechte aus dem Stromliefervertrag zu, da ich nach wie vor noch Strom vom Stromanbieter beziehe! Ferner war der Rechtsanwalt überrascht, dass die Preiserhöhung derart versteckt war. Zudem äußerte er die Vermutung, dass die Ankündigung der Grundpreiserhöhung sittenwidrig und nicht durchsetzbar sei.

Weil der Rechtsanwalt meines Unternehmens keine Mandate annimmt, suchte ich mir einen Rechtsanwalt in meiner Nähe. Diesem Rechtsanwalt legte ich einen Ordner mit sämtlichen Erkenntnissen zu meinem Fall vor. Mit dieser Vorarbeit sollte es ein Leichtes sein, die Klageerwiderung zu schreiben. Was ich allerdings nicht bedachte, war, dass der Rechtsanwalt aufgrund des geringen Streitwerts lediglich ein Honorar knapp über 200€ erhält. Dies ist sehr wenig, weil die Kanzlei zahlreiche Schriftwechsel mit dem Gericht bearbeiten muss und der Rechtsanwalt für eine ordentliche Vorbereitung mindestens einen halben Tag benötigt. Somit bin ich aus Sicht des Rechtsanwalts kein finanziell lukrativer Kunde, für den sich eine ordentliche Verteidigung lohnt. Folglich hat der Rechtsanwalt nur ein kurzes Schreiben angefertigt, indem bemängelt wurde, dass die Klage nicht substituiert sei und es wurde hinterfragt, ob die Muttergesellschaft des Stromanbieters gegen mich klagen dürfe. Der Umstand, dass die Preiserhöhung sittenwidrig versteckt war und dass die Begründung der Preiserhöhung unzureichend ist, wurde nicht thematisiert, weil dies deutlich mehr Zeit beansprucht hätte. Der eigentliche Nutzen, den ich mir erhofft habe, wurde mir somit verwehrt. Ich war vom Rechtsanwalt enttäuscht. Im Nachhinein habe ich allerdings auch ein wenig Verständnis. Es ist nun mal für Rechtsanwälte nachteilig, Mandate mit derart niedrigen Streitwerten anzunehmen.

Ein Gerichtstermin mit vielen Überraschungen

Der Stromanbieter ließ lange auf eine Antwort warten. Erst einen Arbeitstag vor dem Gerichtstermin wurde die Klage neu formuliert:

„Es wird festgestellt, dass dem Beklagten gegenüber der Klägerin für die Vertragslaufzeit bis zum xx.1xx.2015 aus dem Vertragsverhältnis mit der Vertragsnummer XXX keine weiteren Ansprüche zustehen.“ Zudem wurde begründet, warum die Muttergesellschaft gegen mich klagen durfte.

Weil der Stromanbieter eine Feststellungsklage gegen mich einreichte, darf das Unternehmen auch die Spielregeln festlegen. In dem Gerichtstermin wird somit nur das Jahr 2015 behandelt. Dass die Preiserhöhung auch noch bis Herbst 2016 zu höheren Kosten führt, war hingegen nicht Gegenstand der Klage. Dies war ein cleverer Spielzug des Unternehmens! Eine juristische Vorbereitung auf den Gerichtstermin war so nicht möglich.

Dennoch lehnte das Gericht eine Vertagung ab. Überrascht war ich auch, dass mein Rechtsanwalt nicht am Gerichtstermin teilnehmen wolle. Er erklärte mir, wir hätten besprochen, dass sein Honorar i.H.v. 200€ nur den Schriftverkehr beinhalten würde. Diese Abmachung war für mich neu. Der Rechtsanwalt beruhigte mich, dass ich lediglich Schriftsatzrecht beantragen müsse, dann könnte man ohne Probleme den Sachverhalt der versteckten Preiserhöhung schriftlich anbringen. Sonst müsste ich mich nicht äußern. Dieses Versprechen beruhigte mich und ich war einigermaßen gelassen, meinen ersten Gerichtstermin weitestgehend unvorbereitet und ohne juristischen Beistand zu bestreiten.

Fehler Nr. 6: Stellen Sie sicher, dass Ihr Rechtsanwalt genügend Zeit ihrem Fall widmet, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Stromanbieter Ihren Rechtsanwalt austrickst. Halten Sie zudem schriftlich fest, welche genauen Leistungen das Honorar umfasst.

Anfang April 2016 fand allerdings ein 50-minütiger Gerichtstermin statt. Es reichte nicht einfach nur Schriftsatzrecht zu beantragen. Ich wurde befragt, musste mich erklären und am Schluss wurde ein Vergleichsangebot durch die Richterin formuliert. Ferner teilte der gegnerische Rechtsanwalt und die Richterin mir mit, dass mein Rechtsanwalt vorab die versteckte Preiserhöhung in der Klageerwiderung hätte ansprechen und begründen müssen. Es wäre zwar möglich, dies schriftlich nachzureichen. Es sei allerdings unklar, ob dies in der Entscheidung noch berücksichtigt werden könne.

