Ich möchte Ihnen vom Stromanbieter immergrün dringend abraten. Viele Verbraucher haben sich im Internet über das Unternehmen beschwert. Machen Sie daher nicht den gleichen Fehler wie vielen Verbraucher zuvor, denen der Wechsel zu immergrün teuer zu stehen kam. Geben Sie mir drei Minuten Zeit, um meine Empfehlung zu begründen. Wenn ich Sie überzeugt habe, zeige ich Ihnen gerne auch noch, wie Sie vorgehen sollten, um seriöse Stromanbieter zu finden.

immergrün Erfahrungen anderer Verbraucher

immergrün ist eine Vertriebsmarke der 365 AG. Das Unternehmen gehört zu den Stromanbietern mit den meisten Verbraucherbeschwerden auf Reclabox. Es vereint mehr Verbraucherbeschwerden auf Reclabox als z.B. der Konzern E.On, obwohl die 365 AG deutlich kleiner ist. Die meisten Kunden beschweren sich über versteckte Preiserhöhungen sowie über verspätete oder fehlerhafte Stromrechnungen. Darüber hinaus hatten einige Verbraucher Probleme immergrün zu kündigen.

Im Gegensatz dazu erscheinen die Weiterempfehlungsquoten bei Verivox (74%) und auf Check24 (84%; Stand 9. Oktober 2017) überraschend gut. Diese Kundenbewertungen sind mit Vorsicht zu genießen. Bei Hotels sind solche Empfehlungsraten leicht überdurchschnittlich. Bei Stromanbietern sind solche Quoten hingegen ziemlich schlecht. Die meisten Stromanbieter verzeichnen deutlich bessere Bewertungen. Ich persönlich lege wenig Wert auf Kundenbewertungen, weil Verbraucher ihre Stromanbieter häufig innerhalb der ersten Wochen nach Vertragsschluss bewerteten. Dadurch spiegeln die Bewertungen meist nur den Wechselprozess wider. Die Probleme, die mit dem Stromanbieter jedoch auftreten können, ereignen sich häufig deutlich später. Vor diesem Hintergrund empfehle ich Verbrauchern bei der Auswahl des Stromanbieters insbesondere auf die Beschwerdestatistik zu achten und die Stromanbieter mit den Top 10 Verbraucherbeschwerden zu meiden.

Über welche Konsequenzen berichten Verbraucher der Unternehmen mit den meisten Verbraucherbeschwerden?

  • Finanzielle Schäden (z.B. aufgrund von Preiserhöhungen >30% und verweigerten Boni)
  • Unnötige Arbeit und Stress

Am besten Sie lesen hierzu meinen Erfahrungsbericht. Kurz zusammengefasst: Ich habe mich gegen eine versteckte 50%-Preiserhöhung wehren wollen, woraufhin der Stromanbieter mich verklagt hat! Obwohl ich im Recht war, habe ich aufgrund meiner Unerfahrenheit kein Recht bekommen. Dadurch sind bei mir, neben der Preiserhöhung, noch ca. 250€ an Rechtsanwalts- und Gerichtskosten angefallen. Schlimmer als der finanzielle Schaden war jedoch der hohe Arbeitsaufwand und meine schlaflosen Nächte, weil ich die Dreistigkeit des Unternehmens nicht glauben konnte und zum ersten Mal vor Gericht geladen war.

Bewertungen von Institutionen

Die Stiftung Warentest warnt in der Ausgabe test 2/2014 vor drastischen Preiserhöhungen, falschen Abrechnungen, falschen Bonusversprechen und zu hohen Abschlagszahlungen. Insgesamt wird das Unternehmen 365 AG mit der Vertriebsmarken immergrün, idealenergie und Meisterstrom als „nicht empfehlenswert“ eingestuft: „Die Marken der 365 AG bieten auf ihren Websites keine fairen Tarife an. Der Bonus ist zum Teil an seltsame Klauseln geknüpft.“

Der Bund der Energieverbraucher verlieh dem Unternehmen im März 2016 die „trübe Funzel“ für besonders verbraucherunfreundliches Verhalten.

Gegen die 365 AG liefen im Jahre 2013 insgesamt 447 Verfahren der Schlichtungsstelle Energie (9% aller behandelten Fälle). Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Bundesnetzagentur aufgrund zahlreicher Beschwerden ein Verfahren gegen die 365 AG eröffnet hat und dass die Verbraucherzentralen regelmäßig gegen 365 AG klagen.