Mir wurde empfohlen, das Schlichtungsangebot anzunehmen

Eine Woche später erhielt ich über meinen Rechtsanwalt den Vergleichsvorschlag der Richterin. Es handelte sich um einen Kompromiss. Der Stromanbieter und ich sollten uns in der Mitte treffen. Leider umfasste die Feststellungsklage nur das Jahr 2015 – die versteckte Preiserhöhung benachteiligt mich aber auch im Jahr 2016. Dies war aber nicht Gegenstand des Vergleichs. Am gleichen Abend fertigte ich noch ein Schreiben an, in der ich das Vergleichsangebot ablehne und die versteckte Preiserhöhung thematisierte – also das, was mein Rechtsanwalt hätte bereits einreichen sollen. Dieses Schreiben sendete ich an meinen Rechtsanwalt mit der Bitte, kurz drüber zu lesen und das Schriftstück dann an das Amtsgericht weiterzuleiten. Zwei Tage später rief mich der Rechtsanwalt an und sagte, dass ich unbedingt den Vergleich annehmen sollte. So wie der Vergleich durch die Richterin formuliert war, würde ich sehr wahrscheinlich verlieren, wenn ich den Vergleich nicht annehmen würde.

Auch der Stromanbieter nimmt das Schlichtungsangebot an – zahlt aber erst nach erneuter Mahnung

Ich erfahre nur indirekt, dass auch der Stromanbieter das Schlichtungsangebot der Richterin angenommen hat. In einem Schreiben bittet das Unternehmen „um Hereingabe einer schriftlichen Quittung bezüglich des gezahlten Betrages“ – was auch immer das heißen mag. Die Vergleichszahlung ging weder bis zum 03.05.2016 ein, an dem das Unternehmen behauptet hat seiner Verpflichtung nachgekommen zu sein, noch bis zum 16.05.2016, an dem ich eine schriftliche Quittung ausstellen sollte. Daraufhin schrieb ich am 20.05.2016 erneut dem Kundenservice des Unternehmens an. Ich fragte, bis wann mir die Vergleichszahlung überwiesen wird und forderte das mir seit Ende 2015 zustehenden Guthaben bis zum 30.05.2016 zu überweisen. Anstatt mir die Fragen zu beantworten, wurde mir am 24.05.2016 nur eine korrigierte Abrechnung für 2015 zugeschickt. Das war schon alles. Am 27.05.2016 erhielt ich eine Nachricht von meinen Rechtsanwalt, dass die Vergleichszahlung bei der Kanzlei eingegangen sei, die sie mir zeitnah überwiesen.

Erstes Zwischenfazit

Ich fasse zusammen: Ich bin Opfer einer versteckten Preiserhöhung geworden, der Energieversorger verklagte mich, um die Kosten der Schlichtungsstelle zu umgehen und aufgrund mangelndem juristischen Beistand war ich gezwungen, ein unvorteilhaftes Vergleichsangebot anzunehmen. Ich war im Recht – habe aber kein Recht bekommen!

Die Auseinandersetzung ging weiter

Weil das Vergleichsangebot nur für den Abrechnungszeitraum des Jahres 2015 gilt und die versteckte Preiserhöhung sich zu meinem Nachteil bis ins Jahr 2016 auswirkt, habe ich die versteckte Preiserhöhung erneut bemängelt. Die Auseinandersetzung ging daher weiter. Ich habe daher auf eine friedliche und außergerichtliche Klärung des Sachverhalts weiter hinarbeitet und aus meinen Fehlern im bisherigen Umgang mit dem Stromversorger gelernt. Meine zwei E-Mails wurden ignoriert, in denen ich begründete, weshalb die Preiserhöhung unzulässig war. Erst als ich mich über de.reclabox.com beschwert habe, stand ich wieder in Kontakt zum Stromanbieter. Dieser verwies auf die Schlichtung. Drei Mal musste ich darauf hinweisen, dass der Vergleich sich nicht auf das Jahr 2016 bezieht, bis der Stromanbieter nachgab.

Ich habe gegen meinen Stromanbieter gewonnen. Wehren lohnt sich!

Am liebsten wäre ich nie zu diesem Stromanbieter gewechselt. Es war extrem nervenaufreibend, ich musste das erste Mal vor Gericht und es hat mich unglaublich viel Zeit gekostet.

Ich wollte unbedingt gegen den Stromanbieter gewinnen, damit ich Ihnen sagen kann: Wehren lohnt sich!

Den Ratschlag sich gegen unseriöse Stromanbieter zu wehren, befolgen inzwischen viele meiner Leser. U.a. sehe ich auf de.reclabox.com, dass meine Internetseite zitiert wird und meinen Empfehlungen gefolgt werden. Zudem habe ich auch Verbraucher gezielt unterstützt und aus Kommentaren und persönlichen Nachrichten erfahren, dass eine große Mehrheit der Verbraucher froh war, sich gegen unseriöse Stromanbieter gewehrt zu haben. Zukünftig werde ich Erfahrungsberichte wie diesen von betroffenen Verbrauchern hier veröffentlichen, um weitere Verbraucher zu motivieren.

Mein wichtigster Ratschlag zum Schluss

Mein wichtigster Ratschlag ist allerdings ein anderer. Achten Sie drauf, zu welchem Stromanbieter Sie wechseln. Sie sollten zu einem seriösen Stromanbieter wechseln. Weitere wichtige Hinweise erfahren Sie ebenfalls auf meiner Internetseite. Ich habe mich dem Kampf gegen unseriösen Stromanbietern verschrieben. Daher möchte ich Ihnen anbieten, Sie bei Ihrem Problem zu unterstützen.

 

Ich wünsche Ihnen in der Auseinandersetzung mit Ihrem Stromanbieter viel Erfolg und mehr Glück mit Ihrem zukünftigen Stromanbieter!

Ihr

Dr. Matthias Moeschler

 

Haftungsausschluss: Trotz aller Sorgfalt kann dieser Text und Inhalte auf der Internetseite Fehler enthalten. Es handelt sich ferner nicht um eine Beratungsleistung, sondern um die Meinung des Autors. Jeder Verbraucher sollte seinen spezifischen Sachverhalt selbstkritisch prüfen. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com. Es wurde nicht überprüft, ob die Beschwerden berechtigt sind.

Welche Erfahrungen haben Sie erlebt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen, damit wir zusammen anderen Verbrauchern helfen!

 

Meine Erfahrungen mit einem unseriösen Stromanbieter

12 Gedanken zu „Meine Erfahrungen mit einem unseriösen Stromanbieter

  • 9. April 2018 um 13:04
    Permalink

    Ich finde das die Vertragsbedingungen über ein Vergleichsportal irreführend sind.
    2013 habe ich nach einem Stromanbieter mit 6 wöchiger Kündigungsfrist gesucht und bin dann davon ausgegangen, das man zu jederzeit mit einer Frist von 6 Wochen kündigen kann. Auch in der Vertragsbestätigung wurde nur eine 6 wöchige Kündigungsfrist angegeben und nicht wann diese zu erfolgen hat. Deshalb bin ich jetzt ziemlich angepisst, weil ich wechseln wollte und es nicht möglich ist da ich 6 Wochen vor Vertragsende nicht gekündigt hätte. Auf der Internetseite des Anbieters (meine Daten) steht dann 6 Wochen vor Vertragsende. Ich fühle mich da schon ziemlich ausgetrickst, da ich mich auf die schriftlichen Vertragsbedingungen verlassen habe, wo mit keinem Wort erwähnt wird, das dies 6 Wochen vor Vertragsende gekündigt werden muss.

    Antworten
  • 20. März 2018 um 22:56
    Permalink

    Hallo Herr Moeschler,
    Sie schreiben: „Wenn Sie mich in meinem Engagement unterstützen möchten, dann schließen Sie über diese Seite schnell und einfach Ihren nächsten Strom- und Gas-Vertrag ab.“ Auf Ihrer Seite finde ich aber keine Möglichkeit, einen neuen Gasanbieter auszuwählen. War das nur ein „Verschreiber“ und über Ihre Seite geht das nicht?
    Freundliche Grüße
    Leo Speidel

    Antworten
    • 22. März 2018 um 08:50
      Permalink

      Vielen Dank für Ihren Kommentar, Herr Speidel!
      Ich bin leider noch nicht so ganz souverän bei der Gestaltung meiner Internetseite. Ich musste bei 0 anfangen und mir vieles Aneignen. Leider passieren mir dabei Fehler. Diesen habe ich nun mit Ihrer Hilfe behoben.
      Mein Wunsch ist es, sowohl Strom- als auch Gaskunden zu helfen. Einerseits geht es mir darum, Verbrauchern bei ihren aktuellen Beschwerden zu unterstützen. Andererseits ist es mir auch sehr wichtig, den Verbrauchern dauerhaft diesen Ärger zu ersparen, indem sie zu einem seriösen Verbraucher wechseln. Eine „Anleitung“ habe ich hier erstellt: http://verbraucherhilfe-stromanbieter.de/serioese-stromanbieter-finden/
      Diese Anleitung ist sowohl für Strom- als auch für Gaskunden geeignet.
      Wenn Sie weitere Anmerkungen zu meiner Seite haben, dann freue ich sehr darüber!
      Viele Grüße, Moeschler

      Antworten
  • 12. März 2018 um 21:17
    Permalink

    Eprimo ist ein SAFTLADEN! Warum? Gern hier die Gründe:

    1. kann man die übermittelten Dokumente als PDF-Dateien NICHT öffnen.
    2. Beim Anrufen bekommt man supertollen Ansagetext das man ausserhalb der Öffnungszeiten anruft. Jedoch nicht die Ansage von wann bis wann und welche Tage der Kundendienst telefonisch erreichbar ist
    3. wenn man sich nach einem stressigen Tag abends um 17:00 Uhr noch an das Telefon setzt und telefoniert wird man durchgestellt, und nochmals durchgetellt, wartet ewig und dann ist plötzlich der Piepton der Gesprächsbeendigung da
    4. Mails bzw. Rückrufe werden nur mit blablabla Automatikmail beantwortet.
    5. Im Kundenportal kann man die PDF-Dateien nicht nur NICHT öffnen, man kann auch KEINE EMAILS AN EPRIMO versenden.

    ALLES in Allem NULL EMPFEHLUNG!!!!