Wie finde ich einen seriösen Stromanbieter?

Ich hoffe, ich konnte Sie überzeugen, Stromanbieter mit vielen Verbraucherbeschwerden zu meiden. Aus meiner Sicht ist es wichtig, auf Qualität zu achten und in den Preisvergleichen die richtigen Eingaben vorzunehmen. Wie Sie einen seriösen Stromanbieter finden, habe ich in einem separaten Beitrag für Sie zusammengestellt.

 

Sind Sie bereits Kunde von immergrün?

Die meisten Stromverträge werden online geschlossen. In diesem Fall steht den Verbrauchern ein 14-tägiges Kündigungsrecht zu. In diesem Zeitraum können Sie vom Vertrag zurücktreten. Da viele Verbraucher Probleme mit der Kündigung des Vertrags hatten, sollten Sie meinen Beitrag lesen, wie Sie immergrün richtig kündigen. In der Vergangenheit haben einige Stromanbieter die Kündigungen ignoriert oder schlichtweg behauptet, die Kündigung nie erhalten zu haben. Daher ist es wichtig nachweisen zu können, dass der Stromanbieter die Kündigung tatsächlich erhalten hat. Nach der Kündigung können dann weitere Probleme auf Sie zukommen. Viele Verbraucher beschweren sich, dass die 365 AG nach der Kündigung das SEPA-Lastschriftmandat kündigt. Die Verbraucher müssen dann die Abschläge manuell überweisen. Nicht alle Verbraucher bekommen dies mit, wodurch sie in Zahlungsrückstand geraten. Dies hat die 365 AG anscheinend zum Anlass genommen, um Boni zu verweigern oder Inkasso-Unternehmen zu beauftragen. Dies ist natürlich nicht zulässig, wie ich in diesem Beitrag begründet habe.

Als Kunde von immergrün / 365 AG empfehle ich Ihnen, alle Dokumente vom Versorger genau zu lesen. Ich habe z.B. eine versteckte Preiserhöhung im Kleingedruckten übersehen. Andere Verbraucher haben Preiserhöhungsschreiben ignoriert, weil die Schreiben als Werbeflyer getarnt waren. Prüfen Sie zudem jede einzelne Stromrechnungen (auch jene aus den vergangenen drei Jahren) akribisch auf Fehler: Wurden Ihnen alle Boni gewilligt und ausgezahlt? Stimmen die Verbrauchsangaben und die Preisbestandteile? Wenn eine Stromrechnung oder die Guthabenauszahlung sich verspäten sollte, empfehle ich Ihnen zügig zu mahnen. Für die Erstellung der Stromrechnung hat immergrün 6 Wochen Zeit. Danach muss der Stromanbieter Ihr Guthaben umgehend rückerstatten – spätestens jedoch mit der nächsten Abschlagszahlung ausgleichen.

Hintergrundinformationen zu immergrün

Die 365 AG (ehemals Almado) mit Sitz in Köln vertreibt seit 2011 bundesweit Strom mit den Vertriebsnamen Meisterstrom und IdealEnergie. Das Unternehmen ist eines der größten Stromdiscounter in Deutschland und in 2014 erzielte das Unternehmen ein Betriebsergebnis i.H.v. 373T€. Die Stiftung Warentest (test 2/2014) stuft das Unternehmen als „nicht empfehlenswert“ ein. Auch der Bund der Energieverbraucher e.V. sieht die 365 AG kritisch. Der Verein verlieh dem Unternehmen die „Trübe Funzel“ aufgrund verbraucherunfreundlichen Praktiken. Die 365 AG ist nicht mit den vier großen Energieanbietern verflochten und besitzt kein eigenes Strom- oder Gasnetz.

Quelle: Energieanbieterinformation.de, de.reclabox.com, Unternehmensseite

In diesem Text hat der Autor seine Meinung wiedergegeben. Hierzu hat er sorgfältig recherchiert. Bei den genannten Verbraucherbeschwerden stützt sich der Autor auf die Seite de.reclabox.com. Trotz dieser Sorgfalt sind Fehler oder Ungenauigkeiten nicht auszuschließen und dieser Text stellt keine (Rechts-)Beratung dar.

Welche Erfahrungen haben Sie mit immergrün gemacht?