    Antworten
  • 12. März 2018 um 18:19
    Permalink

    sehr geehrter Herr Dr. Moeschler,
    mit Interesse habe ich Ihre Stromanbietererfahrungsseite gelesen. Mein Problem stellt sich wie folgt dar.
    Am 7.11.2017 habe ich einen Belieferungsantrag mit 1.2.3. Energie getroffen mit der Lieferung von Strom am 1.3.2018. Ich war bestens glauben das das alles funktioniert. Ich habe im Dezember/Januar/Februar 2018 immer nur Nachrichten erhalten die Bearbeitung läuft.
    Dann wurde ich stutzig,da ich weder Telefonisch noch schriftlich detailliert Auskunft bekommen habe.
    Nun 1.3.2018 wurde mir kein Strom geliefert und es sprang der Grundversorger ein. Ich habe dann auch per Einschreiben mitgeteilt das ich kein Interesse mehr habe und auch kein Stromversorgungsvertrag erhalten habe. Am 10.03. wurde mit jetzt ein Stromvertrag übermittelt und der Strom ab 22.3. fließen. Ich habe nun die Bundesnetzagentur, die Schlichtungsstelle angeschrieben weil ich mit 1.2.3. keinen Beziehung mehr will . Nachdem ich heute mal nach 20 Minuten einen Mitarbeiter von 1.2.3. erreicht habe wurde ich kurzer Hand abgewürgt.

    Haben Sie noch einen Tipp für mich?

    Lutz Knippel

    Antworten
    • 12. März 2018 um 22:42
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Knippel,

      Sie könnten versuchen eine Beschwerde über reclabox zu schreiben, um so Druck auszuüben. Ansonsten muss ich gestehen, dass ich die Lösung eines derartigen Falls noch nicht begleitet habe. Ich vermute, dass Ihre Chancen sich gerichtlich oder mithilfe der Schlichtungsstelle durchzusetzen gering sein dürften. Schließlich kann der Stromanbieter folgendermaßen argumentieren: Sie wollten vom Stromanbieter beliefert werden. Bei der Belieferung ergab sich eine Verspätung. Diese haben Sie angemahnt und der Stromanbieter 123 Energie hat das Problem gelöst. Bevor man von einem Vertrag zurücktritt, müssen Sie dem Unternehmen die Möglichkeit geben, das Problem zu beheben. Hätte der Stromanbieter innerhalb von 14 Tagen die fehlende Belieferung mit Strom nicht behoben, so hätte Ihnen ein Sonderkündigungsrecht aufgrund Verletzung vertraglicher Pflichten zugestanden.

      Im Tätigkeitsbericht 2016 schreibt die Schlichtungsstelle, dass Sie des Öfteren den Verbrauchern ein Schadensersatz zugesprochen hat, wenn es Probleme mit dem Wechsel gab. Sie könnten aus meiner Sicht höchstens dieses geltend machen. Es dürfte sich allerdings nur um wenige € handeln. Ob der Aufwand sich lohnt, sei dahingestellt.

      ich hoffe andere Verbraucher haben Erfahrungen gemacht, die meiner Einschätzung widersprechen, sodass Sie dennoch frühzeitig aus dem Vertrag raus kommen. In jedem Fall sollten Sie sich überlegen, ob es den Aufwand wert ist. Sofern Sie Probleme mit 123 Energie bekommen, können Sie sich gerne an mich wenden und ich unterstütze Sie.

      Viele Grüße
      Moeschler

      Antworten
  • 22. Februar 2018 um 01:19
    Permalink

    Wie sieht es mit den Boni aus, wenn man den Stromvertrag als Vermieter für seinen Mieter abschließt?

    Leider war mir das Vorgehen über reclabox nicht bekannt, bzw. ich wusste nicht, dass ein Antrag bei der Schlichtungsstelle nicht schlichtet, sondern eher eskaliert.

    Wie findet man einen passenden Anwalt? Wenn man per Google nach Stichworten ‚365AG, Bonus‘ sucht, wird ein Anwalt auf anwalt.de angezeigt, der ein paar Artikel dazu verfasst hat. Ist das schon der richtige Mann (Jochen Birk)?

    so ganz allgemein:
    Die 365 AG möchte für einen zweiten Vertrag keinen Bonus bezahlen. Beide Verträge wurden am selben Tag online abgeschlossen. Beide Verträge starteten ca. 2 Monate später, aber nicht genau zeitgleich.

    In den AGB steht: „Als Neukunde gilt der Kunde, der innerhalb eines Zeitraumes von 6 Monaten vor Erteilung des Auftrages durch den Energieversorger nicht mit der gleichen Art von Energie beliefert worden ist.“

    Darauf beruft sich die 365 AG, um für den zweiten Vertrag keinen Bonus zu zahlen.

    Nun ist es ja genau genommen so, dass bei taggleicher Bestellung diese Klausel nicht zutrifft.

    Antworten
    • 22. Februar 2018 um 18:05
      Permalink

      Zu Bonus-Verweigerung: Wenn Sie in beiden Fällen der Vertragspartner von 365AG sind, so schließt aus meiner Sicht diese Einschränkung einen zweiten Bonus aus. Ich fürchte, in diesem Fall haben Sie leider nur geringe Chancen auf Erfolg. Ich kann allerdings meine Meinung nicht auf Erfahrungen aus vergleichbaren Fällen stützen.

      Zum Thema Rechtsanwalt: Suchen Sie sich daher einen engagierten und mit 365 AG erfahrenen Rechtsanwalt aus. Empfehlungen für einzelne Rechtsanwälte kann ich Ihnen mangels Erfahrungen (noch) nicht geben. Insofern machen Sie nicht den gleichen Fehler wie ich, die ich hier beschrieben habe:
      Fehler Nr. 6: Stellen Sie sicher, dass Ihr Rechtsanwalt genügend Zeit ihrem Fall widmet, ansonsten besteht die Gefahr, dass der Stromanbieter Ihren Rechtsanwalt austrickst. Halten Sie zudem schriftlich fest, welche genauen Leistungen das Honorar umfasst.
      Ich hatte damals einen Rechtsanwalt ausgewählt, der sich nicht auf Energierecht spezialisiert hat und auch nicht Erfahrung mit dem Unternehmen hatte. Letztendlich war es ein großer Fehler, dass ich überhaupt einen Rechtsanwalt beauftragt habe. Ich hätte es selber viel besser gemacht und anstatt einer Schlichtung mit großer Wahrscheinlichkeit Recht bekommen.
      Mein Tipp: Fragen Sie den Rechtsanwalt nach der Anzahl und den Inhalten der Gerichtsverfahren, die er gegen 365 AG bisher geführt hat.
      Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns Verbrauchern auf dem Laufenden halten würden!
      Viel Erfolg!

      Antworten
  • 10. Dezember 2017 um 14:25
    Permalink

    Zunächst einmal würde ich nicht von „Fehlern“ sprechen. Hinterher sollte jeder schlauer sein. Aber doch: Wer die Hitze nicht erträgt, darf nicht in die Küche gehen. Als informierter Bürger kann man wissen, daß auf dem Strom- und Gasmarkt ein Hauen und Stechen ist. Discounter gehen an die unterste Preisgrenze (oder vielleicht noch drunter), um Kunden anzulocken. Wer sich hier Rosinen heraussucht (ich tue das wohlgemerkt auch), muß wissen, daß er sich mit hartgesottenen Geschäftspartnern einläßt.

    „Gute Kundenbewertungen auf Vergleichsportalen schützen nicht vor unseriösen Anbietern.“

    Stimmt.

    Kundenbewertungen im Internet sind allgemein wertlos. Ebay hat mit diesen „Bewertungen“ angefangen, wo verlangt wurde, daß eine normal verlaufene Transaktion (für die „neutral“ die angemessene Bewertung gewesen wäre) als positiv gewertet wurde. Andere haben das Bewertungssystem auf fünf Stufen aufgeblasen, von denen wiederum die mittlere, nämlich drei Sterne eine angemessene und durchaus honorige Bewertung dafür gewesen wäre, daß ein Händler auf Vorauskasse hin tatsächlich in angemessener Zeit einwandfreie Ware liefert. So funktionieren all diese Systeme aber nicht. Für eine normale Transaktion wird ein „perfect five star rating“ erwartet (und die Kunden auch in diese Richtung genötigt). Sterne sind daher für den Kunden wertlos (und auch die Statistiken, die daraus folgen). Texte hingegen geben wichtige Hinweise: Wer ein neues Handy gekauft hat und nach 48 Stunden immer noch so begeistert von dem Gerät ist, daß er um eine überschwengliche 5-Stern-Bewertung nicht herumkommt, den braucht man eigentlich nicht ernst zu nehmen.

    Bei einem Strom- und Gasanbieter halte ich den frühestmöglichen Zeitpunkt, an dem man eine seriöse Bewertung abgeben kann, die vollständige Abwicklung des ersten Belieferungsjahres. Dann weiß man, wie der Wechsel hin zum Anbieter funktioniert hat, wann und wie der „Sofortbonus“ funktioniert hat (bescheuertes Marketinginstrument, nebenbei), wann und wie die Rechnungslegung mit folgender Nachforderung/Erstattung geklappt hat, wann, ob und wie der Neukundenbonus geflossen ist. Die Lieferung selbst ist beim Strom uninteressant, wir sprechen ja ausschließlich von bürokratischer Verrechnung. Strom und Gas selbst kommen ja ganz normal aus der Leitung des lokalen Netzbetreibers.

    Mißglückter Stromanbieterwechsel

    Im ersten Jahr erhält man auch bei korrekter Berechnung der Abschlagshöhe eine hohe Rückerstattung, weil der „Neukundenbonus“ nicht in die Abschlagshöhe einfließt. Ich halte das nicht für zu beanstanden.

    Der Kündigungstermin richtet sich normalerweise nicht nach dem Tag des Vertragsschlusses, sondern nach dem Lieferjahr. So steht es in den meisten AGB auch drin. Wenn ein Anbieter sich am Tag des Vertragsschlusses orientiert, würde ich das für unerwartet halten. Ob man dagegen dann allerdings angeht, hängt vom Betrag ab, um den es geht. Läßt einen ein Anbieter nicht aus dem Vertrag, muß man halt ein Jahr länger bei ihm bleiben. Man kann dann in diesem Jahr nicht von einem anderen Anbieter Neukundenbonus und Sofortbonus abgreifen. Mehr allerdings passiert nicht. Den Preis kann der alte Anbieter beispielsweise nicht erhöhen, weil das ein Sonderkündigungsrecht auslösen würde – und das würde ich dann nicht vorübergehen lassen.

    Dennoch ist es natürlich ein guter Rat, zur Sicherheit lieber reichlich früh zu kündigen.

    Die Höhe der Abschlagszahlungen ist ein ständiger Streitpunkt. Discounter gehen gern höher, als sie müssen (logisch, das verbessert ihre Liquidationssituation). So richtig hoch können sie nicht. Wenn nichts hilft, nimmt man halt als Kunde sein Widerspruchsrecht wahr. Ärgerlich ist natürlich, daß manche Discounter bei deutlichem Minderverbrauch auch nach Ende des Belieferungsjahres die Abschläge nicht senken (Das ist mir einmal passiert, siehe meine Darstellung anderswo auf dieser Seite, Anbieter Priogas).

    Die zu hohe Jahresabrechnung

    Ich schließe nur Tarife mit Preisgarantie ab, mit denen ist man im ersten Jahr vor Preiserhöhungen praktisch sicher. Wenn die erste Jahresrechnung falsch ist, widerspricht man ihr und fordert den Anbieter zur Korrektur auf. Man tut gut daran, wenn man von Anfang an konsequent agiert. Das beginnt damit, daß man pünktlich eine Rechnungsmahnung schickt, wenn die Jahresrechnung nach sechs Wochen noch nicht da ist. Fristsetzung nicht vergessen! In eine Korrespondenz einzutreten ist meistens verkehrt. Eine korrekte Rechnung ist keine Diskussionssache.

    Mir hat ein Anbieter (almado) auch einmal eine Preiserhöhung unterschieben wollen, allerdings fürs Folgejahr. Man hat diese Preiserhöhung (zusätzliche Grundgebühr bei einem Pakettarif) in einem Informationsschreiben im Kleingedruckten versteckt. Die zusätzliche Grundgebühr hätte 10 Monate später wirksam werden sollen. Zum Zeitpunkt des angeblichen Wirksamwerdens dieser zusätzlichen Gebühr hat der Anbieter sich aber nicht gerührt, namentlich die Abschläge nicht erhöht. Deswegen habe ich auch dann noch nichts gemerkt. Zum Jahresende habe ich pünktlich meine Zahlungen reduziert, so daß mit dem letzten (gekürzten) Abschlag der Paketpreis auf den Cent genau bezahlt war. Die Rechnung, auf der dann 200 Euro mehr standen, hat mich dann zwar etwas überrascht, aber weitere Auswirkungen hatte das nicht. Ich habe der Rechnung umgehend widersprochen (und auch Mahnungen und Inkasso hinterher), der Anbieter hat aber aus guten Grund nichts weiter unternommen, einer Prozeß deswegen hätte er sicher verloren.

    Man braucht eine E-Mail nicht explizit zu bestätigen; wenn man irgendwie darauf reagiert, hat man damit bereits bestätigt, daß man sie bekommen hat. In meinem Fall hat der Anbieter mit dieser „Information“ das SEPA-Mandat verbunden. Wer das zurückschickt, hat die E-Mail bekommen.

    Die Argumentation muß ganz anders verlaufen: Eine Preiserhöhung muß klar kommuniziert werden. Der Kunde muß ein Schriftstück bekommen, dessen Betreff oder Überschrift „Preiserhöhung“ lautet (oder allenfalls „Preisanpassung“ oder „Neue Preise“). Wenn die Überschrift aber lautet: „Veränderungen im europäischen Strommarkt“ und sechs Seiten tiefer werden Preiserhöhung und Sonderkündigungsrecht im Kleingedruckten erwähnt, dann ist eine solche Preiserhöhung nicht wirksam angekündigt und somit nichtig.

    Stromversorger reicht Klage ein

    Eine Klage kostet Geld, das verloren ist, wenn man die Klage verliert.

    Tricks gehören zum Geschäftsmodell unseriöser Anbieter. Wenn man mal die Unseriosität per se zur Seite läßt, handeln diese Firmen völlig rational: Sie wägen Aufwand gegen Ertrag ab. Man kann sicher sein, daß intern Statistiken geführt werden über die Wirksamkeit der einzelnen Mahnstufen (Aufwand gegen Ertrag).

    Mahnungen per E-Mail (auch in drastischem Ton) kosten nichts, die spuckt der Firmencomputer einfach so aus. Mahnungen auf Papier beeindrucken mehr Kunden, sie kosten die Firma etwa 1 Euro, werden aber mit 5 Euro in Rechnung gestellt. Noch lohnender ist ein Inkasso. Inkassofirmen (die meist mit unseriösen Anbietern fest verbandelt sind) schicken letztlich auch nur Mahnungen, die sie aber gleich mit 35 Euro berechnen. Wenn nur einer von 30 so gemahnten Kunden bezahlt, ist die Inkassofirma schon auf ihre Kosten gekommen. Zahlen mehr, wird Geld verdient. Schwieriger wird das mit der nächsten Eskalationsstufe, dem Mahnbescheid. Der kostet um die 30 Euro echte Spesen, die weg sind, wenn der Kunde schließlich nicht zahlt (aus welchem Grund auch immer). Ganz übel wird die Kostensituation bei einer Klage. Gerade bei kleinen Streitwerten (und um die geht es meist), decken die Gebühren nicht den Aufwand. Eine Klage muß ein Mensch formulieren und vertreten, das kann der Computer nicht – und menschliche Arbeit ist teuer. Das machen auch solche Firmen nur im Ausnahmefall.

    Sie beschreiben Ihren Fall leider nicht präzise genug, als daß man nachvollziehen könnte, warum sich der Anbieter auf das Abenteuer einer Klage eingelassen hat. Zwischen den Zeilen schimmert eine gewisse Unsicherheit und Inkonsequenz hindurch. Möglicherweise hat sich der Anbieter deswegen für eine Klage entschieden.

    Irgendwo unten schreiben Sie, sie hätten gewonnen. Auch das kann ich nicht nachvollziehen. Ein Vergleich vor Gericht bei niedrigen Streitwerten (bis 500 Euro) bedeutet in der Regel, daß beide Kontrahenten wirtschaftlich letztlich verloren haben. Möglicherweise hat die Tatsache, daß die ungerechtfertigte Preiserhöhung doch zum Teil hereingekommen, dem Anbieter gerade den Aufwand gedeckt. Nullsummenspiel für den Anbieter, Verlust für Sie.

    Soweit ich es nachvollziehen kann, haben Sie ziemlich unglücklich agiert:

    Die Rechnung ist nicht zeitgerecht gekommen, also haben Sie eine Rechnungsmahnung geschrieben. Das war richtig.

    Daraufhin ist eine Rechnung gekommen, die war zu hoch. Sie haben ihr zeitnah widersprochen und zur Korrektur aufgefordert. Das war richtig.

    Sie „deuteten an“, notfalls die Schlichtungsstelle und das Vergleichsportal einzuschalten, das war allenfalls halb richtig. Das Vergleichsportal können Sie immer „einschalten“, sagen wir mal besser: informieren. Machen werden die vermutlich nichts, denn man beißt nicht die Hand, die einen füttert. „Andeuten“ ist falsch, Klartext ist gefordert:

    „Ich fordere Sie auf, die Rechnung 1234 vom xx.xx.2015 zu korrigieren und die Rückzahlung bis zum xx.xx.2015 zu erstatten. Bei fruchtlosem Verstreichen dieses Termins werde ich mich an die Schlichtungsstelle wenden.“

    Telefonate bringen in diesem Stadium überhaupt nichts (wie generell wenig). Wenn sie unvermeidlich sind (etwa deswegen, weil der Anbieter keine Faxnummer kommuniziert, somit nicht kostengünstig beweisbar ein Schriftstück zu übermitteln ist), empfiehlt es sich, Telefonate nur mit Zeugen zu führen, was man unbedingt kommunizieren muß: „Ich weise Sie, lieber Hotliner, darauf hin, daß hier ein Zeuge zu Beweiszwecken mithört.“ Das schafft wenigstens einigermaßen Waffengleichheit, die Anbieter zeichnen die Hotlinegespräche schließlich auf. Selber aufzeichnen darf man juristisch nicht, aber einen Zeugen mithören lassen (wenn man das sauber ansagt).

    Mir ist schriftliche Kommunikation erheblich lieber, sie hilft einem vor Gericht auch weiter.

    Die Drohung des anbieters mit einer Klage hat freilich auch den Zweck, Kunden einzuschüchtern. Wenn die Sachlage klar ist, braucht einen das nicht zu beunruhigen – allerdings sollte man das Geld für die Klage in der Hinterhand haben, den eigenen Rechtsanwalt muß man vorfinanzieren.

    Rechtsanwälte gibt es viele, und aus diesen vielen haben Sie den falschen ausgewählt. Punkt. Punkt gegen Sie, Punkt für den unseriösen Anbieter.

    Sie schreiben es zutreffend: Sie hätten prinzipiell Recht gehabt, es am Ende aber nicht bekommen. Deswegen wundert mich, daß Sie anderswo schreiben, Sie hätten gegen den Anbieter gewonnen.

    Bei diesem „Vergleichsvorschlag“ haben Sie meiner Rechnung nach die Hälfte der ungerechtfertigten Preiserhöhung bezahlt, dazu die Hälfte der Gerichtskosten und Ihren Rechtsanwalt, Ihre Spesen nicht gerechnet. Zusammen werden das an die 500 Euro gewesen sein.

    Mit allem Verlaub: In meinen Augen haben Sie verloren.

    Schade übrigens, daß Sie den Anbieter nicht genannt haben. Auf der anderen Seite gibt es nur eine kleine Zahl Verdächtiger.

    Sie raten, in Zukunft nur „seriöse“ Anbieter zu berücksichtigen.

    Das kann man tun. Gehen Sie (wie ehedem) zu Ihren lokalen Stadtwerken. Diese sollten seriös sein, und wenn sie Gewinn machen, wandert der Überschuß in die lokale Stadtkasse, kommt also Ihrer Stadt zugute, quasi als zusätzliche kommunale Steuer.

    Discounter sind billiger (bei mir macht das im Jahr um die 500 Euro aus für Strom und Gas), dafür schlägt man sich aber ggf. mit Hallodri-Firmen herum.

    Den dadurch verursachten Nervenkitzel mag jeder für sich bewerten. Manche Leute gehen des Nervenkitzels wegen in die Spielbank, ich wechsele Strom- und Gasanbieter. Wenn ich gewinne, spare ich pro Jahr gegenüber den lokalen Stadtwerken um die 500 Euro (das ist ein nennenswerter, aber kein großer Betrag), wenn ich unentschieden spiele (um im Bild zu bleiben), spare ich um die 200 Euro im Jahr, wenn ich verliere (das ist mir noch nicht vorgekommen), dann zahle ich das gleiche wie bei den lokalen Stadtwerken.

    Aber man muß halt das Schreiben mögen (ich mag es, die Länge dieses Textes beweist es). Für mich ist Strom- und Gasanbieterroulette ein Spiel ein Real-Life-Adventure, in dem einem bei Licht besehen nicht viel passieren kann. Selbst wenn man verliert, kostet es einen kein (oder allenfalls wenig) Geld.

    Antworten
    • 18. Dezember 2017 um 14:42
      Permalink

      Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar, der viele interessante Informationen enthält. Ich teile Ihre Ansicht, dass Stromanbieter rational vorgehen und Aufwand und Ertrag abwägen. Äußerst gelungen fand ich daher den Abschnitt, in dem Sie die finanziellen Vorteile des Stromanbieters beschreiben, ein Inkasso-Unternehmen einzuschalten.

      Sie schlussfolgerten, dass ich vermutlich 500€ verloren habe und eben nicht gewonnen habe. Darauf gehe ich gerne genauer ein. Der Rechtsstreit hat mir ca. 310€ gekostet (200€ für den Rechtsanwalt, ich meine ca. 30€ Gerichtskosten und 80€ in Form einer hälftigen Bezahlung des Preiserhöhung). Das Abenteuer mit dem Stromanbieter hat mir also 310€, weil ich einige Fehler begangen habe. Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Der unseriöse Stromanbieter wollte aber auch, dass ich noch im nächsten Vertragsjahr ebenfalls die Preiserhöhung bezahlen soll. Dies war nicht Gegenstand des Schlichtungsangebots. Hiergegen habe ich mich erfolgreich wehren können (mit den auf dieser Seite widergegebenen Hinweisen) und der Stromanbieter hat nachgegeben. Dies verbuche ich als Gewinn. Auch wenn es finanziell nicht so viel ist, so war dies für mich eine wichtige Genugtuung. Mir war es auch wichtig anderen Verbrauchern zu zeigen, dass man sich mit meinen Empfehlungen erfolgreich wehren kann.

      Antworten
  • 15. Oktober 2017 um 19:41
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Dr. Moeschler,
    macht es nicht Sinn einen Stromlieferungsvertrag immer direkt nach Vertragsabschluss zum Laufzeitende ggf. zum Ende der Preisgarantie zu kündigen? Man muss diese unseriösen Markteilnehmer eben mit deren eigenen Waffen schlagen. Das entsprechende Datum ist im Kalender zu vermerken und das Handy erinnert, dass ein neuen Versorger beauftragt werden muss. Und falls man dies vergießt fällt man für einen kurzen Zeitraum eben in die Grundversorgung zurück.

    Grüße aus Berlin
    Jan Hantusch

    Antworten
    • 16. Oktober 2017 um 07:38
      Permalink

      Sehr geehrter Herr Hantusch,

      grundsätzlich geben ich Ihnen Recht. Den Stromliefervertrag direkt nach Vertragsabschluss zu kündigen macht Sinn und kann ich auch empfehlen. Vorausgesetzt natürlich, Sie möchten jedes Jahr Ihren Stromanbieter wechseln.

      Nichtsdestotrotz kann ich nur empfehlen, die Stromanbieter mit den vielen Verbraucherbeschwerden zu meiden. Denn es können andernfalls einige Überraschungen auf Sie zukommen, in Form von höheren Kosten: Nehmen wir mal die 365 AG (immergrün). Die häufige Verweigerung der Neukundenboni sind bereits recht bekannt. Neu sind hingegen folgende beiden Besonderheiten dieses Stromanbieters: Verbraucher beschweren sich, dass nach der Kündigung das Lastschriftmandat von Seiten des Versorgers aufgekündigt wird und der Verbraucher die Abschläge manuell überweisen muss. Wenn er dies vergisst, drohen Mahnungen und recht schnell Briefe vom Inkassounternehmen. Vor einer Woche (Oktober 2017) ist mir aufgefallen, dass dieser Stromanbieter eine Umzugspauschale i.H.v. 60€ in seinen AGBs aufgenommen hat.

      Viele Grüße
      Moeschler

      Antworten

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